„Henker“ – Michael Barth

Wie weit gehst du für eine gute Story?

Clara ist das erste Opfer des Henkers, mit dem es Kriminalhauptkommissar Bernd Zenker zu tun bekommt, kopfüber aufgehängt und mit einer Säge bearbeitet, wahrlich kein schöner Tod.
Mit ihrem Blut ist ein einziges Wort an die Wand geschrieben: Schuldig und genau das bringt dem brutalen Mörder schon bald seinen Spitznamen ein, denn unglücklicherweise ist es einem Reporter gelungen, ein Bild von der Leiche zu schießen, das am nächsten Morgen die Runde macht, allerdings nicht ganz so wie geplant, denn nicht Ulf Jacobs, der das Foto geschossen hat, veröffentlicht es bei seiner Zeitung, sondern Daniel Wolter, der Ulf von früher kennt und ihm in einem passenden Moment einfach den USB-Stick mit seiner Arbeit entwendet.
Jacobs, der nun ohne Titelstory dasteht, wird von seinem Chef entlassen, Wolter hingegen beschert seiner Zeitung eine Rekordauflage und berichtet auch weiterhin über den Fall, denn schon bald gibt es weitere Opfer, die alle mithilfe antiker Foltergeräte grausam ins Jenseits befördert werden.
Zenker, der nach einigen Ermittlungen auch die beiden Reporter auf dem Radar hat, wird von seinem Freund Armin, einem Autor unterstützt, der das nicht ganz uneigennützig macht, immerhin fallen so immer mal wieder ein paar Informationen ab, die er für seine Bücher nutzen kann.
Als Jacobs sich dann an Wolter rächt, gerät so einiges außer Kontrolle und es kommen unschöne Dinge zum Vorschein, die auch vor dem Ermittler nicht haltmachen…

Ob nun Michael Barth oder Ethan Kink, man weiß, was man bekommt, es wird geklotzt und nicht gekleckert, ich sag nur Foltermethoden…
Teilweise tat das schon allein beim Lesen weh, autsch.
Das Cover mit dem Zeitungsartikel im Hintergrund finde ich sehr gelungen, auch wenn der Hammer doch eher unspektakulär ist.
Die Protagonisten sind gut gezeichnet, selbst wenn ich es im Falle von Ulf Jacobsen etwas übertrieben fand, denn der arme Kerl hat ja wirklich alles mitbekommen, was einen zum Kotzbrocken macht, wobei auch der schmierige Daniel Wolter in der Beziehung einiges zu bieten hat, in Gegensatz zu ihm kommt Bernd Zenker schon fast unspektakulär daher.
An Schreibstil oder der Logik gibt es ebenfalls nichts zu bemängeln und so bekommt „Henker“ von Michael Barth von mir 4 von 5 Blutlachen.

• Titel:                                      „Henker“

• Autor:                                     Michael Barth

• Verlag:                                   Books on Demand

• Format:                                  Taschenbuch

• Seitenzahl:                           320 Seiten

• ISBN:                                    978-3746065328 

Genre:                                    Thriller

• Bewertung:

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„Milestone“ – Kealan Patrick Burke

Stadt ohne Seele …

Ja, ich mag Kealan Patrick Burke und seinen Schreibstil, er kann Figuren erschaffen, die man fast vor sich sieht, aber mit „Milestone“ bin ich irgendwie nicht so richtig warm geworden.
Das Büchlein ist hübsch aufgemacht, die Dame, die darauf über die Straße krabbelt, könnte der ersten Geschichte „Die Hexe“ entsprungen sein, allerdings war die Frau da nicht hüllenlos, soweit ich mich erinnere, aber nacktes Fleisch zieht ja bekanntlich immer…^^
Für eine gebundene Ausgabe ist das Buch recht klein, es hat fast Taschenbuchformat und, nicht zu vergessen, es ist vom Autor signiert, was es schon zu einem kleinen Schätzchen im Regal macht, denn es gibt nur 500 Exemplare, meins übrigens hat die Nummer 5.
Dann kommt allerdings schon wieder meine leichte Abneigung gegen Kurzgeschichten ins Spiel, hier gibt es vier davon, eine in längerer Form sogar als eigenständiges Buch, da werden die Geschehnisse natürlich noch genauer ausgeleuchtet.
Hier ein kurzer Überblick:

„Die Hexe“: Officer Bryce Carrigan wird zu einem Unfall gerufen, was ihn nicht sonderlich wundert, immer wieder gibt es an der Stadtgrenze „Wildunfälle“, nur, dass nie irgendwelche Tiere auftauchen, dafür aber tote Menschen.
Die Frau diesmal hat allerdings überlebt, faselt aber irgendetwas über ein Kind, welch sonderbarer Zufall, denn die Gattin des Polizisten ist schwanger…

„Samstagabend bei Eddies“ ist sozusagen die Kurzfassung zu „Seelenhandel“, dieselbe Geschichte, nur eben etwas weniger ausgeschmückt, auch hier geht es natürlich um „Eddies Tavern“, wo man sich allabendlich trifft, mehr zu tun gibt es in Milestone ja nicht.
Diesmal erzählt der Sheriff von Reverend Hill, der allerdings eher Dämon als Priester zu sein scheint und der von jedem Einwohner eine besondere Art der Wiedergutmachung für begangene Sünden einfordert…
Da ich „Seelenhandel“ schon gelesen habe, war diese Geschichte nichts Neues für mich, trotzdem mochte ich sie von allen am liebsten, gerade, weil man auf so viele schräge Charaktere trifft.

„30 Meilen von Dry Country“ hingegen hat mir am wenigsten zugesagt.
Warrick Tanner, ein alter Mann warnt einen Durchreisenden vor Milestone und erzählt ihm seine Geschichte, die, nun ja, mehr würde zu sehr spoilern…

Und als Letztes wäre da noch „Das Palaver“: Ein Friseur ohne Kundschaft grübelt darüber nach, sein Geschäft endlich aufzugeben, als er einen seltsamen Besucher bekommt.
Der Herr berichtet  ihm über einen Barbier, der nach Milestone kommt und dort den alten leerstehenden Laden übernimmt, allerdings wird er nicht unbedingt freundlich aufgenommen und rächt sich auf seine eigene Art und Weise…

Die Stories an sich haben nichts miteinander, spielen aber eben alle in Milestone, einem merkwürdigen Ort, der ausgewählte Leute von außen „herbeiruft“ und andere schlicht und ergreifend auf seine eigene Art und Weise los wird.
Kurzum, es ist ein Ort ohne Seele, für den seine Bewohner nichts anderes als Spielfiguren sind, an sich Thema mit Potential und ich behaupte mal ganz kühn, mit einer durchgängigen Geschichte hätte mir das Ganze eher zugesagt, so gibt es leider nur 3,5 von 5 Blutlachen.

• Titel:                                      „Milestone“

• Autor:                                     Kealan Patrick Burke

• Verlag:                                   Voodoo Press

• Format:                                  Hardcover

• Seitenzahl:                           278 Seiten

• ISBN:                                      /, Sammlerausgabe

Genre:                                    Horror, Mystery

• Bewertung:

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Auslosung von Stefanie Mauchers „In Flammen“

And the winner is …

So, nein, ich habe es nicht vergessen, ich habe den Gewinner des signierten Exemplars von Stefanie Mauchers „In Flammen“ bereits gestern ausgelost, ich habe nur vergessen, es zu posten, also Asche auf mein Haupt und ich schiebe es mal auf das Alter, hüstel…
Die stolze Gewinnerin ist diesmal Nicole Plath, bitte melde dich bei mir, damit wir alles weiter klären können.

An dieser Stelle möchte ich mich natürlich auch noch einmal ganz herzlich beim Redrum Verlag und Michael Merhi für die Bereitstellung des Gutscheins bedanken.

Den Anderen drücke ich die Däumchen für nächsten Mal, es gibt schon bald wieder etwas zu gewinnen.^^

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„Profiling Murder – Blutige Tränen“ – Dania Dicken

Laurie Walsh war einmal Polizistin, nachdem sie jedoch einen Menschen erschossen hat, kündigt sie ihren Job, denn immer noch verfolgen sie die Bilder.
Inzwischen hat sie sich beruflich umorientiert und arbeitet sie als eine Art Streetworkerin, unterstützt Prostituierte und Süchtige, vermittelt ihnen Plätze in Entzugskliniken…
Jake McNeill, ihr ehemaliger Partner hingegen ist immer noch Polizist und sein neuester Fall hat es in sich, denn da draußen geht ein brutaler Mörder um, der Prostituierte foltert und verstümmelt, bevor er sie ermordet.
Das wiederum bringt Jake zurück zu Laurie, die ja jetzt direkten Kontakt zu den Frauen auf der Straße hat und sich so für ihn umhören kann.
Als jedoch eine ihrer Schützlinge nicht zum verabredeten Termin auftaucht, wird es für sie persönlich…

„Profiling Murder“ ist der erste Band der neuen Reihe von Dania Dicken, allerdings muss ich sagen, besonders beeindruckt hat er mich nicht.
Am Meisten gestört hat mich, das Laurie immer über alles bestens informiert war.
Sie ist keine Polizistin mehr, bekommt aber nach wie die gesamte Ermittlungsarbeit auf dem Tablett serviert.
Gut, sie war eine von ihnen, trotzdem ist das nicht üblich und auch nicht erlaubt, vielleicht übertreibe ich es ja, aber irgendwie geht mir das etwas gegen den Strich…
Klar lässt man den alten Partner mal teilhaben, aber so?
Was wirklich Neues gibt es auch nicht, aber gut, das ist heutzutage schwierig.
Trotzdem sind die Protagonisten austauschbar, weder Laurie, noch ihr ehemaliger Partner Jake haben etwas Besonderes, Laurie hat einen Menschen erschossen und daraufhin ihren Job gekündigt, jetzt kümmert sie sich um die Unterprivilegierten und fühlt sich gut dabei, der neue Fall ihres Partner weckt allerdings wieder so ein bisschen die Sehnsucht nach der Polizei und irgendwie ist an ihr ein Profiler verloren gegangen, denn sie äußert Vermutungen, die sich immer wieder als richtig herausstellen.
Aber reicht das aus, um die Leute bei der Stange zu halten?
Ich sage es mal so, für mich war es gut lesbar, aber eben weder Fall noch die Figuren haben etwas herausragendes, also werde ich den zweiten Teil abwarten und dann schauen, ob es sich lohnt, die Reihe weiter zu verfolgen.
Für den Einstieg gibt es von mir aus oben genannten Gründen 3.5 von 5 Blutlachen.

• Titel:                                      „Profiling Murder – Blutige Tränen“

• Autor:                                     Dania Dicksen

• Verlag:                                   beTHRILLED

• Format:                                  eBook

• Seitenzahl:                           137 Seiten

• ISBN:                           ASIN: B07NNR4RKC

Genre:                                     Thriller

• Bewertung:

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Kiefer Sutherland, „Up Close“, Hamburg, 03.04.2019

Flixbusdesaster …

Bisher habe ich mit FlixBus immer gute Erfahrungen gemacht, diesmal wurde ich allerdings eines Besseren belehrt, denn chaotischer hätte mein Trip nach Hamburg nicht verlaufen können…
Eigentlich sollte mein Bus in Leipzig 4:45 Uhr losfahren, an sich schon eine unchristliche Zeit, erst recht, wenn die Straßenbahn nur jede Stunde fährt und man schon so ewig am Busbahnhof wartet und dann kam der Bus einfach nicht, irgendwann wurde eine Verspätung angezeigt, okay, dann kam ein anderer Bus, der aber am falschen „Gleis“ hielt und auch nicht die richtige Nummer hatte.
Wie ich später erfuhr, war das mein Bus und die nette Flixbusmitarbeiterin klärte mich darüber auf, dass es meine Pflicht gewesen wäre, beim Fahrer nachzufragen…
Öhm, wenn da nicht meine Nummer und mein Ziel dransteht und er auch nicht am ausgeschilderten Punkt hält, warum sollte ich dann nachfragen?
Aber gut, da ich in Berlin eh 2 Stunden Aufenthalt hatte, bis der Anschlußbus nach Hamburg kam, war das an sich nicht ganz so schlimm, also hab ich mir zähneknirschend ein neues Ticket nach Berlin gebucht, blöderweise hatte der Bus dann 90 Minuten Verspätung, hieß, der Anschluss nach Hamburg war weg…
Dafür tauchte dann plötzlich ein anderer Bus nach Berlin auf, der auch Verspätung hatte und eigentlich schon fast 2 Stunden früher fahren sollte, mit dem bin ich dann notgedrungen gefahren, das war dann Ticket Nummer 3.
Am Ende konnte ich meinen gebuchten Platz nach Hamburg auch tatsächlich füllen, auch wenn es verdammt knapp war…
Nachdem ich die Unterkunft kurz gecheckt hatte, ging es zum Club, wo inzwischen schon ein paar Leutchen anstanden, bei meiner ersten Runde hatte noch gähnende Leere geherrscht.
Allerdings waren noch nicht so viele Irre vor Ort, ein guter Platz war also schon mal sicher und zu meiner Überraschung stellte ich fest, dass die beiden Mädels hinter mir aus Leipzig kamen und auch noch in derselben Unterkunft abgestiegen waren, ja, Zufälle gibt es.^^
Zum Glück war das Wetter gnädig mit uns und auch die Zeit bis zum Einlass ging doch recht fix um.
Ein kurzer Plausch mit der Security ließ uns außerdem erleichtert aufatmen, denn im Gegensatz zum Vortag gab es diesmal kein Fotoverbot.
Der Club an sich war klein, kuschelig und bestuhlt, mit meinem Platz in der zweiten Reihe war ich auch ganz zufrieden, mit meinem Sitznachbarn hatte ich draußen schon gequatscht, also befand ich mich auch noch in guter Gesellschaft.
Die Aufregung stieg und pünktlich um 20 Uhr betrat Kiefer Sutherland dann auch die Bühne und eröffnete den Abend vorerst noch allein mit „Calling out your name“, von Song zu Song gesellten sich dann immer mehr Bandmitglieder dazu, bis am Ende alle fünf auf der Bühne standen und ihr Bestes gaben.
Der Abend war sehr unterhaltsam, Kiefer sichtlich gut drauf und nachdem mein Nachbar einen hochgehalten hatte, auf dem er nach einem gemeinsamen Foto fragte, folgte eine kleine Unterhaltung in Zeichensprache, auch sehr amüsant, kurz und gut, wir sollten halt nach dem Konzert warten (ja, ich war so verwegen und hab mich einfach mit drangehangen, lach).
Nach „Agave“ gab es eine kleine Fragerunde, die einige wohl missverstanden hatten und nach einem Bild fragten, okay, ne Frage war das auch, aber nicht wirklich eine passende…
Nach fast zwei Stunden neigte sich der Abend dann dem Ende entgegen und wir warteten brav vor der Bühne, wo einer der Roadies uns mitteilte, es wäre keiner mehr da, wir könnten ruhig gehen, aber wir hatten ja noch ein Date…
Nach und nach leerte sich der Club und nachdem wir nochmal mit Security-Typen vom Einlass geredet hatten, meinte er, wir sollen doch einfach warten und tatsächlich kam kurz darauf eine Angestellte aus dem Backstagebereich und nah, uns mit nach hinten, was uns einige böse Blicke bescherte, aber hey, was solls…
Ein dickes Merci übrigens an den unbekannten Sicherheitsmenschen, you made my day.^^
Und so hatten wir am Ende zwischen aufgetafeltem Essen und Getränken sogar unser eigenes kleines privates Meeting, es gab Fotos, ein paar Worte wurden gewechselt und dann haben wir den guten Kiefer seinem Essen überlassen, man soll sein Glück ja nicht herausfordern.
Auf dem Weg zurück in den „Bedpark“ gabs noch Pizza und kostenlosen Grappa beim netten Türken nebenan, bevor die Sehnsucht nach einem Bett endgültig Oberhand gewann.
Dank meiner beiden netten Leipziger Begleiterinnen und deren fahrbarem Untersatz war ich dann am nächsten Tag auch noch eher als geplant wieder zu Hause und musste mich nicht wieder mit einem verspäteten Bus herumärgern…

Ja, und nun freue ich mich auf den Oktober, in Berlin oder Hamburg werde ich wohl wieder dabeisein, so es sich denn einrichten lässt. 😉

Setlist:

  1. Calling Out Your Name
  2. Open Road
  3. Shirley Jean
  4. Song For A Daughter
  5. Can’t Stay Away
  6. Something You Love
  7. Reckless And Me
  8. Faded Pair Of Blue Jeans
  9. Blame It On Your Heart
  10. Truth In Your Eyes
  11. Not Enough Whiskey
  12. Saskatchewan
  13. I’ll Do ANything
  14. This Is How It’s Done
  15. Honey Bee
  16. All She Wrote
  17. Down In A Whole
  18. Agave
  19. Rebel Wind
  20. Knocking On Heaven’s Door

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„Die Wiedererweckten des Herbert West“ – Tim Curran

Durch Matsch und Schützengräben …

Tim Currans Buch ist eine Hommage an H.P. Lovecrafts „Reanimator“, eine kleine Vorgeschichte praktisch, in der erzählt wird, was der im ersten Weltkrieg an der Front in Flandern getrieben hat, denn dort hat er natürlich genug Material, um seinem Hobby, dem Wiedererwecken von Toten, nachzugehen.
Wer jetzt aber denkt, er kann den guten Doktor bei seinen Experimenten begleiten, der irrt sich, denn hauptsächlich dreht sich das Geschehen um den amerikanischen Journalisten Creel, auf den Kriege und die Gefallenen eine besondere Faszination ausüben und so hat er sich den Briten angeschlossen, um das Leben im Schützengraben sozusagen live vor Ort mitzuerleben.
Die einstmals blühende Landschaft ist zerstört, die Gegend überall durchzogen von Schützengräben, in denen das Wasser steht und die aufgedunsenen Leichen der Soldaten vor sich hin verwesen, der perfekte Spielplatz für Tim Curran und seine fast schon plastische Erzählweise, gibt es doch matschige Leichen, in die man immer wieder tritt oder fette, vollgefressene Ratten, die hier ein tolles „All you can eat“ Angebot vorfinden.
Doch da draußen ist noch etwas, etwas schlimmeres als der Krieg, immer wieder verschwinden Männer spurlos, man findet angenagte Knochen und Spuren von bloßen Füßen und auch Creel bekommt immer mehr das Gefühl, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht…

Also eigentlich mag ich Curran und seinen Schreibstil ja sehr, man kann sich all die Abartigkeiten, über die er erzählt immer so richtig schön bildlich vorstellen.
Natürlich ist das auch hier so, die Gräuel des Krieges, die verwesenden, aufgedunsenen Leichen in den Schützengräben, ja, man kann sich durchaus ein Bild davon machen, wenn auch kein besonders schönes…
Trotzdem ist „Die Wiedererweckten des Herbert West“ nicht mein Buch, ich habe mich wirklich durchgequält und mehr als einmal überlegt, ob ich es nicht besser abbrechen soll.
Dabei hat mich der Klappentext durchaus neugierig gemacht, aber dieses seitenlange Robben durch Gräben und immer wieder diese Anspielungen, dass da draußen irgendwann ist, spätestens nach dem dritten Mal hat es mich einfach nur noch genervt.
Daran konnte dann auch noch das Wenige, was man tatsächlich über die titelgebende Figur erfährt, nichts mehr ändern, Herbert West kommt meiner Meinung nach in dem Buch einfach viel zu kurz, gerne hätte ich ein bisschen mehr über ihn und seine abartigen Experimente gelesen, anstatt immer wieder von Matsch und Schützengräben.
Allerdings muss ich dazu auch sagen, dass dieses ganze Erster-Weltkrieg-Thema an sich nicht meins ist, hätte ich vorher gewusst, dass es so im Vordergrund steht, hätte ich das Buch wahrscheinlich gar nicht erst zur Hand genommen.
Einen Pluspunkt neben dem Schreibstil gibt es fürs Cover, das die zerstörte Landschaft unter einem zugezogenen Himmel zeigt, sehr passend, aber leider macht das den Inhalt nicht wett und so bleiben am Ende nur 2,5 von 5 Blutlachen für Tim Curran, schade…

• Titel:                                      „Die Wiedererweckten des Herbert West““

• Autor:                                     Tim Curran

• Verlag:                                   Luzifer

• Format:                                  Klappenbroschur

• Seitenzahl:                           202 Seiten

• ISBN:                                      978-3-95835-330-5                     

Genre:                                    Horror

• Bewertung:

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„Garten der Schmetterlinge“ – Dot Hutchison

Der Gärtner geht um …

Ein Feuer in einem Gewächshaus, viele verletzte Mädchen und einige Tote, aber was ist geschehen?
Der Schlüssel dazu ist ein Mädchen, dass Maya genannt wird, auch wenn dies nicht ihr richtiger Name ist, sie wird von den FBI Agenten Victor Hanoverian und Brandon Edison verhört.
Victor hat selbst eine Teenager-Tochter und ist entsetzt über den Zustand der jungen Frau, die ihm gegenübersitzt, er hat Mitleid, weiß aber auch, dass sie die einzige Chance ist, herauszufinden, was wirklich passiert ist, denn die anderen weigern sich zu reden.
Maya hingegen spricht, sehr vorsichtig und nur Stück für Stück, einen Teil der Geschichte haben sie sich bereits selber zusammengereimt.
Da war dieser Mann, schlicht und ergreifend „der Gärtner“ genannt, der seit Jahren junge Mädchen entführte und in einem großen Gewächshaus von der Außenwelt abschirmte, ihnen riesige Schmetterlingsflügel auf ihre Rücken tätowierte und sie als sein Eigentum betrachtete, natürlich hatten sie auch ein Verfallsdatum…
Maya ist sozusagen das Sprachrohr dieser Mädchen, aber ist sie wirklich auch ein Opfer oder hat sie gar mitgemischt?
Ihre rätselhaften Antworten machen das Verhör nicht gerade einfacher…

Ich muss gestehen, obwohl der Klappentext mich ziemlich neugierig gemacht hat, fand ich das Buch nicht so ganz überzeugend, gerade diese „Wendung“ am Ende (Kann man das überhaupt so nennen?) fand ich irgendwie unpassend, zu sehr konstruiert…
Allerdings hatte ich mit den Figuren auch so meine Probleme.
Ja, Maya hat viel durchgemacht und müsste einem eigentlich leid tun, aber irgendwie war da die ganze Zeit so ein Gefühl, irgendetwas an ihr stört mich einfach total und das ist nicht allein die Tatsache, dass sie bis zum Schluss etwas verbirgt.
Sie wirkt abgebrüht, irgendwie berechnend, nicht besonders warmherzig, was immer wieder mit ihrer persönlichen Geschichte begründet wird.
Der Gärtner, nun ja, ich finde, er bekommt einfach zu wenig Spielraum, zwar ist er ständig zugegen, aber man erfährt doch relativ wenig über ihn, so frage ich mich zum Beispiel die ganze Zeit, wie zum Geier er es hinbekommen hat, dass seine Frau von all dem nichts mitbekommen hat und das, obwohl sie in Sichtweite spazieren geht.
Wahrscheinlich hinterfrage ich einfach wieder viel zu viel, aber das lässt mich dann eben unzufrieden zurück…^^
Die Story an sich finde ich schon irgendwie faszinierend, ein Mann, der Mädchen wie Schmetterlinge sammelt und brandmarkt, sozusagen, allerdings bleiben mir zu viele Dinge ungeklärt, zum Beispiel, warum die Schmetterlinge in ausgerechnet in diesem Alter abtreten mussten.
Klar, er wollte schöne Exponate, trotzdem bin ich der Meinung, man hätte durchaus etwas näher auf diesen Punkt eingehen können.
Durchaus gelungen ist für mich auch die Erzählweise, Maya wird vernommen und gibt ihr Wissen nur häppchenweise preis.
Immer, wenn sie etwas erzählt und die Ermittler auf Klärung hoffen, wirft sie neue Fragen auf, wieder und wieder.
Danach gibt es jedes Mal eine Art Rückblick, was eben damals passiert ist, klug gelöst und trotzdem fehlt mir irgendwas…
Das Cover ist in schlichtem Grau gehalten mit einem einfachen weißen Schmetterling in der Mitte, da ist nichts mit den farbenfrohen Flügeln, von denen immer wieder die Rede ist, aber es ist passend, denn grau war der Alltag im Garten ja durchaus.
Alles in allem ein gutes Buch mit einem interessanten Plot, mit dessen Ende ich mich jedoch etwas schwergetan habe und so gibt es dafür von mir 3,5 von 5 Blutlachen…

• Titel:                                      „Garten der Schmetterlinge“

• Autor:                                     Dot Hutchison

• Verlag:                                   Edition M

• Format:                                  Taschenbuch

• Seitenzahl:                           348 Seiten

• ISBN:                                      978-1503940987

Genre:                                    Thriller

• Bewertung:

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„Hunting Evil“ – Chris Carter

Get ready,  Grasshopper …

Nun ist er also endlich erschienen, der zehnte Teil der Hunter und Garcia Reihe von Chris Carter, allerdings erstmal nur auf Englisch.
Was uns erwartet, wird ja schon am Ende des letzten Buches kurz angedeutet, Lucien Folter, Robert Hunters Studiengefährte, inzwischen allerdings ein gemeingefährlicher Psychopath, ist aus dem Hochsicherheitsgefängnis geflohen.
Wie er das angestellt hat, bleibt den Ermittlern erstmal verborgen, aber natürlich zieht er eine Blutspur hinter sich her.
Hunter soll an diesem Fall mitarbeiten, weigert sich jedoch vorerst, bis er erfährt, das Lucien ihm eine Nachricht hinterlassen hat, in der er ihn direkt mit Grasshopper, seinem Spitznamen für ihn, anspricht.
Und natürlich weiß er auch, dass sein alter Freund sich mit ihm in Verbindung setzen wird, immerhin gibt er ihm die Schuld für seinen Gefängnisaufenthalt.
Trotz inzwischen 10-jähriger Partnerschaft weiß Garcia nichts von Lucien, damals befand er sich ja im Urlaub und Robert hat ihm nie davon erzählt, was er jetzt nachholen muss.
Doch irgendwie kann Carlos nach all den Fällen nicht glauben, dass Folter schlimmer sein soll, als all die anderen Mörder, die sie bisher zur Strecke gebracht haben, allerdings wird er schon bald eines Besseren belehrt, denn Lucien meldet sich tatsächlich telefonisch bei Hunter.
Mithilfe eines Rätsels soll er herausfinden, was Folter plant und worauf er und sein Team dabei stoßen, ist erschreckend…

„… Understand this – murder is a very personal act. It is perhaps the most personal of all human interactions. What electrifies the blood inside a killer’s veins, what makes the heart of a killer beat faster and faster, is the direct contact with the victim and the God-devine connection it creates. Looking into the victim’s eyes, sensing his/her fear, smelling it, savoring it, owning it… there is Nothing like it. It’s a feeling so powerful that it changes you. It alters your perception, your brain, your being …“ (Seite 289)

Außerdem ist da noch Tracy, mit der sich Hunter nach wie vor trifft und natürlich bekommt auch sein aufmerksamer Gegenspieler davon Wind, woraufhin er ihm eine kurze Nachricht schickt, mit der Robert da allerdings noch nichts anzufangen weiß.

„How do you kill someone without actually kill them? It’s easy, Grasshopper. You empty their soul, only to refill it with pain … you take away what they love the most.“ (Seite 334)

Wer jetzt allerdings denkt, es geht Tracy an den Kragen, der kennt Lucien nicht, denn das wäre viel zu einfach, er geht da wesentlich perfider vor …

Ach was habe ich auf das Buch gewartet und immer wieder drüber nachgedacht, mir die Originalversion vorzubestellen, nachdem es dann hieß, die ersten 1000 Exemplare sind signiert, habe ich zugeschlagen, na ja, Geduld war halt noch nie meine Stärke.
Erstaunlicherweise fiel mir das Lesen auf Englisch nicht wirklich schwer, (ich hatte ja schon bei „The Caller“ keine Probleme, das habe ich bis heute nicht auf Deutsch gelesen) ich weiß nicht, ob es am Schreibstil liegt oder einfach nur daran, dass ich die meisten Namen und Bezeichnungen aus den anderen Büchern schon ja schon kenne, aber egal…^^
Hunter und Garcia sind nach wie vor ein Dreamteam, auch wenn Carlos erst einmal über den Erzfeind seines Partners aufgeklärt werden muss, was mich ehrlich gesagt etwas verwundert hat, denn die beiden arbeiten nun schon so lange zusammen und er hat ihn nie erwähnt?
Grübel…
Ich liebe Garcia einfach für Sätze wie: „… but this is the United States of America – the land where money talks and bullshit runs the marathon…“
Wie immer, so gibt es auch diesmal wieder einen kleinen Rückblick in Hunters Vergangenheit, diesmal natürlich vor allem in sein Leben an der Uni, das doch etwas anders war, als vielleicht gedacht.
Außerdem habe ich auch Tracy irgendwie ins Herz geschlossen und war gespannt, was ihr wohl blühen wird, denn wie Chris mir im Interview erzählt hat, ist sie der einzige Charakter, der auf einer realen Person basiert, seiner Freundin und die über die Klinge springen zu lassen, wäre wohl eher kontraproduktiv, aber wer weiß…^^
Bevor ich aber noch weiter abdrifte, hier mein Fazit: „Hunting Evil“ ist wieder ein sehr gelungener Carter und Lucien wie schon in „Die stille Bestie“ ein würdiger Gegner, lediglich das Ende hatte mir ein bisschen zu viel „Bums“, lach und so gibt es diesmal 4,5 von 5 Blutlachen und natürlich eine unbedingte Leseempfehlung für alle Hunter-Fans.

• Titel:                                      „Hunting Evil““

• Autor:                                     Chris Carter

• Verlag:                                   Simon&Schuster

• Format:                                 Hardcover

• Seitenzahl:                           485 Seiten

• ISBN:                                      978-1-4711-7952-5

Genre:                                    Thriller

• Bewertung:

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„Der Leichenficker – Vendetta“ – Ethan Kink

Komm wir spielen Bonnie und Clyde …

„Der Leichenficker“ schrie ja förmlich nach einer Fortsetzung und hier ist sie nun auch endlich.
„Vendetta“ beginnt unmittelbar nach dem ersten Teil, Carina lässt Erik davonkommen, allerdings muss er sich dafür mit ihr auf einen Feldzug gegen das Verbrechen begeben, da sie selbst ja nun nicht mehr für die Polizei arbeitet, muss sie sich auch an keine Regeln mehr halten, dafür verfügt sie immer noch über Informationsquellen unter den alten Kollegen und ist so über das Treiben der Fieslinge bestens im Bilde.
Erik hingegen ist sich erstmal nicht so ganz sicher, stand er doch bisher eher auf der Seite der Verbrecher, Carina oder auch Lady Sina haben ihm jedoch gründlich den Kopf verdreht, also sagt er zu und so starten sie Bonnie-und-Clyde-mäßig ihre Aufräumaktion.
Doch nicht nur die beiden melden sich abwechselnd zu Wort, nein, es gibt noch jemanden, der mitmischt, ein Fan des Leichenfickers, der ihn nur zu gerne zurück auf der Bühne sehen würde und da seine anfänglichen Botschaften nicht so recht für voll genommen werden, greift er bald zu härteren Mitteln und will erst aufhören zu morden, wenn sein großes Idol mit seiner Show zurückkehrt.
Nach langen Diskussionen sind sich Carina und Erik einig, warum nicht das Geforderte mit etwas Nützlichem verbinden, immerhin rennen da draußen ja genug Gangster herum, die man vom Antlitz der Erde tilgen kann.
An sich ein guter Vorsatz, nur leider verläuft natürlich nichts wie geplant…

Optisch passt Das Buch prima zum Vorgänger, gleiche Farben, gleiche Schrift und das gleiche -Tja, wie nennen wir es am Besten?- „Ding“ auf dem Cover, dafür gibt’s schon mal einen Daumen nach oben.
Aber hält der Inhalt auch, was die Verpackung verspricht?
Carina und Erik haben sich nicht wirklich verändert, beide haben immer noch mächtig ein Rad ab, Erik bekommt nach wie vor Besuch von seiner toten Mutter und die möchte seine bessere Hälfte schnellstens loswerden, ihr Sohnemann ist ihr jedoch total verfallen, vor allem lässt er sich auch ganz gerne mal von Lady Sina zeigen, wie der Hase läuft.
Und auch gemeinsame Aktivitäten stärken ja bekanntlich jede Partnerschaft, selbst wenn sie sich um ein Waffensammelsurium im Keller drehen.
Doch nicht nur Erik und Carina lassen uns abwechselnd an ihrer Sicht der Dinge teilhaben, es gibt noch eine dritte Person, der wir bei ihren Taten über die Schulter schauen dürfen …
Ethan Kinks „Der Leichenficker – Vendetta“ ist eine gelungen Fortsetzung mit einem gut gewähltem Ende, das ich irgendwie erahnt habe, was dem Ganzen aber keinen Abbruch tut und so gibt es diesmal 4 von 5 Blutlachen für all die durchgeknallten Protagonisten.

• Titel:                                      „Der Leichenficker – Vendetta““

• Autor:                                     Ethan Kink

• Verlag:                                   Redrum

• Format:                                  Taschenbuch

• Seitenzahl:                           264 Seiten

• ISBN:                                      978-3959570275

Genre:                                    Hardcore

• Bewertung:

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Interview und Verlosung zu „In Flammen“ von Stefanie Maucher, 04.05.2019

So liebe Gemeinde, nachdem ich Stefanie MauchersIn Flammen“ gelesen habe, musste ich unbedingt ein paar Fragen an sie loswerden, das Ergebnis findet ihr gleich hier.
Außerdem war ich der Meinung, es ist mal wieder an der Zeit, etwas zu verlosen und so habt ihr bis zum 13.05.2019 die Gelegenheit, ein signiertes Exemplar von „In Flammen“ zu gewinnen und könnt so zumindest als Leser an Sandras kleinem Rachefeldzug teilhaben.
Schreibt mir einfach in die Kommentare, wie ihr euch rächen würdet, es muss übrigens nicht zwangsläufig der Ex sein.^^
Und jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim schnuckeligen kleinen Interview.

Liebe Stefanie, nachdem ich dein Buch gelesen habe, müssen wir unbedingt reden …
Nein, keine Sorge, ich will keine Tipps von dir, wie man ungeliebte Personen am besten loswird, wobei mir da ganz spontan einige einfallen würden.
Aber fangen wir ganz harmlos an:
Nach „Fida“ und „Franklin“ war es ja recht ruhig bei dir, nimmt dich dein Lektorenjob sehr in Anspruch oder können wir in absehbarer Zeit mit etwa Neuem aus deiner Feder rechnen?

Tatsächlich bindet mich mein Job als Lektorin zeitlich stark ein und leidet die Lust, selbst zu schreiben, wenn man den ganzen Tag schon mit fremden Texten gearbeitet hat. Abends locken dann eher Amazon Prime oder Netflix. Andererseits habe ich so die Gelegenheit, mit wirklich vielen kreativen Köpfen zu arbeiten, was auch inspirierend sein kann. Simone Trojahn, Moe Teratos oder Ausnahmetalente wie Reyk Jorden gehören dazu und mein Job macht mir wirklich riesigen Spaß. Trotzdem komme ich gar nicht drumrum, selbst in die Tasten zu hauen, denn den Verlagsvertrag für mein nächstes Buch gibt es bereits, ebenso die Idee und ein halbfertiges Manuskript. Ich lasse mich nur noch nicht auf den genauen Zeitpunkt der Veröffentlichung festnageln.

Butter bei die Fische, wie viel Sandra steckt wirklich in dir?
Müssen wir uns Gedanken um dein Seelenheil machen?

Es wäre gelogen, würde ich behaupten, dass Sandra so gar nichts von mir selbst mitbekommen hat. Natürlich steckt viel vom eigenen Liebeskummer und dem damit einhergehenden düsteren Gedankengut in »In Flammen«. Begonnen, es zu schreiben, hatte ich, als ich noch in der Wohnung meines Exfreundes lebte, zwei Wochen nach dem Schlussmachen, als die Sache noch richtig schön wehtat. Nicht mit dem Vorsatz, es jemals zu veröffentlichen, sondern um ein Ventil zu schaffen und mich auf eine kreative Art davon abzuhalten, tatsächlich so durchzudrehen, wie es die gute Sandra im Buch tut. Das ist ganz gut gelungen und auch mein Exfreund hat überlebt, darum müsst ihr euch wohl keine Sorgen machen.

Fühlt man sich tatsächlich besser, wenn man sich (zumindest in schriftlicher Form) mal so richtig ausgetobt hat?
Vielleicht sollte ich das ja auch mal ausprobieren …

Ja, das wirkte absolut befreiend. Und nachdem ich meinem Ex ein signiertes Exemplar zum Valentinstag geschickt hatte – samt zum Buch passenden Accessoire –, hatte ich auch nicht mehr das Gefühl, die einzige Verarschte zu sein. Rache kann so schön sein, insbesondere wenn man sie kalt genießt … Und selbst dann, wenn sie nur auf dem Papier stattfindet.

Wie lange hast du zum Schreiben gebraucht?
War es eine Art „Gedankenblitz“ – manchmal hat man ja so Sachen, die sich fast von alleine schreiben, weil sie einen im Hirn rumgeistern – oder hast du dich eher schwergetan damit?

Der erste Teil – in dem Sandra noch nähesuchend in den Gedärmen des Exfreundes wühlt – schrieb sich quasi von selbst. Danach ließ ich das Manuskript eine ganze Zeitlang liegen, widmete mich dem Aufbau »meines neuen Lebens« und der die Miete bezahlenden Arbeit, bevor ich den Rest an einem langen Wochenende fertig schrieb. Die eigentliche Schreibzeit betrug nicht mehr als eine oder zwei Wochen, was dauerte, war selbst an den geistigen Punkt zu kommen, der das Buch erst richtig gut macht. Den, an dem man die Trauer überwunden und den Spaß wiedergefunden hat … »In Flammen« habe ich an so unterschiedlichen Wegpunkten begonnen und beendet, dass man fast davon sprechen könnte, das Buch hätte zwei Autorinnen.

Einige Dinge aus „In Flammen“ sind ja durchaus „biografisch“, ich weiß zum Beispiel, dass du in Thailand warst, auch für mich ein durchaus interessantes Reiseziel.
Fiel es dir schwer, mit der Mentalität dort zurechtzukommen?
Was hat dich am meisten beeindruckt?

Im Gegenteil, die dortige Mentalität habe ich geliebt. Obendrein war das Hotel der Hammer, die Strände tatsächlich wie aus dem Reiseprospekt und das Essen … Und spätestens nach der ersten Thaimassage, die zwar wehtat, doch nach der sich mein Rücken um zwanzig Jahre verjüngt anfühlte, war es um mich geschehen. Am meisten beeindruckt hat mich jedoch die Unterwasserwelt. Dort habe ich meinen ersten Wracktauchgang gemacht und eine Artenvielfalt zu Gesicht bekommen, die unvergleichlich ist. Auch meine erste Begegnung mit einer Schildkröte in freier Wildbahn fand dort statt. Ich weiß nicht, warum, aber ich liebe Schildkröten …

Können wir vielleicht sogar damit rechnen, das eines deiner Werke demnächst in wärmeren Gefilden spielen wird oder bleibst du doch lieber hier in Deutschland?

Eines meiner kommenden Werke wird tatsächlich nicht in Deutschland spielen, das habe ich in den Vereinigten Staaten angesiedelt. Ansonsten: Gut möglich, dass weitere Urlaubseindrücke Einfluss in meine Bücher finden. Dazu müsst ihr aber erst mal fleißig »Fida«, »Franklin« und »In Flammen« und generell ganz viele REDRUM-Bücher lesen, damit ich mir das Sammeln dieser Eindrücke auch leisten kann. 😉

Ich danke dir für deinen kleinen Seelenstriptease und bin gespannt, was uns erwartet.^^

Bitte, bitte, war mir auch ne absolute Ehre und so …

Stefanie Maucher, Moe Teratos und Michael Merhi auf der LBM 2019

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