Interview André Wegmann oder: Wie der Albino Devil mich verfolgt…, 21.01.2019

Heute habe ich mir für euch mal wieder jemanden aus der schier endlosen Masse von Autoren herausgepickt, der mir Rede und Antwort steht und zwar Andrè Wegmann.
Im April 2015 habe ich „Albino Devil“ gelesen, mein erstes Buch von ihm, dass mich noch nicht ganz aus den Latschen gehauen hat.
Dafür habe ich es tapfer nochmal probiert, als „Kutnà Hora“ und „Blutwahn“ im Redrum Verlag erschienen und siehe da, diesmal war es doch tatsächlich was für mich und deswegen freue ich mich, André als Interviewpartner gewonnen zu haben.

  • Hallo André, schön, dass du dir Zeit für mich nimmst.
    Die meisten hier dürften dich ja schon kennen, bei allen Anderen wird es dann langsam Zeit.
    Für alle Unwissenden hier noch mal ein paar Infos auf die Schnelle, klickst du hier und da.

Hallo Anett, sehr gerne!

  • Fangen wir ganz von vorne an, warst du schon als Kind eine Leseratte?

Ja, in der Tat, ich habe schon in recht jungen Jahren faszinierende Bücherwelten entdeckt. Ich erinnere mich zum Beispiel daran, nahezu alle Karl-May-Romane als Kind gelesen zu haben. Da war ich dann fürs Cowboy und Indianer spielen natürlich bestens gerüstet. Auch mit gruseligem Lesestoff kam ich schon früh in Berührung, nämlich als ich das Buch zum Film „Alien“ las.

  • Und wie sah es mit dem Schreiben aus?
    Hast du dir als kleiner Junge schon Geschichten ausgedacht oder kam das erst später?

Das kam erst später. Allerdings habe ich schon frühzeitig in der Schule gemerkt, dass ich sprachliche Fächer eher mag als Naturwissenschaften oder Mathe.

  • Erinnerst du dich noch an deine ersten Schreibversuche oder sogar noch an die allererste Story?

Sicher wurde auch manchmal in der Schule verlangt, die eine oder andere Geschichte zu schreiben, aber daran erinnere ich mich nicht mehr im Detail. Bewusst die ersten Schreibversuche unternahm ich vor vielleicht 15 Jahren in Form von zwei traurigen Kurzgeschichten, die ich dann in diversen Schreibforen veröffentlichte. Mir gefielen die Storys, aber die selbsternannten Schreibexperten dort haben sie teilweise ordentlich auseinandergenommen. Na ja, irgendwie verlor ich das Schreiben dann wieder aus den Augen und erst mit KPD, also der Möglichkeit über Amazon im Selfpublishing zu veröffentlichen, kam ich wieder dazu. Zu der Zeit fing ich an, nebenbei als Texter zu arbeiten und um etwas Abwechslung beim Schreiben zu haben, verfasste ich die Horrorstory „Sonne des Grauens“. Die schoss an Weihnachten 2011 bis auf Platz 2 der gesamten Kindle-Charts und von da an nahmen die Dinge ihren Lauf.

  • Du scheinst dem Horror ja sehr zugetan zu sein, deine Krimi-Reihe kenne ich allerdings noch gar nicht (und einigen Lesern geht es da sicherlich ähnlich), magst du etwas dazu erzählen?

Nach einigen Horror-Geschichten wollte ich endlich mal einen Thriller schreiben, also entstand vor rund 3 Jahren „Caught – In den Fängen des Bösen“. Da ich das Meer mag und es von hier nicht weit zur Nordsee ist, habe ich die Geschichte dort angesiedelt. Einige Zeit nach der Veröffentlichung sprach mich der Klarant Verlag an, der sich auf Ostfrieslandkrimis spezialisiert hat, ob ich nicht Lust hätte, bei ihnen zu veröffentlichen und eine Serie zu machen. Also wurde das Buch neu aufgelegt und es kamen weitere Teile dazu. Im Gegensatz zu manch anderen Regionalkrimis handelt es sich bei meinen Thrillern aber schon um recht deftige Storys mit hohem Härtegrad. Im Vordergrund steht der Privatermittler Michael Jesko und es gibt eine gute Portion Lokalkolorit, aber es geht auch um tiefe menschliche Abgründe und die Bücher sind nichts für allzu zartbesaitete Leser. Wer also meine Horrorromane bei Redrum mag, sollte auch ruhig mal der Krimi-Reihe eine Chance geben.

  • Haben deine Protagonisten reale Vorbilder?

Eigentlich weniger. Es kann sein, dass ich bei der Entwicklung einiger Protagonisten eine bestimmte Person, zum Beispiel eine Schauspielerin, vor Augen hatte, aber eher selten.

  • Chris Carter hat mir zum Beispiel erzählt, dass er in seinen Büchern alle seine Lehrer getötet hat, bist du ähnlich nachtragend?

Haha, nee bisher hatten auch die Opfer keine realen Vorbilder, aber die Idee ist gut. Ich werde bei zukünftigen Opfern auch mal im Geiste meine Lehrer durchgehen. Es finden sich da sicher einige, zum Beispiel die, welche dem schweigsamen Jungen aufgrund mangelnder mündlicher Beteiligung in Deutsch gerne lediglich 3 oder 4 gegeben haben. 😉

  • Muss ich Angst davor haben, als Hackfleisch zu enden, wenn meine Rezension nicht voll der überschwänglichen Lobes ist? Bei Autoren ist das ja immer so eine Sache, da kommt man schnell mal unter die Räder, im wahrsten Sinne des Wortes…

*Etwas näherkomm. Hattest du nicht „Albino Devil“ in der Originalversion, also die Redrum-Variante kommt jetzt ja bald erst noch, nur 3 Sterne gegeben? Und bei „Blutwahn“ war es dir zu viel Sex … tz. *Auf die Schulter klopf … Nein entspann dich, ich kann auch mit Kritik leben, solange sie konstruktiv ist, und lasse jedem seine Meinung. Deswegen können wir uns auch nett und entspannt unterhalten. Wobei, ich könnte in meinen Büchern ja auch mal Bloggerinnen töten lassen, das wäre doch was …

  • Gibt es ein Thema oder Ereignis, das dich besonders reizt, von Sex mal abgesehen, das weiß ich ja bereits^^

Nein, das variiert. Ich hatte in meinen Horrorromanen und Geschichten inzwischen schon viele verschiedene Handlungsorte und Themen, von Snuff-Pornoringen, die im Internet agieren, über Kreaturen, die in dunklen Wäldern lauern, bis hin zu Satanismus und Geistererscheinungen.
Und Sexszenen zu schreiben ist genauso Arbeit wie das Verfassen anderer Szenen. 😉

  • Ein absolutes Tabuthema?

Sexuellen Missbrauch von Kindern muss ich nicht thematisieren und schon gar nicht im Detail niederschreiben. Wie Tiere gequält werden, muss ich auch nicht detailliert schildern, obwohl viele Autoren das machen, weil sowas die Leser mehr berührt, als wenn Menschen gefoltert werden.

  • Wenn du die Wahl hättest, mit welchem Schreiberling würdest du gemeinsame Sache machen?

Es gibt viele gute Autoren, da möchte ich mich auf keinen festlegen. Ich arbeite auch lieber alleine, wobei ich schon mal mit Isabell Schmitt-Egner ein gemeinsames Buch herausgebracht habe. Die Zusammenarbeit hat super geklappt.

  • Was liest du privat?
    Nein, um die Frage kommt bei mir keiner herum^^

Die Genres, in denen ich auch schreibe. Thriller von Chris Carter, Peter James, John Katzenbach zum Beispiel oder Horror von Brian Keene, Richard Laymon und anderen.

  • In welchem deiner Bücher steckt das meiste Herzblut?

Da möchte ich keins hervorheben, denn in jedem steckt eine Menge Herzblut.

  • Wie bist du zum Redrum Verlag gekommen, hat Michael dich abgefüllt, unter Drogen gesetzt oder beim Spaziergang am Nordseestrand entführt?

Ja, nachts am Meer hat er mich gekidnappt. Nein, mir ist der Redrum Verlag anhand der coolen Cover und des Engagements bei Facebook aufgefallen. Man merkte gleich, dass Michael und seine Leute mit Leidenschaft bei der Sache sind und das gefiel mir. Da ich gesehen habe, dass sie auch gerne ältere Sachen neu auflegen, habe ich meine Horrorbücher angeboten und wir haben auch gleich was Neues vereinbart. Redrum ist schon etwas Besonderes und sie arbeiten sehr professionell, ich fühle mich dort wohl.

  • Und last but not least, gibt es Pläne für ein neues Buch und wenn ja, was erwartet uns?

Erst mal kommt jetzt im Februar mit „Strudel der Angst“ der vierte Teil der Michael-Jesko-Reihe heraus und dann erscheint einige Wochen später „Albino Devil“, was du so abgöttisch geliebt hast und bestimmt nochmal lesen willst, in der Neufassung. Und Ende des Jahres wird es bei Redrum auch noch was geben, aber Details kann ich darüber noch nicht verraten.

Vielen Dank, dass du so tapfer durchgehalten hast, dass mir das mit „Albino Devil“ auf die Füße fällt, hab ich ja schon geahnt, ich gebe übrigens eine dankbares Opfer ab, lach.
Ich glaube, ich werde mich mal deiner Thriller-Reihe widmen und mich überraschen lassen, meine Meinung kriegst du dann aufs Butterbrot geschmiert, ob du willst oder nicht…

Ich danke dir auch für das Interesse und die Möglichkeit, mich und meine Bücher hier vorzustellen.

So und für alle, die bis zum bitteren Ende durchgehalten haben, gibt es natürlich auch wieder etwas zu gewinnen, diesmal eine signierte Ausgabe von „Kutnà Hora“.
Um für das Büchlein in den Lostopf zu hüpfen, braucht es wie immer nur eine kleine Meldung hier oder unter dem Post oder auf FB bei Virginy liest, dafür habt ihr bis nächsten Freitag (01.02.)  Zeit, dann macht sich sich das Buch zu dem hoffentlich glücklichen Gewinner auf den Weg.
Ich drücke euch schon mal alle Daumen, besonders die linken.
In diesem Sinne, lasset die Spiele beginnen…^^

Dieser Beitrag wurde unter Autoren abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Responses to Interview André Wegmann oder: Wie der Albino Devil mich verfolgt…, 21.01.2019

  1. Virginy sagt:

    Ich glaube, ich muss die alte Rezi tatsächlich mal rauskramen, lach …

  2. Caro sagt:

    Haha, das Interview ist echt sympathisch. „Albino Devil“ kenne ich auch in der Originalfassung. „Infam“ fand ich auch ganz gut.
    Liebe Grüße
    Caro

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.