„Malena: Ein Hauch von Hölle“ – Alex Miller

So ein Haustier hätte ich nur zu gern…

Malina ist die Tochter des Teufels und hat so ihren ganz eigenen Weg durchs Leben zu gehen, das erkennt man bereits im „Vorwort“, als eine Nebenbuhlerin mal eben zur Privataudienz geladen wird.
Als sie Malina dann auch noch reizt, verliert die vollkommen die Kontrolle, aber das ist halb so wild, kann sie doch Daddys Putzkolonne rufen, die hinter ihr aufräumt, nur einer der Vorteile, wenn man die Tochter des Teufels ist.
Doch natürlich hat die Sache auch einen Haken, nämlich permanente Kontrolle, der Vater hat extra einen seiner Lakaien zur Überwachung abgestellt.
Mr. Darcy ist die Langeweile in Person, ständig taucht er auf, wenn es Ärger gibt (und den gibt es mehr als genug) und stellt Malina immer wieder ein Ultimatum, sie muss sich entscheiden, ob sie auf der Erde bleiben, oder nicht doch lieber ihren Platz in der Hölle einnehmen will.
Für sie ist die Sache klar, hat sie doch in Gabriel ihren absoluten Traummann getroffen, blöd nur, dass der nichts von der Sache weiß.
Aber das macht nichts, immerhin hat sie ja genügend Möglichkeiten, ihre Mitbewerberinnen aus dem Weg zu räumen.

“ … Der restliche ereignislose Tag geht über in eine ereignislose Nacht. Gabriel schläft neben mir. Er war in mir, auf mir, unter mir, hat den Worten rein und raus eine neue frustrierende Dimension verliehen. Doch ich gebe nicht auf. Liebe bedeutet, füreinander da zu sein oder so ähnlich …“ (Seite 132)

Als dann jedoch auch noch ihre Mutter auftaucht und ihr mitteilt, dass sie heiraten will und Malena Trauzeugin werden soll, ist das Chaos komplett, denn Gabriel muss zur Hochzeit an ihrer Seite sein und dafür bleibt nicht mehr viel Zeit.

„… Peter grinst wie ein angefressenes Honigkuchenpferd. Seine Haarfarbe kann ich nicht erkennen, es gibt nichts mehr auf seinem Kopf, das Auskunft darüber geben könnte. Er hat buschige dunkle Brauen über wirklich schönen Augen, die von einem sanften Blau sind, umkränzt von kleinen Fältchen, die nur von oftmaligem Lachen herrühren können. Seine Nase ist lang und gebogen, der Mund klein, umrahmt von einem grauen Bart. Er strahlt abwechselnd Mutter und mich an. Die beiden sind verliebt, du meine Güte, wie Teenager. Irgendwie rührt mich das und irgendwie möchte ich ihn von Mutter wegzerren und direkt aus dem Fenster werfen…“ (Seite 39)

Da ich bereits „Roadkill“ von Alexandra Mazar alias Alex Miller gelesen habe, war ich sehr gespannt auf das Buch, auch wenn es eigentlich nicht ganz mein Genre ist, aber so ein bisschen Teufel hat ja bekanntlich noch niemandem geschadet.
Und was soll ich sagen: Ich hab mich höllisch amüsiert.
Wie könnte ich auch nicht, Malina ist einfach herrlich, aufbrausend und sehr konsequent, wer ihr nicht passt, wird ausradiert, kurz und schmerzlos oder vielleicht besser schmerzvoll, verfügt sie doch dank ihrer Abstammung über einige ganz besondere Fähigkeiten.
Dabei will sie mit ihrem Vater und der Hölle eigentlich gar nichts zu tun haben, sie will einen Mann, der sie von sich aus liebt und den sie sich nicht gefügig machen muss, einen geeigneten Kandidaten hat sie dafür schon, doch leider ist nicht immer alles, wie es scheint.
Die Figuren sind liebevoll beschrieben, allen voran natürlich Malina, die durch Blut watet, trotzdem kann man sich dabei ein Grinsen nicht verkneifen, denn so brutal sie auch gegen ihre Gegner vorgeht, so naiv ist sie in Liebesdingen.
Ihre Mutter ist ebenfalls so ein ganz spezieller Charakter, fürchterlich nervend und oberflächlich, aber doch irgendwie so ein bisschen liebenswert.
Mein Herz hat jedoch Ice gewonnen, der kleine Allesfresser, so einen hätte ich auch gerne, genug Futter-Kandidaten hätte ich definitiv zur Hand…
Ab und an gibt es ein paar kleine Einblicke auf das Leben in der Hölle, oder zumindest einige der Kreaturen, die hier auf der Erde für Ordnung sorgen und die Idee mit dem Telefon zum Hilferufen hat mich so ein bisschen an Matrix erinnert.
In der Fortsetzung erfahren wir hoffentlich noch mehr über die Unterwelt und deren Herrscher, ich persönlich finde sowas ja immer sehr faszinierend.
„Malena“ ist in 13 Kapitel unterteilt, jedem steht ein Zitat voran, meist aus „Faust“, womit wir passenderweise wieder beim Teufel wären…
Das Cover ziert eine dunkelhaarige Schönheit mit auftoupierten Haaren, der Beschreibung nach natürlich die Hauptprotagonistin und somit sehr passend.
Insgesamt hat mich das Komplettpaket überzeugt und ich warte gespannt auf Neuigkeiten von der Höllentochter, bis dahin gibt es von mir 4,5 von 5 Blutlachen.

• Autor:                                    Alex Miller

• Verlag:                                  Independently published

• Format:                                 eBook

• Seitenzahl:                          159 Seiten

• ISBN:                                     978-1093100587

 Genre:                                  Humor, Fantasy

• Bewertung:

 

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