„Die Lieferung“ – Andreas Winkelmann

Dein letztes Mahl …

Viola fühlt sich verfolgt.
Erst ist es nur ein Gefühl, ein Schatten, von dem sie ihrer Freundin Sabine erzählt.
Und dann sieht sie ihn, einen Mann mit einer seltsamen blauen Tasche, der plötzlich überall aufzutauchen scheint.
Viola hat Angst, verkriecht sich zu Hause und bestellt beim Lieferdienst, anstatt irgendwo entspannt essen zu gehen…

Einer Jägerin läuft eine bleiche, abgemagerte Frau förmlich vors Gewehr, sie ruft die Polizei und damit Jens Kerner, der fortan alles daran setzt, herauszufinden, wer diese gruselige Frau ist, die immer denselben Satz vor sich her brabbelt.
Bevor er jedoch mehr herausfinden kann, ist sie tot und sie bleibt nicht die einzige Leiche.
Jens‘ Kollegin Rebecca hingegen wird während ihrer Therapie von der Masseurin (ja, das heißt tatsächlich so, ich hab extra gegooglet^^) angesprochen, die erfahren hat, dass sie für die Polizei arbeitet, vor zwei Jahren ist ihre Tochter spurlos verschwunden, Becca tut die Frau leid und sie verspricht, zu helfen.

Ja, in Andreas Winkelmanns „Die Lieferung“ treffen wir auf viele Charaktere und vermeintlich mehrere Fälle, die natürlich miteinander zu tun haben, aber bis man die Zusammenhänge erkennt, vergeht jedoch einige Zeit.
Mit der seltsamen weißen Frau im Wald beginnt alles, „Darling, Licht meines Lebens“ ist der einzige Satz, den sie von sich gibt, sie scheint irgendwo festgehalten worden zu sein, an einem Ort, an dem keine Sonne scheint.
Wieder einmal hat es jemand auf Frauen abgesehen, darauf, sie zu quälen, zu brechen und er geht dabei nicht zimperlich vor.
Wie sich herausstellt, haben einige Opfer bei einem bestimmten Lieferdienst bestellt, das Essen steht noch unangetastet in der Wohnung, von ihnen aber fehlt jede Spur.
Rebecca, die nicht mal wirklich Polizistin ist, sondern für Kerner eigentlich nur Recherchearbeiten erledigt, kniet sich vollkommen in die Sache rein, immerhin hat sie ein Versprechen gegeben, wohl ein bisschen vorschnell, wenn man bedenkt, dass sie keinerlei Befugnisse hat.
Trotzdem ist Becca sehr engagiert und sie hat Jens an ihrer Seite.
Beide geben ein gutes Ermittlergespann ab, auch wenn Rebecca mich hin und wieder mit den Augen rollen ließ, denn sie verfügt zwar über einen gewissen kriminalistischen Spürsinn, kann aber durchaus auch etwas nervend sein.
Jens Kerner ist der typische Single-Ermittler, der eine enge Beziehung zu seinem Gefährt, der Red Lady hat (ach ja, Männer und ihre Autos…), sich bei Rebecca aber über seine Gefühle nicht im Klaren ist und so tänzeln die beiden während des Falles die ganze Zeit mehr oder weniger umeinander herum, eine Sache, die ich meist doch eher als störend empfinde, hier allerdings nicht wirklich.
Im Gegensatz zu den meisten Thrillern ist hier nicht der Ermittler irgendwie gehandicapt, er ist kein Alkoholiker, plagt sich nicht mit Selbstmordgedanken oder leidet an einer unheilbaren Krankheit, nein, eingeschränkt ist diesmal seine „Partnerin“, die nach einem Unfall im Rollstuhl sitzt und trotzdem nicht zu bremsen ist.

„Die Lieferung“ war nicht mein erstes Buch von Andreas Winkelmann, allerdings meine erste Begegnung mit Kerner und Rebecca, die wohl schon in „Das Haus der Mädchen“ gemeinsam ermitteln, das muss ich mir dann wohl noch zulegen.
Übrigens gibt es vom Buch eine Limited Edition im Pizzakarton, eine geniale Idee, wie ich finde, auch wenn ich mit der Lieferung (ein Hoch auf Wortspiele^^) per DPD so meine Problemchen hatte, aber das ist eine andere Geschichte, also zurück zum Thema.
Plot und Charaktere fand ich gelungen, das Cover mit seinem Blick durch den Türspion allerdings führt einen so ein bisschen in die Irre, denn in den verlassenen Wohnungen gibt es kein Blut oder andere Spuren, wie man vielleicht denken könnte.
Alles in allem hat mich Andreas Winkelmann auch diesmal wieder überzeugt, gerade mit seinem Täter, der doch recht lange im Verborgenen bleibt.
Deshalb gibt es auch eine Leseempfehlung für alle Thrillerfreunde und 4 von 5 Blutlachen.

• Titel:                                     „Die Lieferung“

• Autor:                                    Andreas Winkelmann

• Verlag:                                  Rowohlt

• Format:                                 Taschenbuch

• Seitenzahl:                           399 Seiten

• ISBN:                                      978-3-499-27517-3

 Genre:                                   Thriller

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