„Die Mädchenwiese“ – Martin Krist

Wenn die eigene Familie zum Albtraum wird …

Sam hat es nicht leicht, denn alle halten ihn für wunderlich, in der Schule wird er gemobbt, Schwester Lisa und Mutter Laura geht er auch auf die Nerven.
Aber Lisa vertraut ihm an, dass sie übers Wochenende zu ihrem Freund nach Berlin fährt, ein Geheimnis, dass Sam unbedingt für sich behalten will, denn er ist stolz, dass seine große Schwester ihn einweiht.
Als jedoch der Montag anbricht und Lisa zum angekündigten Schulausflug nicht auftaucht, gerät nicht nur sein Leben aus den Fugen.
Die Mutter ist total am Ende, ihr Schwager, der Polizist ist, nimmt sich der Suche an und Sam zieht es immer wieder in den angrenzenden Wald, wo er die „Dorfhexe“ bei merkwürdigen Dingen beobachtet, aber wem soll er sich anvertrauen?
Keiner nimmt seine Beobachtungen für voll.
Alex führt die Kneipe im kleinen Ort Finkenwerda, natürlich hat auch er von Lisas Verschwinden gehört und als ehemaligem Polizist kommt ihm ein schlimmer Verdacht.
Bereits vor einigen Jahren gab es immer Funde von Mädchenleichen, die Morde hörten irgendwann auf, der Täter allerdings wurde nie gefasst.
Und dann läuft auch Alex Leben komplett aus dem Ruder…

„Mädchenwiese“ ist ein recht harmloser Titel für diesen doch aufwühlenden Thriller, der gleichzeitig mein erster, aber wohl nicht letzter von Martin Krist war.
Auf der Mädchenwiese treffen sich Freundinnen, um ihre Geheimnisse zu teilen, über Jungs zu plaudern, all diese Dinge, die zum Teenagerleben dazugehören, inzwischen dient der einstmals lauschige Ort jedoch als Ablageplatz für verstümmelte Leichen und auch die Unschuld der Jugend ist dahin.
Der Autor hat sehr detailreiche Protagonisten erschaffen, angefangen mit Sam, der sich seiner Schwester gegenüber verpflichtet fühlt und sie auf keinen Fall verraten will, aber was, wenn wirklich etwas schlimmer passiert ist?
Lisa hingegen ist der typische Teenager, aufmüpfig, unzufrieden, gestresst von ihrer überforderten Mutter und doch muss sie auf die harte Tour lernen, dass ihr Leben eigentlich gar nicht so schlecht war.
Alex hingegen ist wohl der sympathischste Protagonist, er macht sich Sorgen, versucht einzugreifen…, ich persönlich mochte allerdings Berta am Liebsten, die alte Frau, die ein Geheimnis hütet und in ihrem Leben so viel mitgemacht hat, obwohl ihr Handeln nicht immer nachvollziehbar ist.
Das Cover passt zum Titel, die rosa Schrift kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der verlorene Schuh im Matsch wohl nichts Gutes bedeutet.
Alles in allem also ein rundum gelungenes Buch, das mir 4 von 5 Blutlachen wert ist …

• Autor:                                    Martin Krist

• Verlag:                                  epubli

• Format:                                 Taschenbuch

• Seitenzahl:                          417 Seiten

• ISBN:                                      978-3748517511

 Genre:                                   Thriller

• Bewertung:

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