„Dunkle Flüsse“ – Peter Nathschläger

David ist 7, als er von einem Fremden entführt wird, der gibt sich als Polizist aus und erzählt ihm, seine Eltern wären bei einem Unfall gestorben.
Von da an lebt er unter dem Namen Patrick bei Onkel Frank, der ein sehr lukratives Geschäft am Laufen hat, er vermittelt kleine Jungs an gut zahlende Kunden und da es die überall gibt, fällt es ihm auch nicht schwer, neue gefälschte Ausweise für David zu organisieren.
Der Junge wächst buchstäblich in der Hölle auf, erst setzt es nur Hiebe, später kommt auch noch sexuelle Gewalt hinzu und ihm wird eingeprügelt, wie er sich als männliche Nutte zu benehmen hat.
Als er nach einer Auseinandersetzung mal wieder blutend und gedemütigt am Boden liegt und Frank in die Stadt fährt, weiß David, dass dies vielleicht seine letzte Chance zur Flucht ist.
Mit ein paar Klamotten und Geld, dass er von seinem Peiniger geklaut hat, flieht er in ein neues Leben.
Doch alte Gewohnheiten lassen sich schwer ablegen und Frank ist ihm auf der Spur, ahnt er doch, wohin es seinen Zögling zieht.
Er freut sich auf die Jagd und jeder, der ihm in die Quere kommt, wird skrupellos vom Leben in den Tod befördert…

„Dunkle Flüsse“ habe bei Lovelybooks in einer Leserunde gelesen und ich muss sagen, genremäßig lässt sich das Buch schwer einordnen.
Einerseits beruht es auf Tatsachen und schildert die Flucht von David vor seinem Peiniger, ist also irgendwie schon ein Tatsachenbericht, aber auch ein bisschen Thriller, andererseits wird sich mit den homosexuellen Trieben der Freier auseinandergesetzt und auch der Hauptprotagonist entdeckt ja so ein bisschen die Liebe für sich, aber mit Erotik hat das eher weniger zu tun.
Deshalb belasse ich es einfach mal bei Thriller, auch wenn das den Kern nicht so ganz trifft…

Alles in allem ist Peter Nathschlägers Buch jedoch ein sehr erschütterndes Werk, dass zeigt, wie ein Junge schon als kleines Kind grausam gequält wird, die Misshandlungen werden über die Jahre hinweg jedoch immer grausamer, er wird vergewaltigt, verprügelt, seelisch gequält, unfreiwillig Darsteller in Filmen und dennoch schafft er es, eines Abends, nachdem er mal wieder brutal zusammengeschlagen wurde, die Flucht zu ergreifen.
Immerhin dauert es bis zu diesem Punkt allerdings neun Jahre, neun lange Jahre in der Hölle, die Spuren hinterlassen haben.
Manchmal musste ich schon ganz schön schlucken und David tat mir einfach nur unendlich leid, allerdings muss ich auch sagen, dass das Buch am Ende für mich etwas an Glaubwürdigkeit verloren hat und ich wage zu bezweifeln, dass sich die Dinge so abgespielt haben, aber das liegt ja in der Freiheit des Autors.
Für mich ist das Ganze einfach zu viel „göttliches Eingreifen“ (ich nenne es jetzt mal so, wer das Buch gelesen hat, weiß mit Sicherheit, worauf ich hinaus will.
Auch das Ende ist mir persönlich etwas zu seicht, trotzdem hat mich der Rest gefesselt und so gibt es für David, Mark und Frank (ja, für den auch^^) 4 von 5 Blutlachen, auch wenn ich außerdem das Cover etwas missglückt finde, irgendwie passt der Gesichtsausdruck des Jungen für mich nicht wirklich zur Story…

• Autor:                                    Peter Nahtschläger

• Verlag:                                  Himmelstürmer

• Format:                                 Taschenbuch

• Seitenzahl:                           219 Seiten

• ISBN:                                      978-3-934825-43-5

 Genre:                                   Thriller

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