„Lyrica“ – Jane Breslin

Auf „Lyrica“ war ich sehr gespannt, zum Einen, weil mein Verhältnis zu Kurzgeschichten doch etwas gespannt ist, der eine oder andere weiß das ja inzwischen, und zum Anderen, weil ich den guten alten Edward Lee doch sehr mag.
Denn genau um ihn geht es in diesem Buch mehr oder weniger und allein das machte mich schon neugierig…

Journalistin Jane (ja, man beachte die Namensgleichheit) bekommt von ihrem Chef ein Interview mit dem Horrorautor Lee Edwards aufgedrückt, als Bewährungsprobe sozusagen, denn ihr letzter Bericht ging ziemlich in die Hose.
Versessen darauf, alles perfekt zu machen, beginnt sie mit der Internetrecherche, ein wenig Vorwissen besitzt sie ja schon.
Doch in der Nacht kommen seltsame Alpträume und auch nach ihrer Ankunft in Amerika wird es nicht wirklich besser, dabei entpuppt sich Lee als durchaus angenehmer Zeitgenosse.
Für ein Interview gibt es jedoch eine Bedingung: Jane soll eine Geschichte schreiben, die ihm gefällt, ihrer Fantasie freien Lauf lassen…
Dabei entsteht die erste Story mit der Fickmaschine, mit der ich leider gar nix anfangen konnte.
Mr. Lee meint zwar, sie gefällt ihm, ein Interview gibt es trotzdem nicht, stattdessen aber einen guten Rat:
„Erzählen Sie Ihren Lesern von Ihrer Geschichte und was ich mit ihrem Kopf gemacht habe. Berichten Sie von Anfang an…“
Das nimmt Jane sich zu Herzen und bereits auf dem Rückflug nach Deutschland folgt der nächste merkwürdige Traum, diesmal geht es um sexbesessene lüsterne Zwerge, leider auch nichts für mich…
Ein kleines Highlight für mich ist dann „Der Hausmeister“, eine kleine fiese Story über eben einen Hausmeister, der sich an den Rüpeln der Schule rächt, auf eine doch etwas ungewöhnliche Weise.
In „Zerplatzte Träume“ begleitet man 2 Frauen, die das Opfer einer neuen Operationsmethode in der Schönheitschirurgie werden und auf Rache sinnen, für mich ganz okay, bevor mit „Déjà Vu“ für mich die 2. wirklich gute Story folgt, in der ein Mann von einem Mädchen aus einem sehr realistischen Computerspiel verfolgt wird.
„Elin und ihre fantastischen Liebhaber“ über eine Prinzessin und deren Hang zum Akt mit seltsamen Geschöpfen entsprach wieder nicht meinem Geschmack, während „Authentisch“ mit seinen Morden und Folterungen wieder unterhaltsam, aber nichts umwerfendes ist.
„Lumen Malus“ ist die letzte Geschichte und erzählt von 2 Brüdern, die als Besucher einer Show Zeugen eines blutigen Spektakels werden.

Alles in allem fand ich die Kurzgeschichten durchwachsen, es gab ein paar richtig gute, die mich gefesselt haben und eben auch welche, mit denen ich gar nichts anfangen konnte, aber das ist bei solchen Sammlungen ja üblich.
Die Idee hinter dem Buch finde ich übrigens genial, bei einigen Stories geht es mir allerdings zu sehr darum, einfach nur zu schockieren, dabei weiß Janes Schreibstil durchaus zu gefallen, das Cover finde ich übrigens auch sehr gelungen…
So gibt es für „Lyrica“ von mir 3,5 Blutlachen.
Auf den Nachfolger freue ich mich umso mehr, denn diesmal gibt es keine Kurzgeschichten, sondern einen durchgängigen Roman und das kommt mir schon mal sehr entgegen.

• Titel:                                       „Lyrica“

• Autor:                                     Jane Breslin

• Verlag:                                   Redrum

• Format:                                  Taschenbuch

• Seitenzahl:                           268 Seiten

• ISBN:                                      978-3959570732

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2 Antworten zu „Lyrica“ – Jane Breslin

  1. Virginy sagt:

    Und ich dachte schon, ich bin wieder die Einzige, die was zu meckern hat, bei all den durchweg positiven Bewertungen. Gespannt bin ich auf die Fortsetzung trotzdem, hab sie auch schon auf dem Kindle, nur zum Lesen bin ich noch nicht gekommen.

  2. DaRo sagt:

    Wie schön, dass es nicht nur mir so ging!
    Es kam mir auch so vor, als würde Jane unbedingt schocken wollen und sich damit eher selbst im Weg stehen!
    „Elin und ihre fantastischen Liebhaber“ fand ich übrigens die schlechteste Story – äußerst sinnfrei.
    Der zweite Band wird wohl zur Buch Berlin dann auch gekauft – bin ja schon neugierig. 😉

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