„Ein Brief vom Keilerstein“ – Christian von Aster

Der Frankenstein von Marburg…

„… Eingedenk unserer langjährigen Freundschaft habe ich beschlossen, Dir diesen Brief zu schreiben: den Versuch einer Erklärung, einer Reflexion, damit Du verstehst und begreifst, warum ich mich so lange nicht gemeldet habe.
Bevor du aufgelegt hast, stelltest du fest, dass ich mich verändert habe. Du kannst mir glauben, dass das angesichts meiner Erlebnisse hier nicht verwunderlich ist. Es ist möglich, nein, sogar sehr wahrscheinlich, dass ich tatsächlich ein anderer Mensch geworden bin …“ (Seite 7)

Bernhard tritt sein ärztliches Praktikum am, jedoch nicht an einer renommierten Klinik, obwohl ihn einige mit Kusshand genommen hätten, sondern in einer Privatklinik am Arsch der Welt.
Grund dafür ist deren Leiter, ein gewisser Dr. Erwin Sternhammer, dessen philosophische Schriften er während des Studiums gelesen hat.
Sternhammer ist als Fanatiker verschrien, als Frankenstein von Marburg, denn er hat die Regeln gebrochen und Experimente am lebenden Objekt durchgeführt, womit der sich den Zorn seiner Kollegen zuzog und sich am Keilerstein sein eigenes kleiner Reich zurückgezogen hat.
Genau dort hat Bernhard nun eine Stelle bekommen und er ist verdammt neugierig, was ihn erwartet.
Bei seiner Ankunft wird er jedoch enttäuscht, das Gelände macht einen verfallenen Eindruck, die paar Patienten erweisen sich als ziemlich langweilig und außerdem gibt es außer ihm noch einen weiteren Assistenzarzt, der Sternhammer allerdings noch nicht zu Gesicht bekommen hat.
Seine Aufgaben sind wenig fordernd, das Personal irgendwie merkwürdig, aber Bernhard bleibt, denn er will sein „Idol“ unbedingt treffen…

Auch Christian von Asters „Ein Brief vom Keilerstein“ weiß wieder mit viel Liebe zum Detail zu punkten, sei es die Prägung auf dem Cover oder die Illustrationen von Holger Much (dessen etwas eigenwilligen Stil ich übrigens sehr mag), die die düstere Atmosphäre im Buch sehr widerspiegeln.
Die Umschlagzeichnung zeigt Bernhard vor dem etwas verwahrlosten Klinikgelände, alles ist in dunklen Farbtönen gehalten, mit Ausnahme des Lichts in einem der Fenster.
Das gesamte Werk besteht aus einem Brief, den der Hauptprotagonist an seinen Freund Thomas schreibt, den er in der letzten Zeit sehr vernachlässigt hat, er will ihm erklären warum, seine Begeisterung teilen für die Dinge, die er erlebt hat.
Für die Blut- und Gedärme-Fraktion allerdings ist das Buch eher weniger geeignet, lebt es doch von der unheilvollen Stimmung, die über allem liegt.
Und genau für dieses Gänsehaut-Feeling gibt es von mir 4 von 5 Blutlachen…

• Titel:                                       „Ein Brief vom Keilerstein“

• Autor:                                    Christian von Aster

• Verlag:                                  Buchheim

• Format:                                Hardcover

• Seitenzahl:                          128 Seiten

• ISBN:                                     978-3-946330-09-7

 Genre:                                  Horror

• Bewertung:

Dieser Beitrag wurde unter Rezensionen abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.