„Komm, wir spielen bei den Adams“ – Mendal W. Johnson

Nachdem nun schon der dritte Band der Pulp Legends von Festa an die Türe klopft und ich zu meiner Schande noch nicht mal den ersten gelesen hatte, musste ich das natürlich gleich im neuen Jahr ändern und was soll ich sagen, der Einstieg in die neue Reihe ist sehr gelungen …

Barbara, 20, Studentin, kindlich-naiv, möchte einmal Lehrerin werden und da ist der Nebenjob als Kindermädchen natürlich perfekt.
Eine Woche soll sie während der Abwesenheit der Adams auf die beiden Kinder, die 10-jährige Cindy und ihren 3 Jahre älteren Bruder Bobby aufpassen, beide scheinen sie zu mögen und akzeptieren sie sofort.
Da ahnt Barbara allerdings noch nicht, dass ihr genau das zum Verhängnis werden wird.
Zum nachmittäglichen Baden am Fluss tauchen meist auch noch die Freunde der Geschwister auf, John (16) und Paul (13) mit seiner Schwester Dianne (17), die fünf bilden ein eingespieltes Team.
Als Barbara eines morgens erwacht, die Gliedmaßen an die Bettpfeiler gefesselt, ist sie natürlich nicht sonderlich begeistert, erst recht nicht, als sie hört, dass der ältere Spross der Adams Family sie mit Medikamenten seines Vaters, der Arzt ist, ruhiggestellt hat.
Doch zunächst hält das Kindermädchen das Ganze für ein Spiel, dass ihr zwar nicht gefällt, aber sie beschließt, mitzuspielen, denn irgendwann werden die Kids sicherlich die Lust daran verlieren.
Mit dem Einfallsreichtum und der Fantasie der kleinen Terrorbande hat sie allerdings nicht gerechnet, was mit kleinen Fesselspielchen und Demütigungen beginnt, erreicht den ersten Höhepunkt, als man ihr die Kleider vom Leib schneidet …

„Welches Spiel?“
Dianne berührte Barbaras Wange mit ihren Fingern. „Das, was alle spielen“, sagte sie. „Das >Wer-gewinnt?<-Spiel.“ Sie wirkte sehr zufrieden mit ihrer zirkulären und unwiderlegbaren Logik. „Menschen töten Menschen“, sagte sie. „Verlierer verlieren.“ (Seite 427)

Irgendwie habe ich momentan das Gefühl, ich werde von Kindern mit krimineller Energie verfolgt, angefangen mit „Wenn Kinder töten“ von Stephan Harbort, über „Das Flüstern des Teufels“ von A. M. Arimont, ist „Komm, wir spielen bei den Adams“ wohl ohne Frage der Gipfel der Berechnung und Brutalität.
Sicher hat sich als Kind wohl jeder von uns mehr als einmal über die unfaire Überlegenheit der Erwachsenen geärgert, darüber, dass sie über alles bestimmen und immer Recht haben wollen…
Aber mal ehrlich, wer kommt auf solche abscheulichen Gedanken?
Leute mit schwachen Nerven sollten definitiv einen Bogen um dieses Buch machen, denn es geht um Demütigung, Folter, darum, den Anderen hilflos ausgeliefert sein und es zeigt, welch kranke Fantasien schon in „unschuldigen“ Kindern stecken, die hier übrigens immer wieder als besonders liebreizend und gutaussehend beschrieben werden, tja, so kann man sich täuschen.
Für die Teufelsbrut, ihre Freunde und das Wissen, was sich hinter dem doch recht harmlos klingendem Titel „Komm, wir spielen bei den Adams“ verbirgt, gibt es von mir erschreckende 4,5 von 5 Blutlachen, zu bemängeln habe ich eigentlich nur das Cover, das so gar nicht meins ist …

• Autor:                                    Mendal W. Johnson

• Verlag:                                  Festa

• Format:                                 Hardcover

• Seitenzahl:                           457 Seiten

• ISBN:                                      / (Pulp Legends)

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