„Heute hat die Welt Geburtstag“, Lesung Flake, Leipzig, 24.11.2018

Wenn es schon nächstes Jahr dank chaotischem Ticketvorverkauf kein Rammstein für mich gibt, so konnte ich doch zumindest ein Ticket für Flakes Lesung im Kupfersaal ergattern, von der ich eher durch Zufall erfahren hatte.
Seine beiden Bücher, sowohl „Der Tastenficker“, als auch „Heute hat die Welt Geburtstag“ haben mich gut unterhalten und mich immer wieder zum Lachen gebracht, also konnte ich mir das natürlich nicht entgehen lassen.

Selbst das miese Wetter konnte mich nicht davon abhalten, überpünktlich (na ja, in dem Fall eine Stunde vor Einlass^^) vor Ort zu sein, immerhin standen schon sechs Leutchen da, was mir einen Platz in der ersten Reihe garantierte.
Im Kupfersaal war ich vorher auch noch nicht, schön, so doch immer mal wieder was neues kennenzulernen, eine tolle Location für kleinere Veranstaltungen.

Nach einer Stunde hatte sich der Saal gefüllt, ein in schwarz gekleideter Flake betrat die Bühne und richtete erstmal ein paar Worte ans anwesende Publikum, er entschuldigte sich im Voraus für sein Stottern, das immer wieder durchkommt, wenn er aufgeregt ist oder vor vielen Leuten reden muss und spätestens da war klar, in welche Richtung der Abend geht und dass er sich selbst nicht ganz so ernst nimmt.

Überhaupt hat er eine sehr unterhaltsame Art, dieses fast schon dümmlich-naive (und nein, das meine ich nicht negativ) kauft man ihm sofort ab, auch wenn ich mich natürlich frage, wieviel davon Show ist.
Dass er keine leichte Kindheit hatte und gerne mal als Opfer auserkoren wurde, kann jeder irgendwie nachvollziehen, vielleicht macht ihn ja auch gerade das so sympathisch, kein Gerede über große Preisverleihungen, dafür über den Horror der Sportstunden in der Schule oder den Gestank pulverisierter Fische auf der Bühne …
Und irgendwie kann man Rammstein das böse Buben Image nach so einem Abend auch nicht mehr so richtig abnehmen, zu amüsant sind die Geschichten, die Flake zum besten gibt oder eben aus seinem Buch vorliest.

Dass er die Leute dann mit dem Gedanken an die eigene Beerdigung und dem Nachgrübeln darüber, welchen Song man wohl spielen sollte, entlässt, bringt mich ein letztes Mal zum Schmunzeln und auch wenn er Fotos ablehnt, so signiert er doch danach bereitwillig und geduldig alles, was ihm entgegengestreckt wird, eine Chance, die natürlich auch ich mir nicht entgehen lasse.
Am Ende blicke ich zurück auf eine wirklich gelungene, lustige Lesung und hoffe auf Buch Nummer 3, dass dann hoffentlich auch wieder live präsentiert wird.
Danke für diesen Einblick in deine Welt, Flake, jederzeit wieder …

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