„Sommertränen“ – Simone Trojahn

Geschwisterliebe …

Die 14-jährige Sarah hat Ferien und sie ist zum ersten Mal verknallt, ausgerechnet in den besten (und einzigen Freund) ihres großen Bruders.
Als Billy ebenfalls Interesse an ihr zeigt, verspricht es, ein großartiger Sommer zu werden, doch innerhalb kürzester Zeit steht sie vor den Trümmern ihres Lebens…
Luke, Sarahs Bruder liebt seine Schwester über alles, aber eben auf eine andere, nicht ganz normale Art und als die sich in seinen Freund Billy verliebt, weiß er, dass das Ganze ein schlimmes Ende nehmen wird.
Lange schon regen sich diese verbotenen Gefühle in ihm, bisher konnte er sie immer unterdrücken, aber in diesem Sommer scheint Sarah erwachsener geworden zu sein, von dem kleinen Mädchen von einst, dass er immer beschützt hat, ist nicht mehr viel übrig.
Lukes Vater leitet eine psychiatrische Klinik, eigentlich wäre er der perfekte Ansprechpartner, wenn sich die beiden noch irgendetwas zu sagen hätten, aber da ist nichts und so muss Luke mit seinem inneren Verlangen allein klarkommen, dabei spürt er ganz genau, er ist kurz vorm Explodieren.
Auch Sarah liebt ihren Bruder, allerdings auf eine vollkommen andere, unschuldige Art, schon immer hat sie zu ihm aufgesehen.
In letzter Zeit jedoch benimmt er sich merkwürdig, ist permanent mies drauf und dann geht auch noch seine Freundschaft zu Billy den Berg runter.
Von all dem bekommt Tom nicht allzu viel mit, hat er doch in seiner Klinik einen neuen Patienten, den Sohn eines Politikers, der ein höheres Amt anstrebt, leider läuft sein Nachwuchs etwas neben der Spur, versucht sich immer wieder umzubringen, verabscheut seinen Vater und so landet er in der Psychiatrie.
Tom erkennt schon bald, dass der Vater kein wirkliches Interesse an Phil hat, er will ihn einfach nur loswerden, bevor er noch mehr ins Interesse der Medien rückt.
Dem Klinikleiter tut der verwirrte, missverstandene Junge leid, er will ihm unbedingt helfen und ahnt nicht, dass in den eigenen vier Wänden das Drama bereits seinen Lauf nimmt…

„Sommertränen“ von Simone Trojahn ist ein Werk, dass sie mit 16 geschrieben hat, es unterscheidet sich etwas von ihren heutigen Büchern, was ja erstmal nicht negativ ist.
Wer also darauf wartet, dass das Blut in Strömen fließt, wird wohl eher enttäuscht sein, was jedoch nicht heißt, dass es hier weniger hart wird, denn eigentlich geht es in „Sommertränen“ um nichts weniger, als den Untergang einer Familie, um einen Heranwachsenden, der mit seinen Trieben nicht klarkommt, um Eltern, die zu beschäftigt sind, um sich wirklich um ihre Kinder zu kümmern und allem voran natürlich um Sarah, die auf den besten Sommer ihres Lebens gehofft hat.
Wie geht man mit einer solchen Situation um?
Eine schwierige Frage, mit Sicherheit…
Simone Trojahn schafft es einmal mehr, ihre Protagonisten und deren Sorgen und Nöte bildlich zu beschreiben, Sarah ist, zumindest zunächst, ein unbeschwerter Teenager, bei Luke erfährt man ersteinmal nur, dass er ein Außenseiter ist und sich mit etwas schwertut, was genau das ist, folgt erst später und ist so ein kleiner Schlag in die Magengrube.
Von da an geht es immer weiter bergab, einmal losgetreten, lässt sich das Unheil nicht mehr aufhalten.
Auch das Cover ist düster, ein Mädchen steht allein in der Dunkelheit, die Klamotten dreckig, mir fällt dazu sofort die passende Stelle im Buch ein.^^
Alles in allem hat mich „Sommertränen“ überzeugt, eben gerade, weil es doch schon einige Jahre auf dem Buckel hat, lediglich das Ende fand ich ein bisschen merkwürdig, darauf kann ich allerdings nicht näher eingehen, ohne zu spoilern.
Mein Fazit: 4 von 5 Blutlachen.

• Titel:                                      „Sommertränen“

• Autor:                                     Simone Trojahn

• Verlag:                                   Redrum

• Format:                                  Taschenbuch

• Seitenzahl:                           377 Seiten

• ISBN:                                      978-3959579049

Genre:                                    Drama

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