„Reborn“ – Bryan Smith

Bis das der Tod euch scheidet?

Josh ist ein Kotzbrocken, doch dem netten Typen von nebenan sieht man das nicht an.
Während er die Leute anlächelt, spuken Fantasien durch seinen Kopf, von denen er weiß, dass sie nicht normal sind.
Schon lange träumt er davon, eine Frau zu quälen und zu ermorden, Mitstudentin Helen soll sein erstes Opfer werden, doch während er sie würgt, erkennt er, dass auch sie auf die härtere Gangart steht und die beiden werden ein paar.
Eine Weile geht es ruhiger zu in Joshs Fantasie, bis seine Freundin ihn verlässt und seine Neugier aufs Töten zurückkehrt.
Als Opfer hat er nicht irgendwen ausgewählt, nein, seine alte Sandkastenfreundin Mia soll es sein, Mia, die jetzt so wunderschön und unerreichbar für ihn ist.
Nach dem Mord weiß er, er hat seine Berufung gefunden, Mia sollen noch viele Frauen folgen und Josh kann das nächste Mal kaum erwarten.
Doch dann kommt alles anders, als gedacht, denn Mia kehrt zurück…

Nachdem mich „Die Freakshow“ von Bryan Smith doch etwas enttäuscht hat, war ich gespannt auf das nächste Werk, auch wenn der Plot etwas an „Der Totenerwecker“ von Wrath James White erinnert.
Das Cover ziert eine am Boden liegende schreiende Frau, die durchaus Mia darstellen könnte, passt also schon mal so weit.
Auch an den Charakteren gibt es nichts zu bemängeln, Josh und Mia sind so ein bisschen wie Yin und Yang.
Josh hat es im Leben nicht weit gebracht und er hat seinen Großvater an der Backe, der auch kein wirklich angenehmer Zeitgenosse ist, Josh kann er jedoch nicht toppen (oder vielleicht doch?), denn für den sind alle Frauen Schlampen und dienen nur einem Zweck: seine Opfer zu werden, er will sie beherrschen, ihnen wehtun, sie besitzen.
Mia hat das Pech, sein erstes Lustobjekt zu werden.
Im Gegensatz zu ihm ist sie wunderhübsch und hochintelligent, was ihr in dem speziellen Fall allerdings nicht weiter hilft, denn ihre Leiche endet verscharrt in einer Grube und ihr abgetrennter Kopf in Joshs Kühlbox.
Niemand weiß, dass Mia tot ist und so schaut Josh nach einem Besuch bei seinem Großvater bei Mias Mutter vorbei, die nebenan wohnt.
Insgeheim geilt er sich daran auf, dass er der Einzige ist, der weiß, was mit ihrer Tochter geschehen ist, bis er Mia auf der Terrasse ihrer Mutter entdeckt.
Aber ihr Kopf liegt doch bei ihm zu Hause in der Kühlbox, wie also kann das möglich sein?
Mia hingegen kann sich an nichts erinnern, sie weiß nur eins: Sie muss unbedingt bei diesem Mann bleiben, der ihr mehr bedeutet als ihr Leben und so nimmt eine doch sehr ungewöhnliche makabere „Liebesgeschichte“ ihren Lauf, denn sie weiß, sie kann ihn nicht ändern…
Einerseits ist sie so etwas wie Joshs schlechtes Gewissen, sein einziger Bezug zu seinem alten Leben, andererseits hat man das Gefühl, sie driftet immer mehr in den Wahnsinn ab, was ja auch nicht verwunderlich ist.
Lange Rede, kurzer Sinn, während ich erst dachte, die Sympathiepunkte wären einfach zu verteilen, fand ich irgendwann beide Protagonisten echt gruselig, jeder auf seine Art dem eigenen Wahn verfallen, diese Charakterzeichnung ist Bryan Smith sehr gut gelungen, genau wie der Vergleich mit Bonnie und Clyde, von der Seite habe ich es noch gar nicht gesehen…^^
Außerdem deutet er ja eine Fortsetzung an und verdammt noch mal, nach dem Ende ist er mir die auch schuldig.
Auch wenn „Reborn“ nicht ganz mit Whites „Totenerwecker“ mithalten kann, muss isch das Buch nicht dahinter verstecken, 4 von 5 Blutlachen und eine Leseempfehlung für alle, die es gern etwas härter mögen, für die Freunde von Amerikas Slasherkönig ja sowieso…

• Titel:                                     „Reborn“

• Autor:                                    Bryan Smith

• Verlag:                                  Festa

• Format:                                 Taschenbuch

• Seitenzahl:                           265 Seiten

• ISBN:                                      978-3-86552-774-5

 Genre:                                   Horror, Thriller

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