„Das Insekt“ – Rebekah Stoke

Sarah Thompson ist Autorin, gleich ihr erstes Buch „Das Insekt“ war ein Bestseller, nun hofft sie, bisher allerdings vergebens, an den Erfolg anzuknüpfen.
Zusammen mit ihrem Mann Matthew ist sie auf der Suche nach einem neuen Zuhause, denn sie fühlt sich verfolgt und da sind diese Zeichen.
Zeichen, die sie an früher erinnern, an eine Zeit, die sie nur zu gerne aus ihrem Gedächtnis löschen würde, denn sie ist schuldig und aus diesem Grund hat sie Angst, dass er nach all den Jahren zurückkehrt.
Er wird sie nicht am Leben lassen, dass weiß sie, aber vorher muss sie leiden, so wie er damals…

„Das Insekt“ von Rebekah Stoke katapultiert einen ohne Umwege mitten in die Handlung und beginnt gleich mit dem brutalen Mord an einem alten Ehepaar.
Was es damit auf sich hat, erfährt man jedoch erst später, denn zunächst einmal lernen wir Sarah kennen.
Irgendetwas stimmt mit ihr nicht, das merkt man recht schnell und es scheint mit dem Buch zusammenzuhängen, das sie bekannt gemacht hat.
Sie leidet unter Verfolgungswahn, bricht auf einer Lesung zusammen und will unbedingt in ein abgelegenes, altes Haus ziehen.
Kurzum, ihr Mann sieht sie leiden, will immer wieder wissen, was los ist, sie jedoch weiht ihn nicht ein und so dümpelt die Beziehung vor sich hin.
Nur Sarahs Bruder Micah scheint ihr Geheimnis zu kennen und auch er macht sich Gedanken, während seine Frau mit dem Aushilfsarbeiter flirtet und sein Sohn Gavin darüber philosophiert, ob seine Freundin Therese tatsächlich die Richtige für ihn ist.
Dann überschlagen sich die Ereignisse, Sarah findet ein totes Insekt in ihrem Briefkasten, Micahs Frau wird ihre „offenherzige“ Art zum Verhängnis und Therese wird in ihrem Haus überfallen.
Sarahs schlimmste Befürchtungen werden wahr, er ist zurück und er will spielen…

Ich muss gestehen, es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich die Beziehung der Figuren untereinander verstanden habe, doch spätestens dann dämmerte es mir so langsam, da hat es wer auf die Familie abgesehen, irgendwas muss in der Vergangenheit geschehen sein, etwas schreckliches, an dem Sarah mitschuldig ist, der Prolog vermittelt ja schon einen kleinen Eindruck, lässt einen aber dann mit einem großen Fragezeichen im Kopf zurück.
Im Laufe der Zeit setzt sich das Puzzle jedoch Schritt für Schritt zusammen und die Protagonisten erscheinen plötzlich in einem anderen Licht und ja, für mich haben sie definitiv an Sympathie eingebüßt, zumindest einige, andere geraten schuldlos in diesen Strudel, der sie einfach mitreißt.

Auch wenn man relativ früh im Buch erfährt, was damals passiert ist, kommen die wahren Ausmaße erst später ans Licht und es wird schonungslos darüber berichtet, für Leute mit einem eher schwachen Magen ist „Das Insekt“ wirklich nichts, alleine die Vorstellung lässt einen erschaudern…
In jedem Kapitel bekommt man Einblick in das Leben eines der Charaktere, wobei der große Unbekannte durch seine Ich-Erzählung heraussticht, immerhin hält er ja auch alle Fäden in der Hand…
Das düstere Cover mit den Kinderhänden in Ketten passt perfekt zum Inhalt und auch die Libelle spielt eine wichtige Rolle, man erkennt sofort, dass das hier wohl eher kein Ausflug auf den Ponyhof wird.
Lange Rede, kurzer Sinn, Rebekah Stoke hat mir mit „Das Insekt“ einige Gänsehautmomente beschert und bekommt dafür 4 von 5 Blutlachen, wer also keine Panik vor Krabbeltierchen hat, sollte hier unbedingt mal einen Blick riskieren…

• Autor:                                    Rebekah Stoke

• Verlag:                                  Independently published

• Format:                                 Taschenbuch

• Seitenzahl:                           388 Seiten

• ISBN:                                      978-1790479856

 Genre:                                   Psychothriller

• Bewertung:

Dieser Beitrag wurde unter Rezensionen abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.