„Homali Sagina – Menschenexperimente“ – Marie Wigand

Linda ist Krankenschwester und nicht sonderlich zufrieden mit ihrem Leben, ihr Freund geht nicht arbeiten und verbringt seine gesamte Freizeit vor dem Rechner, so dass sie das Geld für den Lebensunterhalt verdienen muss.
Ihr Job bringt ihr allerdings wenig Freude, denn die anderen Schwestern machen sich einen Spaß daraus, sie immer wieder bloßzustellen, nur Doktor Knopp, ihn den sie heimlich verknallt ist, hält sie von der Kündigung ab.
In ihrer Stadt verschwinden immer mehr Menschen und als schließlich auch Lindas Mutter nicht von der Arbeit nach Hause kommt, versucht sie, mehr darüber herauszufinden.
Ein Freund erzählt ihr von einer Gruppe, die sich in einer Gartenlaube trifft und ihre eigenen Ermittlungen anstellt, Linda jedoch kommt dort nie an, sondern erwacht später in einer Kiste.
Als sie diese verlässt, trifft sie auf seltsame Wesen, die sie in einen großen Käfig bringen, in dem schon eine Menge Menschen sitzen und es gibt nicht nur einen Käfig…
Nach und nach dämmert ihr, dass sie sich nicht mehr auf der Erde befindet und schon bald besteht ihr Leben aus Essen zu festgelegten Zeiten und arbeiten im Steinbruch.
Doch dabei allein bleibt es nicht, denn für die Außerirdischen sind die Gefangenen nicht besser als Vieh…

Ich muss zu meiner Schande gestehen, ich hab eine Weile gebraucht, bis ich gerafft habe, wie der Hase läuft.
Menschen in Käfigen auf Gittern, durch die die Fäkalien nach unten fallen, da hat es dann irgendwann Klick gemacht, na ja, manchmal brauch ich halt etwas länger…^^
Marie Wigand nimmt sich hier eines sehr wichtigen Themas an und obwohl ich sowohl Fleisch esse, als auch Milch trinke, bin ich dennoch der Meinung, dass wir vor allem unserem „Nutzvieh“ etwas mehr Respekt schulden, aber darüber will ich hier an dieser Stelle gar nicht diskutieren.

Achtung, für alle, die das Buch nicht gelesen haben, könnte der folgende Text Spoiler enthalten.
Auf jeden Fall bekommen wir in „Homali Sagina“ vorgeführt, was passiert, wenn der Mensch plötzlich das Vieh ist, in Käfigen gehalten, als Nahrung oder Milchkuh missbraucht, gemästet oder zwangskastriert wird und das von Aliens, die keinerlei Mitgefühl kennen.
Für sie sind die Männer, Frauen und Kinder einfach eine Ware, die man auf ihrem kargen Planeten vielseitig nutzen kann, da wäre das Haar, um Kleidung daraus zu machen, die Arbeitskraft natürlich und nicht zu vergessen das leckere Fleisch…
Wie schon gesagt (oder besser geschrieben), das Thema an sich hat mich sehr angesprochen, leider hatte ich mit den Charakteren so ein bisschen meine Probleme und das geht schon im Prolog los.
Dort lernt man den kleinen Michael kennen, der gerne Tiere zerschnipselt.
Dann springt die Handlung jedoch zu Linda und zunächst einmal dreht sich alles um sie.
Gut, auch Michael taucht später auf dem fremden Planeten auf, aber nach der Einführung dachte ich mir, er wird eine wichtige Rolle spielen, gerade, weil man ja anfangs so auf seine Fähigkeiten eingegangen ist, die ganze Zeit habe ich darauf gewartet, dass sich zeigt, welche Verbindung er wohl zu der ganzen Sache hat…
Auch mit Linda konnte ich leider nicht so wirklich mitfiebern und manche Dinge waren für mich einfach nicht nachvollziehbar.
Warum zum Beispiel will man schwanger werden um den Aliens noch einen leckeren Babybraten zu schenken?
Wo man doch weiß oder zumindest ahnt was mit den kleinen Wesen passiert?
Weil man ihnen damit eins auswischt?
Hm, nee, sorry, für mich absolut nicht nachvollziehbar.
Und keine Ahnung ob es nur mir so ging, aber bei der Beschreibung des Planeten und der Konsistenz der Dinge dort musste ich permanent an die Sezierschale und Michael denken und habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass irgendwas in der Richtung kommt…

Am Schreibstil habe ich nichts zu bemängeln, das Buch liest sich flüssig und spart auch nicht an einigen unschönen Beschreibungen, das Cover mit der Dame ist stimmig, aber nicht ganz passend, immerhin hatten die außerirdischen Wesen es aufgrund ihrer Fähigkeiten ja nicht nötig, jemanden zu fesseln.
Alles in allem gibt es für „Homali Sagina“ von mir 3,5 von 5 Blutlachen und eine Leseempfehlung für alle, die keine Scheu davor haben, sich mit diesem doch recht brisanten Thema auseinanderzusetzen.

• Autor:                                    Marie Wigand

• Verlag:                                  Redrum

• Format:                                 Taschenbuch

• Seitenzahl:                           375 Seiten

• ISBN:                                      978-3-959570800

 Genre:                                   Horror

• Bewertung:

 

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