„Rachewinter“ – Andreas Gruber

Eigentlich bin ich ja froh, dass es draußen endlich Frühling wird, trotzdem habe ich mir die kalte Jahreszeit mit Andreas Grubers „Rachewinter“ noch einmal ganz freiwillig ins Haus geholt, denn natürlich wollte ich wissen, was Evelyn Meyers und Walter Pulaski im Schneegestöber erwartet…

Diesmal beginnt alles in Wien, zwei Arbeiter beobachten vom Dach aus amüsiert ein Pärchen beim Liebesspiel, dass sie mit dem Handy filmen, bis alles außer Kontrolle gerät.
Nachdem sie erst feststellen müssen, dass es sich um Männer handelt, fließt auch noch Blut und einer der beiden bleibt als Leiche zurück, anhand des Mitschnittes hat man jedoch schnell einen Verdächtigen.
Michael Kotten ist der Sohn eines einflussreichen Geschäftsmannes und natürlich sucht er sich ausgerechnet Evelyn Meyers als seine Verteidigerin aus.
Die ahnt schnell, dass ein arbeitsreicher Fall auf sie und ihren Assistenten Flo zukommt, denn ausgerechnet ihr Mentor vertritt die Gegenseite, er will der Familie Kotten unbedingt das Handwerk legen und dafür scheint ihm jedes Mittel recht zu sein.
Evelyn lernt Michael in ihren Gesprächen als ruhigen, sehr nachdenklichen Menschen kennen, der sich als Frau fühlt und zu dem ein solch brutaler Mord eigentlich überhaupt nicht passt, doch in der Untersuchungshaft gesteht er schließlich.
Warum?
Irgendetwas scheint hier nicht zu passen…
Auch Pulaski in Leipzig schlägt sich mit einer Mordermittlung herum, allerdings eher inoffiziell, denn der Vater der Freundin seiner Tochter wird tot in einem Motelzimmer aufgefunden.
Anfangs sieht alles nach einem Unfall aus, doch einige Details lassen ihm einfach keine Ruhe und dann mischt sich auch noch sein Nachwuchs und die Tochter des Toten in die Ermittlungen ein…

Beginnen wir diesmal zur Abwechslung mal mit dem Cover, die Rache-Reihe wurde ja einer kleinen Aufhübschung unterzogen, während der Sommer in rot erstrahlt, ist der Herbst grün und der Winter hat einen blauen Schriftzug abbekommen, so passen alle drei Bände jetzt auch optisch sehr gut zusammen.
Ich habe die ersten beiden noch in der alten Aufmachung und vielleicht werde ich sie mir tatsächlich noch einmal zulegen, denn ich finde das neue Design sehr gelungen.
Aber Kleider machen ja bekanntlich keine Leute und auch bei einem Buch kommt es in erster Linie auf den Inhalt an, auf den Schreibstil, die Protagonisten und was soll ich sagen, ich mag den mürrischen Pulaski einfach.
Auch wenn er permanent schlechte Laune zu verbreiten scheint, ist er dennoch nicht auf den Kopf gefallen und Evelyn ist natürlich das passende Gegenstück dazu.
Ihr Assistent Flo lockert das Geschehen mit seiner Art immer mal wieder auf, was der Story sehr gut tut und auch der kleine Ausflug in die Gender-Thematik ist sehr informativ.
Einzig das Ende hat mich dann ein bisschen zu sehr an James Bond erinnert und so gibt es ein kleines Pünktchen Abzug, trotzdem gibt „Rachewinter“ immer noch 4 von 5 Blutlachen und unbedingt eine Leseempfehlung, nicht nur für Gruber-Fans.

• Autor:                                    Andreas Gruber

• Verlag:                                  Goldmann

• Format:                                 Klappbroschur

• Seitenzahl:                          588 Seiten

• ISBN:                                      978-3-442-48655-7

 Genre:                                   Thriller

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