„Fangboys Abenteuer“ – Jeff Strand

Der Junge mit dem Haifischgrinsen …

Als Nathan Pepper geboren wird, fällt eines zuerst auf, seine Zähne, denn im Gegensatz zu jedem anderen normalen Baby hat er den ganzen Mund voller großer, spitzer Fangzähne.
Während die Mutter das Kind sofort bedingungslos liebt, überlegt der Vater, wenn auch nur kurz, es einfach um die Ecke zu bringen.
Die Jahre vergehen und Nathan wächst wohlbehütet bei seinen Eltern auf, sie schützen ihn vor den Blicken der anderen, bis die Schulzeit anbricht.
Seine Mutter macht sich Sorgen, denn Kinder können grausam sein, doch bevor sie sich ernsthaft damit auseinandersetzen muss, rafft ein nicht abgedrehter Gashahn beide Eltern dahin und Nathan kommt ins Waisenhaus, wo er auch seinen Namen „Fangboy“ verpasst bekommt.
Das Leben dort ist grausam, Mr. Steamspell, der Leiter, ist ein Sadist, dem es Freude bereitet, die ihm anvertrauten Kinder zu verprügeln und an allen Ecken und Enden wird gespart.
Die Kinder sehen in dem Jungen mit den großen Zähnen ihre Rettung, er soll sich nachts ans Bett des verhassten Obersten schleichen und ihm die Kehle durchbeißen, was natürlich gründlich danebengeht, Nathan muss fliehen.
Nachdem er ein Jahr lang im Wald gehaust hat, trifft er auf der Suche nach Nahrung die beiden Schwestern Penny und Mary, die mal nicht das Monster in ihm sehen, sondern den kleinen schutzlosen Jungen.
Die beiden nehmen ihn auf und für Fangboy beginnt eine glückliche Zeit, die aber nicht lange anhält…

„… Seine Großmutter hatte ihm immer gesagt, dass er sich in extremen Situationen einen friedlichen Ozean mit an den Strand plätschernden Wellen vorstellen sollte. Er versuchte es, aber statt voller Wasser war der eingebildete Ozean voller Säure. Lachende Dämonen-Gesichter schwebten über der Oberfläche, ihre Stimmen imitierten die Geräusche der Leute, die er geliebt und verloren hatte. Ihr Kichern wurde immer, immer lauter, während sich ein Whirlpool voller Nadeln bildete, der ihn in einen Strudel aus Schlangen und Mistgabel nach unten zog.
Er kehrte in die Realität zurück und verfluchte seine Großmutter. Was für ein garstiges altes Weib …“ (Seite 188)

Mein erstes Buch von Jeff Strand und ich hab mich darauf gefreut, aber irgendwie, ach, ich weiß auch nicht.
Die Geschichte an sich ist ja ganz niedlich und den kleinen Nathan schließt man sofort ins Herz, trotzdem gibt es für mich hier zu viele Kritikpunkte, um eine Lobeshymne anzustimmen.
Erstmal ist da der Schreibstil, dieses Geplänkel nebenbei, ich weiß nicht, wie ich es anders nennen soll, ging mir von Anfang an auf die Nerven und manche Dinge sind einfach unrealistisch auf eine unschöne Art, wie zum Beispiel das Erdloch, in dem Nathan nach seinen beiden Ziehmüttern sucht.
Ja, da hausen die Ärmsten der Armen, das ist auch bei mir angekommen, trotzdem fand ich diese Beschreibungen, nein, dieses ganze Konstrukt, total fehl am Platze und auch das Ende ist mir sauer aufgestoßen.
Auch wenn es ja schon irgendwie eine Art Märchen für Erwachsene ist, ist mir das definitiv zu viel Kitsch und rosa Tortenguss.
Das Cover stimmt mich etwas versöhnlicher, es zeigt einen kleinen lachenden Jungen mit Reißzähnen, zweifelsohne Nathan, aber nur ein schönes Titelbild reicht halt nicht aus.
„Fangboys Abenteuer“ war nicht schlecht, überzeugt hat es mich aber auch nicht wirklich
und so werde ich mein Glück demnächst mit einem anderen Werk von Jeff Strand versuchen, vielleicht spricht mich das ja mehr an, für den Jungen mit den Fangzähnen bleiben nur 3,5 von 5 Blutlachen…

• Titel:                                       „Fangboys Abenteuer“

• Autor:                                     Jeff Strand

• Verlag:                                   Voodoo Press

• Format:                                  Taschenbuch

• Seitenzahl:                           249 Seiten

• ISBN:                                      978-3-902802-34-7

Genre:                                    Fantasy

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2 Responses to „Fangboys Abenteuer“ – Jeff Strand

  1. Virginy sagt:

    Ich hatte irgendwie auch mehr erwartet, mal schauen, wie es bei den anderen Büchern ist

  2. FreCap sagt:

    Fand ich auch nicht so besonders, da gibt es bedeutend bessere Bücher. Lies unbedingt „Benjamins Parasit“ oder meinen absoluten Favoriten „Wolf Hunt“. Gerade bei letzterem habe ich mich schlapp gelacht. 🙂

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