Interview und Verlosung Wrath James White, Buchmesse Leipzig

„Meine Mom liest meine Bücher nicht“

Zur Buchmesse hatte ich gemeinsam mit den Büchergnomen die Gelegenheit zu einem netten kleinen Plausch mit Wrath James White und seiner bezaubernden Frau Tammy.
Da sich das Ganze über eine (übrigens sehr unterhaltsame und lustige) Stunde hinzog, gibt es hier natürlich nur eine kleine Zusammenfassung, Wrath James White in neun Punkten, sozusagen.
Wusstet ihr übrigens, dass er alle seine Bücher immer wieder seiner Ma widmet, obwohl er genau weiß, dass sie sie nicht liest?

Ach ja, und bevor ich es vergesse, zu gewinnen gibt es natürlich auch wieder eine Kleinigkeit, eine von Wrath signierte Ausgabe von „Der Teratologe“ mit Autogrammkarte und tada, einen zweiten kleinen Preis bestehend aus Autogrammkarte mit signiertem Kühlschrankmagnet, teilnehmen könnt ihr bis zum Freitag, also dem 31.05. 15 Uhr, danach werde ich auslosen.
Um mit in den Lostopf zu hüpfen, müsst ihr natürlich hier unter dem Originalbeitrag kommentieren, diesmal möchte ich wissen, welches euer Lieblingsbuch von Wrath ist oder ob ihr überhaupt schon eins gelesen habt.^^
Wie immer drücke ich euch natürlich wieder alle vorhandenen Däumchen.
Und bevor ich es vergesse natürlich noch ein ganz liebes Dankeschön an Inge von Festa für die Bereitstellung des Buches.

Aber nun erstmal zurück zu unserem kleinen Interview, bei dem es statt Fragen diesmal schlicht und ergreifend Stichworte gibt, ein bisschen Abwechslung muss halt auch mal sein.

Einhörner:

(Vor 2 Jahren erzählte Wrath beim Meet & Greet, dass er zusammen mit Monica O’Rourke ein etwas anderes Einhornbuch plant, absolut kinderuntauglich.^^)

Wrath: „Monica hat mich gefragt, sie will mitmachen und ja, ich habe angefangen. Die Idee: Ein Mädchen sieht im Hinterhof nach einem Regentag einen Regenbogen und findet an dessen Ende ein kleines Einhorn, das ihr Beschützer wir und es tötet jeden. Die Eltern missbrauchen ihre Tochter, außerdem ist sie autistisch und wird in der Schule gemobbt, es gibt also genug Opfer. Aber es ist ein süßes Einhorn, also tötet es die Leute auf eine niedliche Art und Weise, bezaubernde Tode, sozusagen…“

Familie:

Wrath; „Ich habe 4 Kinder, einen erwachsenen Sohn, die anderen sind 13, 12 und 10.“

Tammy: „Und alles Mädchen, wie sagst du immer?“

Wrath: „Guns don’t kill people, fathers with pretty girls kill people.“

Geld:

Wrath: „Ich überlasse meiner Frau viele Dinge im Haushalt. (Gelächter) Nein, ich meine nicht das Putzen, sie kontrolliert die Finanzen, denn ich hasse Geld…“

Tammy: „Er muss nur wissen, dass es auf dem Konto ist, alles andere ist ihm egal.“

Wrath: „Ich will keine Rechnungen sehen. Als ich ein Kind war, waren wir arm, Geld war alles, das einzige Gesprächsthema war: Wir haben nicht genug Geld, wir brauchen mehr Geld… Jetzt möchte ich mir keine Gedanken mehr darüber machen, also überlasse ich das meiner Frau.“

Wrath: „Ich habe immer 4 oder 5 Geschichten im Kopf und muss die Zeit finden, sie aufzuschreiben. Sobald ich eine zu Papier gebracht habe, kommt die nächste, so bin ich immer beschäftigt.“

Kontrollfreak:

Tammy: „Ich stehe unter ständiger Kontrolle. Im Dunkeln darf ich das Haus nicht verlassen…“

Wrath: „Das ist nicht wahr, nicht mehr, aber es war so. Ich bin in einer Gegend aufgewachsen, in der es sehr viele Verbrechen gab und ich hab da Paranoia entwickelt. Immer, wenn sie sich nicht meldet, denke ich gleich an das Schlimmste, immerhin schreibe ich ja darüber. Ihr Auto ist mal liegengeblieben, sie rief mich an, erzählte mir davon und als ich sie zurückrufen wollte, ging sie nicht mehr ans Telefon. Ich dachte mir, eine hübsche Frau am Straßenrand, jemand hält an, greift sie an. Je länger sie sich nicht meldete, umso schlimmer wurde die Geschichte in meinem Kopf. Ich sah sie schon in einer Mülltonne an der Straße. Später rief sie zurück, erklärte, dass sie mit dem Abschleppdienst telefoniert hat und fragte, was mit mir nicht stimmen würde. Sowas kann man nicht mit einem Horrorautor machen…“ (Allgemeines Gelächter.)

Tammy: „Wir haben jetzt einen Kompromiss, ihr kennt doch die Handyfunktion, mit der man seinen Standort teilt, jetzt sieht er immer, wo ich bin.“

Wrath: „Also, die Antwort ist nein, ich bin kein Kontrollfreak.^^“

Lieblingsbuch:

Wrath: „Ich habe kein Lieblingsbuch, dass, an dem ich gerade schreibe, ist immer mein liebstes.“

Schreibprozess:

Wrath: „Manchmal habe ich von Anfang an das gesamte Buch im Kopf, manchmal alles bis auf das Ende. Als ich „Der Totenerwecker“ schrieb, hatte ich keine Ahnung, wie es enden würde. Die letzten 8.000 Worte, das sind ungefähr 120 Seiten, habe ich an einem Wochenende geschrieben, ohne Pause. Manchmal ist es besser, selbst nicht zu wissen, wie es ausgeht, das macht es aufregender für mich, dann will ich zum Ende kommen, um zu wissen, was passiert. Wenn ich schon weiß, wie es ausgeht, ist es schwieriger, weil, auch wenn ich es noch nicht geschrieben habe, fühlt es sich an, als hätte ich es schon getan, das ist nicht so spannend.“

Tabus:

Wrath: „Ich würde niemals Kindesmissbrauch verherrlichen, leider gibt es genug davon auf dieser Welt und ich würde es hassen, wenn etwas von dem, was ich geschrieben habe, Pädophile anmacht.“

Wunschschreibpartner:

Wrath: „Leider ist der schon verstorben: Jack Ketchum. Brian Keene ist jemand, mit dem ich schon seit 10 Jahren darüber rede, wir haben jetzt gerade angefangen und ich warte darauf, dass er mir seinen Teil zuschickt.“

Zusammenarbeit:

Wrath: „Einer der Gründe, warum ich mit anderen Autoren zusammenarbeite, ist, um zu sehen, wie sie schreiben und ihre Stories aufbauen. Außerdem bin ich ein Einzelkämpfer, ich komme nicht so gut mit anderen klar und so zwinge ich mich, meine Komfortzone zu verlassen. Ich habe eine dominante Persönlichkeit und muss mich so auch mal zurücklehnen, damit meine Partner sich entfalten können … Aber ich schreibe immer das Ende.^^“

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10 Antworten zu Interview und Verlosung Wrath James White, Buchmesse Leipzig

  1. Fabian sagt:

    Tolles Interview!
    Population Zero fand ich bis jetzt am besten

  2. Svenja sagt:

    Tatsächlich habe ich nur schänderblut gelesen und das hat mir ziemlich gut gefallen ☺️

  3. Virginy sagt:

    Ja, die Tram-Lesung war sehr faszinierend, das hat sich der Straßenbahnfahrer wohl auch gedacht, lach.

  4. Winfried Lahs sagt:

    Leider habe ich bisher noch keines seiner Werke gelesen (oder getraut zu lesen) – aber ich habe die Tram-Lesung gesehen und es ist wirklich unglaublich wie ein solcher Hühne von Mann trotzdem so sanft rüberkommt mit seiner beruhigenden Stimme – und andererseits wieder solche Schocker zu Papier bringt…. 😉

  5. Mike Pusch sagt:

    Ich lese gerade ,sein Schmerz.Es ist mein erstes Buch von Wrath und ich bin begeistert.Ich freu mich mehr von ihm zu Lesen.In dem Mann steckt sehr viel Phantasie und erschreckendes.

  6. Virginy sagt:

    Ja, die Stimme ist zum Dahinschmelzen …

  7. Ramona Wegener sagt:

    Schänderblut ist mein absoluter Liebling ❤️
    Hehe der ist ja so Mega sympathisch und diese Stimme *rrrrrrr*

  8. Virginy sagt:

    Ist auch ein total amüsanter Zeitgenosse, lach.

  9. Ilona Dux sagt:

    Ein tolles und lustiges Interview.
    Ich hab leider bisher noch keins seiner Bücher gelesen aber einige stehen auf meiner Wunschliste.
    Danke für das Gewinnspiel.

  10. Nicole Plath sagt:

    Schänderblut fand ich sehr gut… Über den Teratologen wäre ich sehr glücklich 🙂

    Ein tolles Interview, ich folge ihm ja auch auf Instagram – ich mag ihn sehr als Autor und Persönlichkeit.

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