„Blutzoll“ – Matthias Ramtke

Wenn Brüder zu Gegnern werden oder: Geschwisterrivalität vom Feinsten …

Ich muss gestehen, ich habe zwar schon einige Bücher aus dem Amrûn Verlag gelesen, aber noch keins aus der Zombie Zone Germany Reihe und da ich ja bekanntlich gerne mal für was Neues zu haben bin, kam mir das Rezensionsexemplar natürlich sehr gelegen.

Da ich die anderen Bände nicht kenne, ja, Asche auf mein Haupt, habe ich keine Ahnung, ob der Ausbruch des Zombievirus irgendwo genauer beleuchtet ist, hier jedenfalls wird man mitten ins Geschehen geworfen, ohne große Erklärungen.
Wir starten unseren Ausflug in das zombieverseuchte Deutschland an Viktorias großem Tag, endlich wird sie ihren Ben heiraten, sie ist wunderhübsch und glücklich bis ein merkwürdiger Fremder auf der Party auftaucht und das gesamte Fest ruiniert.
Danach gibt es kein geordnetes Leben mehr und auch die stolze Braut hat sich verändert, ihr Mann Benjamin und Schwager Niklas hingegen können sich retten.

Die Zeit geht ins Land, Ben und Niklas haben ein paar Leutchen um sich geschart und aus Hohenstein mit dem Sachsenring, auf dem schon lange keine Rennen mehr stattfinden, ist Eden geworden, Eden, der passende Name für eine Zuflucht.
Doch längst läuft nicht mehr alles so wie noch zu Beginn.
Die beiden Brüder haben ihre Stadt unter sich aufgeteilt, während in Niklas‘ Stadtteil gehandelt wird und der sich einen gewissen Luxus gönnt, wissen die Leute auf der anderen Seite nicht, wie sie über den Winter kommen sollen und als ein alter Mann für sich und seine Frau etwas zu Essen stiehlt, wird er grausam bestraft.
Niklas und Ben haben sich entzweit, es gibt kein Gemeinschaftsgefühl mehr und auch keine Bruderliebe, jeder macht sein Ding und ist wütend auf den anderen, Niklas, weil das einzige Ziel seines Bruders ist, seine Frau zu finden und zu heilen und Ben, weil sein Bruder sich feiern lässt für Dinge, die die Einwohner eigentlich ihm verdanken.
Anstatt an einem Strang zu ziehen, sabotiert man sich gegenseitig, während vor den Toren die Gefahr lauert…

Mit Zombies ist das bei mir ja immer so eine Sache, an vielem hat man sich einfach sattgesehen, aber in Matthias Ramtkes „Blutzoll“ spielen die verfressenen Gesellen ja eher eine untergeordnete Rolle.
Zwar dreht sich alles um die anhaltende Bedrohung, aber doch eher im Hintergrund denn der Kampf der beiden Brüder nimmt ziemlich viel Raum ein.
Allerdings weiß ich nicht wirklich, wer der beiden der Sympathischere ist.
Niklas ruht sich auf seinen Lorbeeren aus und lässt überall den großen Macker raushängen, während Benjamin besessen davon ist, seine infizierte Frau Victoria zu finden und zu heilen, koste es, was es wolle.
Das Zeug zum Anführer jedenfalls haben beide mit ihren Egotrips nicht und das müssen die anderen ausbaden, Geschwisterrivalität von der unschönen Seite…
Das Cover finde ich ebenfalls sehr gelungen, wer das Buch gelesen hat, weiß auch, warum ausgerechnet ein Zug selbiges schmückt.
Alles in allem für mich ein sehr gelungener Einstieg, nun muss ich mir nur noch die restlichen Bücher zulegen.
Fazit: 4 von 5 Blutlachen, gern mehr davon.

• Titel:                                       „Blutzoll“

• Autor:                                    Matthias Ramtke

• Verlag:                                  Amrûn

• Format:                                 Taschenbuch

• Seitenzahl:                           202 Seiten

• ISBN:                                      978-3-95869-269-5

 Genre:                                   Horror

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