Buchreihen: Jack Ketchum vs. Rick Yancey

Ja, ich gebe zu, ich habe es eine Weile schleifen lassen, dabei gibt es so viele tolle Buchreihen da draußen und vielleicht schaffe ich es ja hiermit, jemandem die eine oder andere, die er eben noch nicht kennt, näher zu bringen.
Wie immer habe ich auch diesmal lange überlegt, mich aber diesmal für 2 relativ kurze entschieden, zum einem die Beute-Trilogie von Jack Ketchum, zum anderen die Monstrumologen-Reihe von Rick Yancey, im März heißt es also Kannibalen gegen Monster.^^

Hier ein kurzer Überblick:

„Beutezeit“ (2007)
..(„Off Season“, 1979)
„Beutegier“ (1991)
..(„Offspring“, 1991)
„Beuterausch“ (2011)
..(„The Woman“, 2011)


„Der Monstrumologe“ (2010)
..(„The Monstrumologist“, 2009)
„Der Monstrumologe und der Fluch des Wendigo“ (2012)
..(„The Curse of the Wendigo“, 2010)
„Der Monstrumologe und die Insel des Blutes“ (2013)
..(„The Isle of Blood“, 2011)
„Der Monstrumologe und das Drachenei“ (2015)
..(„The final Descent“, 2013)

Der im Januar letzten Jahres verstorbene Jack Ketchum dürfte den meisten ja ein Begriff sein, allein schon durch „Evil“, dass ja eine Menge Staub aufgewirbelt hat, allerdings beschäftige ich mich heute mit seiner Kannibalen-Reihe.
Alles beginnt in der Ostküste von Main, dort lebt unbemerkt ein primitiver Kannibalenstamm, der sich immer wieder hauptsächlich Touristen als Hauptzutat für ihr Festmahl holt.
Nach einigen Vermissten und einer Frau, die fliehen kann, wird der Sheriff darauf aufmerksam und bläst zum Gegenangriff.
Die „Wilden“ sind brutal und rücksichtslos, schlachten ihre Opfer buchstäblich ab, aber sind die zivilisierten Menschen wirklich besser?
Ketchum wirft einen Blick auf beide Seiten, überlässt das Urteil jedoch dem Leser selbst.
Wer ein Problem mit Blut, Gedärmen und Brutalität hat, für den sind diese Bücher natürlich nicht geeignet, aber das erkennt man ja schon am Thema, zartbesaitete also Finger weg.
Alle anderen Horrorfreunde dürfte dieser Stoff allerdings auch nach Jahren noch sehr gut unterhalten, zumal das Thema ja nach wie vor aktuell ist und nein, damit meine ich nicht die Menschenfresser…^^

Rick Yancey geht das Ganze ein wenig anders an, aber keineswegs weniger blutlastig.
Auch wenn die Aufmachung der Bücher etwas an Kinderbücher erinnert, sind sie doch etwas härtere Kost, wenn auch wunderschön aufgemacht und mit tollen veredelt, sicherlich ist das nicht jedermanns Geschmack, aber ich finde es toll, wenn sich etwas so von der Masse abhebt.
Auch die Geschichte hat mich begeistert.
Ein Schriftsteller bekommt den Nachlass des verstorbenen Insassen eines Seniorenheimes in die Hand gedrückt, da dieser keine Verwandten hat.
Dieser behauptet, über 100 Jahre alt zu sein und erzählt in den Tagebüchern seine Geschichte:
Der 12-jährige Will Henry hat seine Eltern bei einem Brand verloren, sein Vater war Dr. Warthrop angestellt und so kümmert der sich nun um den Jungen, allerdings nicht aus reiner Nächstenliebe, nein, sein Handlanger ist ja verstorben und so kommt Ersatz gerade recht.
Dass der noch ein Kind ist und nicht weiß, was sein Vater so getrieben hat, interessiert den seltsamen alten Kauz recht wenig.
Und so findet sich Will in einer Welt wieder, die er vorher nicht gekannt hat, denn die Aufgabe eines Monstrumologen ist es, seltsame Wesen zu jagen und aus dem Verkehr zu ziehen, Wesen, die die Menschen nur für Mythen halten…

Ich mag beide Reihen sehr gern, aber kann man sie miteinander vergleichen?
Außer dem Horrorthema scheinen sie auf den ersten Blick nichts gemeinsam zu haben, trotzdem haben mich beide zum Nachdenken angeregt.
Seien es Ketchums blutrünstige Kannibalen, die letztendlich auch nur um ihren Fortbestand kämpfen oder Yanceys schrulliger Dr. Warthrop, der zwar immer als herzloser Wissenschaftler durch und durch dargestellt wird, aber trotzdem ganz tief drin auch eine andere Seite hat.
Müsste ich mich entscheiden, würde ich meinen Weg erneut mit Will Henry gehen, denn den habe ich einfach ins Herz geschlossen, aber auch Jack Ketchum und seine Werke sind immer wieder fesselnd und erschütternd…

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