„The Happy Man“ – Eric C. Higgs

„Es kann der Frömmste …“

Charles und seine Frau Shelly leben in einer Siedlung nahe der mexikanischen Grenze.
Als nebenan ein Möbelwagen vorfährt, wird er neugierig auf die neuen Nachbarn, ein Paar mit Kind und Katze, etwa in seinem Alter.
Die neue Nachbarin ist eine wahre Sexbombe und so wird sie samt Mann zum Beschnuppern eingeladen.
Ruskin und Sybil heißen die beiden und sie haben etwas zu rauchen mitgebracht, ein weiterer Pluspunkt.
Der frisch Zugezogene ist Anwalt und verwickelt Charles in ein Gespräch über Kunstgeschichte, dass ein längst vergessenes Wohlfühlgefühl in ihm weckt, kurzum, der neue Nachbar ist ihm sofort sympathisch und er hat das Gefühl, ihn sich unbedingt zum Freund machen zu müssen.
Die beiden Frauen verstehen sich blendend und verbringen viel Zeit miteinander und so trifft auch er sich mit Ruskin.
Insgeheim bewundert er ihn, denn der macht keine Gefangen, er tut, was er will und macht keinen Hehl daraus.
Bei einem gemeinsamen Kneipenbesuch reißen die beiden zwei Frauen auf und nachdem reichlich Alkohol geflossen ist, folgen sie dem Wagen der beiden zu einer kleinen Privatparty.
Die Frauen kommen jedoch von der Straße ab, überschlagen sich und stürzen in eine Schlucht, das Auto geht in Flammen auf.
Während Charles schockiert ist und helfen will, überredet ihn Ruskin, nichts zu tun, nur so kämen sie unbeschadet aus der Sache heraus.
Nach diesem Abend macht er sich zum ersten mal Gedanken über den neuen Nachbarn, möchte er wirklich auch so sein?
Der Unfall ist schnell vergessen und da Ruskin mit seinen ganzen Frauengeschichten ja durchzukommen scheint, lässt sich der brave Ehegatte sogar auf eine Affäre mit seiner blutjungen Sekretärin ein, vorher hätte er sich das nie gewagt…
Als im Tal die verstümmelte Leiche eines Mexikaners gefunden wird, scheint der neue Freund mehr darüber zu wissen und war da nicht ganz kurz ein zufriedenes Lächeln in seinem Gesicht?

Obwohl „The Happy Man“ schon mehr als 30 Jahre auf dem Buckel hat, hat es an seiner Aktualität nichts verloren, denn noch immer spielen sich erschreckende Dinge hinter geschlossenen Türen ab, man sollte sich also immer genau überlegen, ob man sein Leben mit der Vorzeigefamilie von gegenüber tauschen möchte, denn manchmal tun sich ungeahnte Abgründe auf.
Charles will den Neuen unbedingt zum Freund haben, der führt ein aufregendes Leben, zeigt ihm, was man alles haben kann, wenn man sich nur traut.
Und genau das ist der springende Punkt.
Wie weit ist man bereit zu gehen?
Kommen nicht vielleicht doch irgendwann die Gewissensbisse oder die Angst erwischt zu werden?
Fakt ist nur eins, seit die Familie  nebenan eingezogen ist, ist in Charles Leben nichts mehr, wie es einmal war.

Der Protagonist von Eric C. Higgins ist der stinknormale amerikanische Durchschnittsbürger, einschlafendes Sexleben, nervender Chef und zu Hause gähnende Langeweile.
Und dann kommt der Ausweg aus dem scheinbar so tristen Leben, jemand, der ihn an die Hand nimmt und ihm zeigt, dass man, wenn man keinerlei Skrupel hat, sich alles im Leben holen kann und auch noch verdammt glücklich dabei ist.
Und so ein bisschen kann ich den guten Charles sogar verstehen, wer sehnt sich nicht ab und zu mal nach Action, danach, es richtig krachen zu lassen und sich über nichts Gedanken zu machen.
Aber ist das wirklich die richtige Wahl?
Egal, Charles und Ruskin bekommen von mir 4 von 5 Blutlachen und wen es interessiert, was in der unmittelbaren Nachbarschaft so vorgehen kann, der sollte unbedingt zu diesem Buch greifen^^.

• Autor:                                    Eric C. Higgs

• Verlag:                                  Festa

• Format:                                 Hardcover

• Seitenzahl:                           271 Seiten

• ISBN:                                      / (Pulp Legends)

 Genre:                                   Horror, Thriller

• Bewertung:

 

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