„Marvin“ – Moe Teratos

Marvin ist mit 16 von zu Hause abgehauen, weil er seine Mutter nicht mehr ertragen hat, nun lebt er auf der Straße, bis sich eines Abends in einer billigen Kneipe Geralt zu ihm setzt und ihm ein Angebot macht.
Er kann kostenlos bei ihm wohnen, muss aber mit Alkohol und Drogen aufhören.
Wie sich später herausstellt, ist Geralt sehr wohlhabend, besitzt ein großes Haus und erfüllt Marvin jeden Wunsch, erzählt ihm aber auch, dass er besondere Pläne mit ihm hat.
Um ein neues Leben zu beginnen, muss er mit dem alten abschließen und das bedeutet für ihn, er soll die zehn Menschen töten, die  Schuld daran tragen, dass sein Leben so aus der Bahn geraten ist.
Wer die sind, erfährt er jedoch erst nachdem Geralt sich das Leben genommen hat und nach ernsthaften Bedenken macht er sich schließlich doch frisch fröhlich ans Werk, immerhin steht ihm Geralt auch als Geist immer noch zur Seite und gibt ihm den einen oder anderen Tipp.
Zuerst entführt er seine ehemalige Lehrerin, der Dame hatte er sich als Kind anvertraut, anstatt ihm zu helfen, betitelt sie ihn als Lügner und geht mit seiner Mutter, seiner Peinigerin, auch noch zum Kaffeeklatsch.
Die Wut auf sie ist immer noch groß, trotzdem dauert es eine Weile, bis Marvin Freude dabei empfindet, sie zu quälen und das ist erst der Anfang …

Zu „Marvin“ von Moe Teratos werde ich wohl immer ein ganz besonderes Verhältnis haben, auch wenn ich nach ca. 40% des Buches ins Gras beiße.
Ja, ich spiele tatsächlich mit, als bösartiges, aber immerhin zähes Miststück und im weitersten Sinne hat mein Tod sogar was mit Essen zu tun, perfekt.
Aber auch wenn ich nach nicht mal der Hälfte raus war, hab ich natürlich trotzdem tapfer weitergelesen, nur, soviel kann ich euch verraten, gerächt hat mich keiner, nun ja, das Leben ist halt hart…
Danke Moe, dass du mich hast über die Klinge springen lassen, das wollte ich ja schon immer mal und dafür, dass ich eigentlich tot bin, fühle ich mich ganz gut.
Aber zurück zum Thema.
Das Cover hat mich ein bisschen irritiert, zeigt es doch zwei behandschuhte Hände mit einer Drahtschlinge, eine Methode, mit der Marvin nicht mordet, von glattgebügelten Profikiller ist er auch ziemlich weit entfernt, aber zumindest erkennt man, worum es geht.
Die Protagonisten sind gut beschrieben, selbst die, die eigentlich nur einen kurzen Auftritt als Opfer haben.
Was ich mich allerdings die ganze Zeit über frage, wie zum Geier hat man diese zehn Personen, die Marvin ermorden soll, ausgewählt?
Ich meine, die Mutter, okay, kann ich noch nachvollziehen, aber gerade die Bankdame, also ich.
Sie hat ihm mit 16 kein Konto eröffnet, weil er keinen Ausweis dabei hatte, tja, so sind nun mal die Regeln.
Das also hat in Marvins kranken Schädel mit dazu geführt, dass sein Leben den Bach runterging?
Na zum Glück bin ich ja kein rachsüchtiger Mensch.

Kleiner Spoiler am Rande, mir ist der Titelheld irgendwie eh sehr suspekt.
Wieviel von dem, was er sieht oder erzählt, ist überhaupt  wahr?
Was ist mit Geralt, hat er ihn gar selbst um die Ecke gebracht?
Irgendwie werde ich dieses Gefühl nicht los…

Der einzige, zumindest etwas positive Charakter in dieser ganzen Geschichte ist für mich der Hund, ja, es ist so, in jedem Buch sollte es ein Tier geben, so hat man wenigstens einen Sympathieträger.^^
Wobei ja auch Melanie zumindest so ein bisschen eine positive Rolle spielt, allerdings ja auch nur kurzzeitig.
Alles in allem hat mich „Marvin“ gut unterhalten, auch wenn am Ende einige Fragen offenbleiben oder man das Geschehen eben auf ganz unterschiedliche Art und Weise deuten kann.
Kurz und knapp: 4 von 5 Blutlachen…

• Titel:                                      „Marvin“

• Autor:                                     Moe Teratos

• Verlag:                                   Redrum

• Format:                                  Taschenbuch

• Seitenzahl:                           286 Seiten

• ISBN:                                      978-3959578158

Genre:                                    Thriller

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