„In Flammen“ – Stefanie Maucher

„Du und ich, Babe …“

Rums, da trifft einen der Blitz wie aus heiterem Himmel und sie ist da, die große Liebe, der Seelenverwandte, nachdem man schon so lange gesucht hat, mit dem man den Rest seines noch verbleibenden Lebens verbringen will.
Wer kennt das nicht… und doch geht diese Geschichte in den seltensten Fällen gut aus.
So ergeht es auch Sandra, als sie Sascha trifft, beide sind nicht mehr so ganz taufrisch und haben ihre Macken, aber gerade darum ergänzen sie sich auch prima.
Eine Weile hält dieses Hochgefühl an und dann kommt die Versuchung in Form einer Jüngeren.
Das endgültige Aus kündigt sich langsam aber sicher an.

„… Ich wusste, dass du beschädigte Ware warst und wischte diese Tatsache mit dem Gedanken Irgendwie sind wir das doch alle beiseite, wenn sie sich aufdrängte. Im Gegenzug wollte ich nichts über meine Kifferei hören, der ich mit ebenso großer Begeisterung frönte, um dieses Leben so erträglich wie möglich zu machen. Auch jetzt, da ich darüber nachdenke, wächst in mir der Wunsch, mir einen Joint zu drehen …“ (Seite 58)

Das Ganze endet, wie es enden muss, Sandra sitzt in Saschas Wohnung zusammen mit zwei Leichen und einer etwas dümmlichen Bulldogge.
Doch was tut man in einer solchen Situation?
Natürlich erstmal in den Erinnerungen kramen und die gute alte Zeit Revue passieren lassen.
Ist das geschehen, folgt die nächste Stufe, die ist schon nicht mehr ganz so rosarot und romantisch und so geht es Schritt für Schritt der Befriedigung innerer Bedürfnisse entgegen…

Ja, wer mich kennt, der weiß, ich habe eine boshafte Ader und allein schon deswegen ist das genau meine Art von Humor.
Wer andere verarscht, der muss auch einstecken können…
In diesem Sinne bleibt mir eigentlich nichts weiter zu sagen als: Ein Hoch auf Sandra.
Sollten wir nicht alle ein bisschen mehr sein wie sie?
Immerhin ist sie tierlieb und kann kochen, was will man mehr?
Und der eine oder andere Joint…
Spaß beiseite, einigen Herren der Schöpfung mag bei diesem Buch wohl das Essen im Halse stecken bleiben, ich allerdings habe mich köstlich amüsiert.
Natürlich ist Stefanie Mauchers „In Flammen – Requiem for a love“ bitterböse, trotzdem kommt man nicht umhin zu grinsen, denn der eine oder andere Gedanke ist einem doch selbst schon mal durchs Hirn gespukt.
Mal so unter uns Pfarrerstöchtern, wer hat ihn nicht, den einen Ex, den man schon immer mal so richtig bloßstellen wollte, weil er die dumme Trulla von nebenan irgendwann vorgezogen hat?
Dieser Typ dummes Frauchen wird hier durch das Nacho-Chip-Mädchen verkörpert, die Neue an Saschas Seite, der alle möglichen Käse-Namen zugestanden werden, aber ich glaube, ihr richtiger wird nie erwähnt. (Oder habe ich das einfach nur verdrängt?)
Egal, Fakt ist, dass beide ihr Fett weg kriegen, ganz besonders natürlich Sascha, in dessen dreckiger Wäsche sich regelrecht gesuhlt wird, ich sag nur -nein, lest es lieber selbst- …
Wer also Lust auf einen fiesen, kleinen, weiblichen Rachetrip hat, ist bei Sandra und ihren Gedankengängen bestens aufgehoben, lediglich das Cover mit dem etwas merkwürdig anmutendem weiblichen Wesen ist nicht so ganz meins, aber darüber kann man streiten.
Über den Inhalt jedoch nicht und genau darum gibt es von mir 4,5 von 5 Blutlachen und den guten Vorsatz, meinen Ex mal zum Essen einzuladen…

• Autor:                                    Stefanie Maucher

• Verlag:                                  Redrum

• Format:                                Taschenbuch

• Seitenzahl:                          135 Seiten

• ISBN:                                     978-395957-871-4

 Genre:                                  Thriller

• Bewertung:

Dieser Beitrag wurde unter Rezensionen abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.