„Geopfert“ – Wrath James White

Das Leid der Welt …

April hat ein gespaltenes Verhältnis zu Sex, als Jugendliche vergewaltigt, hat sie damit nie wirklich abgeschlossen, Männern kann sie nicht wirklich vertrauen, auch ihr Freund ist da keine Ausnahme.
Der hat irgendwann die Nase voll und packt seine Koffer, April ist wieder allein.
Ein befreundetes Paar erzählt ihr von Delilah, der Voodoo-Priesterin, die all ihre Sorgen und Ängste von ihr nehmen kann.
Anfangs ist April stutzig, die beiden scheinen diese Frau geradezu zu vergöttern, irgendwann lässt sich jedoch breitschlagen und stimmt einem Treffen zu.
Bei ihrer Ankunft ist sie noch skeptisch und will sich keinesfalls auf etwas einlassen, doch Delilah wickelt auch sie sofort um den Finger, denn sie hat eine Gabe, die süchtig macht und manche Leute sind bereit, dafür einen sehr hohen Preis zu zahlen.
Gleichzeitig bekommen es John Malloy und sein Partner mit seltsamen Mordfällen zu tun, in denen Kinder und Tiere die Hauptrolle spielen, allerdings nicht als Opfer.
Und dann ist da noch die Sache mit den vermissten Mädchen …

Gleich zu Beginn ein kleiner Tipp am Rande, wer mit „Geopfert“ liebäugelt, sollte vorher „Der Totenerwecker“ lesen, immer wieder gibt es ein paar Hinweise zu den Geschehnissen in diesem Buch und so richtig versteht man das Ende auch nur, wenn man weiß, was vorher passiert ist.
Natürlich kann man sich das notfalls auch zusammenreimen, aber glaubt mir, das macht nicht halb so viel Spaß.^^
Außerdem war es, neben „Der Teratologe“ eines der ersten Werke aus dem Festa Verlag, das ich mir gegönnt habe und ich mag es immer noch, aber ich stehe ja auch auf etwas abgedrehte Stories.
Doch zurück zu „Geopfert“.
Bereits der Klappentext schreit förmlich nach Voodoo, das Cover mit dem Totenkopf und den Kerzen übrigens auch und allein das lässt mein kleines schwarzes Herzchen bekanntlich höher schlagen.
Und ja, im Hause von Delilah steigen tatsächlich „Voodoomessen“, sie gibt den Leuten, wonach die sich sehnen, aber alles hat seinen Preis und für einige ist der ziemlich hoch.
Überhaupt ist Delilah, die von sich selbst behauptet, ihre Berufung sei es, die Welt von ihrem Leid zu erlösen, ein sehr interessanter Charakter.
Einerseits will sie helfen, andererseits steht sie darauf, angebetet und gebraucht zu werden, oder ist das nur ihr innerer Dämon, der sich gerne feiern lässt?
Fakt ist, sie weiß, was sie tut, hat sich wohl aber nie ernsthaft Gedanken darüber gemacht.
Die machen sich dafür John Malloy und sein Partner Mohammed zur Genüge, denn die Morde, mit denen sie es zu tun bekommen, sind übel, aber wen verhaftet man, wenn Tiere und kleine Kinder die Täter sind?
Und dann sind da noch die verschwundenen Mädchen, von denen eins an einem Mordschauplatz wieder auftaucht.
Irgendetwas Dunkles scheint da draußen vorzugehen und Malloy und Mohammed befinden sich schon bald mittendrin.

„…  Jeden Tag werden Mütter und Babies im Krieg getötet und wir klatschen noch Beifall. Amerika bejubelt seine Leistung und der Präsident wird beliebter. ›Kollateralschaden‹ nennen sie das. Und wofür kämpfen wir? Für Öl? Demokratie? Wiederwahl? Alles, wofür ich kämpfe, ist Liebe, reine Menschlichkeit. Wie viele sogenannte Kollateralschäden, glaubst du, ist ein solcher Krieg wert? … “ (Seite 173)

Wie immer stellt White einige unbequeme Fragen, die wichtigste ist diesmal wohl: Was bist du bereit, für deine Zufriedenheit und dein Glück zu opfern?
Oder besser, wen …
4 von 5 Blutlachen und ein Ende, dass förmlich nach einer Fortsetzung schreit, was will man mehr?

• Titel:                                     „Geopfert“

• Autor:                                    Wrath James White

• Verlag:                                  Festa

• Format:                                 Taschenbuch

• Seitenzahl:                           280 Seiten

• ISBN:                                      978-3-86552-759-2

 Genre:                                   Horror, Thriller

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