„Der Monstrumologe und das Drachenei“ – Rick Yancey

Die Zeit ist eine Linie, aber wir sind Kreise…

Will Henry ist inzwischen erwachsen und lebt sein eigenes Leben, fernab vom Doktor und dessen Monstern, Walthrop hingegen ist alt, gebrochen, lässt sich gehen und dass bekommt sein ehemaliger Lehrling per Brief mitgeteilt.
Trotz allem fühlt der sich irgendwo tief drinnen noch immer verantwortlich und macht sich auf den Weg zu seinem alten Herrn und Meister, ein erschreckend abgemagerter und verwahrloster Doktor steht im schließlich gegenüber und beschwört längst vergessene Erinnerungen herauf.

„… Wir betrachteten einander über die riesige Fläche hinweg, die uns voneinander trennte.
Er in mir.
Ich in ihm.
In der Düsternis könnte er als Opfer eines seiner abscheulichen Exemplare durchgehen – das todeslüsterne Grinsen, die großen, starr blickenden Augen, das blasse, verfallene Fleisch. In gewisser Hinsicht war er das vielleicht sogar.
Bitte verlass mich nicht, hatte er mich einmal angefleht. Du bist das Einzige, das mich noch Mensch bleiben lässt…“

Das Wiedersehen ist geprägt von gegenseitigen Vorwürfen, Warthrop immer noch so stur und unbelehrbar wie eh und je.
Doch auch seinen Schützling lernt man in diesem Buch von einer anderen Seite kennen, war Will bisher immer der kleine Junge, der nur Befehle ausführte, hat auch er inzwischen seine kindliche Unschuld verloren.

Immer wieder gibt es Zeitsprünge, zurück zu Wills Ankunft, seinen Begegnungen mit Lilly bis hin zu dem Ereignis, das ihn dazu bringt, den Monstrumologen endgültig zu verlassen.
Doch jetzt ist er zurück und alles bricht wieder über ihn herein…

Lange habe ich gebraucht, um das letzte Buch der reihe zu lesen, einfach, weil ich mich nicht von Will Henry und dem Doktor trennen wollte und vielleicht auch, weil ich wusste, dass die ganze Sache einfach kein gutes Ende nehmen kann, aber das ahnt man ja bereits sehr früh.
Trotzdem war das Ende ein bisschen enttäuschen, tatsächlich ist der 4. Teil für mich auch der schwächste, nicht wirklich schlecht, aber eben anders als die Vorgänger.
Das Springen durch die verschiedenen Zeiten empfand ich als sehr anstrengen, weil ich ständig überlegen musste, zu welchen Geschehnissen das gerade gelesene nun gehört.
Bereits der erste Teil beginnt ja mit dem Auffinden der Tagebücher und der Frage, wer der Schreiber wirklich war, die Antwort darauf finde ich jedoch eher unbefriedigend, aber irgendwie auch wieder passend…
Das Cover und die Illustrationen machen das Buch wieder zu einem Augenschmaus und so gibt es trotz einiger Kritikpunkte auch diesmal von mir wieder 4 von 5 Blutlachen, ein kleines Tränchen zum Abschied kann ich mir allerdings nicht verkneifen…

• Autor:                                    Rick Yancey

• Verlag:                                  Lübbe

• Format:                                 Taschenbuch

• Seitenzahl:                           250 Seiten

• ISBN:                                      978-3-7857-2515-3

 Genre:                                   Horror, Fantasy

• Bewertung:

 

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