„Milestone“ – Kealan Patrick Burke

Stadt ohne Seele …

Ja, ich mag Kealan Patrick Burke und seinen Schreibstil, er kann Figuren erschaffen, die man fast vor sich sieht, aber mit „Milestone“ bin ich irgendwie nicht so richtig warm geworden.
Das Büchlein ist hübsch aufgemacht, die Dame, die darauf über die Straße krabbelt, könnte der ersten Geschichte „Die Hexe“ entsprungen sein, allerdings war die Frau da nicht hüllenlos, soweit ich mich erinnere, aber nacktes Fleisch zieht ja bekanntlich immer…^^
Für eine gebundene Ausgabe ist das Buch recht klein, es hat fast Taschenbuchformat und, nicht zu vergessen, es ist vom Autor signiert, was es schon zu einem kleinen Schätzchen im Regal macht, denn es gibt nur 500 Exemplare, meins übrigens hat die Nummer 5.
Dann kommt allerdings schon wieder meine leichte Abneigung gegen Kurzgeschichten ins Spiel, hier gibt es vier davon, eine in längerer Form sogar als eigenständiges Buch, da werden die Geschehnisse natürlich noch genauer ausgeleuchtet.
Hier ein kurzer Überblick:

„Die Hexe“: Officer Bryce Carrigan wird zu einem Unfall gerufen, was ihn nicht sonderlich wundert, immer wieder gibt es an der Stadtgrenze „Wildunfälle“, nur, dass nie irgendwelche Tiere auftauchen, dafür aber tote Menschen.
Die Frau diesmal hat allerdings überlebt, faselt aber irgendetwas über ein Kind, welch sonderbarer Zufall, denn die Gattin des Polizisten ist schwanger…

„Samstagabend bei Eddies“ ist sozusagen die Kurzfassung zu „Seelenhandel“, dieselbe Geschichte, nur eben etwas weniger ausgeschmückt, auch hier geht es natürlich um „Eddies Tavern“, wo man sich allabendlich trifft, mehr zu tun gibt es in Milestone ja nicht.
Diesmal erzählt der Sheriff von Reverend Hill, der allerdings eher Dämon als Priester zu sein scheint und der von jedem Einwohner eine besondere Art der Wiedergutmachung für begangene Sünden einfordert…
Da ich „Seelenhandel“ schon gelesen habe, war diese Geschichte nichts Neues für mich, trotzdem mochte ich sie von allen am liebsten, gerade, weil man auf so viele schräge Charaktere trifft.

„30 Meilen von Dry Country“ hingegen hat mir am wenigsten zugesagt.
Warrick Tanner, ein alter Mann warnt einen Durchreisenden vor Milestone und erzählt ihm seine Geschichte, die, nun ja, mehr würde zu sehr spoilern…

Und als Letztes wäre da noch „Das Palaver“: Ein Friseur ohne Kundschaft grübelt darüber nach, sein Geschäft endlich aufzugeben, als er einen seltsamen Besucher bekommt.
Der Herr berichtet  ihm über einen Barbier, der nach Milestone kommt und dort den alten leerstehenden Laden übernimmt, allerdings wird er nicht unbedingt freundlich aufgenommen und rächt sich auf seine eigene Art und Weise…

Die Stories an sich haben nichts miteinander, spielen aber eben alle in Milestone, einem merkwürdigen Ort, der ausgewählte Leute von außen „herbeiruft“ und andere schlicht und ergreifend auf seine eigene Art und Weise los wird.
Kurzum, es ist ein Ort ohne Seele, für den seine Bewohner nichts anderes als Spielfiguren sind, an sich Thema mit Potential und ich behaupte mal ganz kühn, mit einer durchgängigen Geschichte hätte mir das Ganze eher zugesagt, so gibt es leider nur 3,5 von 5 Blutlachen.

• Titel:                                      „Milestone“

• Autor:                                     Kealan Patrick Burke

• Verlag:                                   Voodoo Press

• Format:                                  Hardcover

• Seitenzahl:                           278 Seiten

• ISBN:                                      /, Sammlerausgabe

Genre:                                    Horror, Mystery

• Bewertung:

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