„Die weissen Männer“ – Arthur Gordon Wolf

Technik, die nicht begeistert …

Brandon Tolliver ist der nette Typen von nebenan, eher zurückhaltend, durchschnittlicher Job, kein Frauenmagnet.
Seine Nachbarin, eine alleinstehende alte Dame wird natürlich immer freundlich gegrüßt und als er sie eines Tages mit einem Replikanten im Treppenhaus trifft, hat er gleich ein ungutes Gefühl, doch sie ist von der Haushaltshilfe, die sie Alexander nennt, rundum begeistert, allerdings nicht sehr lange…
Eines Nachts hört Brandon nebenan Geschrei und Lärm, auf sein Klingeln öffnet ihm keiner und so steigt er übers Fenster in ihre Wohnung ein und findet dort Alexander, den randalierenden Replikanten vor.
Nach einigen Mühen gelingt es ihm, das Ding abzuschalten.
Komischerweise ist seine Nachbarin die nächste Zeit verschwunden und als er sie Wochen später wieder trifft, lädt wie ihn erstmal zum Tee ein.
Das Erste, was ihm auffällt, ist Alexander, er ist wieder da, aber nicht nur das, auch die alte Dame hat sich irgendwie verändert…

Im 22. Jahrhundert laufen die Dinge etwas anders als heute, wobei roboterähnliche Geschöpfe als „Diener“ an sich ja keine neue Idee sind.
Alexander aber ist ein Geschöpf, das man nicht um sich haben möchte und genau so wird auch sein Äußeres von Anfang an beschrieben, unsympathisch, ja sogar abstoßend irgendwie, man kann sich so richtig einen Menschen vorstellen, den man nicht mag, dabei ist er ja nicht einmal ein Mensch…
Brandons Nachbarin scheint das allerdings anders zu sehen, behandelt sie ihn doch fast schon wie Familie.
Ja, die Zukunft ist düster, wer auf etwas stößt, das nicht für seine Augen bestimmt war, muss um sein Leben fürchten, Gesellschaftskritik, verpackt in Zukunftsvision, ein schlauer Schachzug.
Allzu fern scheint diese Zukunft allerdings nicht mehr zu sein, bedenkt man, welche Stellung der ganze Technologiekram heute schon einnimmt.
Wenn da mal etwas aus den Fugen gerät…

Die Charaktere sind gut ausgefeilt, die schrullige Nachbarin Miss Brookdahl ist die nette Omi von nebenan, die man einfach ins Herz schließen muss, Replikant Alexander einfach nur ein Kotzbrocken und Brandon, nun ja, der ewig missverstandene Held eben.
Und auch wenn die Novelle eher düster ist, so blitzt hier und da doch immer wieder Humor durch, ich persönlich mag sowas ja sehr gern, das lockert das Geschehen etwas auf.
Der Schreibstil weiß zu überzeugen, das Cover allerdings nicht so ganz, denn mich erinnert das Gesicht vor dem Hintergrund der Metropole irgendwie eher an einen Zombie.
Nichtsdestotrotz hat mich Arthur Gordon Wolfs Novelle „Die weissen Männer“ neugierig auf sein UMC-Universum gemacht, dafür gibts 4 von 5 Blutlachen.

(Rezension vom 09.09.2016)

• Titel:                                       „Die weisen Männer“

• Autor:                                    Arthur Gordon Wolf

• Verlag:                                  Voodoo Press

• Format:                                 Taschenbuch

• Seitenzahl:                           113 Seiten

• ISBN:                                      978-3-902802-32-3

• Genre:                                  Dystopie

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