„Lullaby“ – Chuck Palahniuk

Ein Lied geht um die Welt …

Carl Streator ist Reporter und arbeitet an einem ziemlich langweiligen Auftrag, er hat eine Serie über Todesfälle bei Kindern schreiben, die alle für plötzlichen Kindstod halten.
Nicht sehr begeistert von der Aufgabe macht er sich an die Arbeit, er soll Rettungskräfte ausquetschen, sich in den Häusern der Eltern umsehen.
Dabei fällt dem Journalisten auf, dass all den Kindern am Abend vor dem Tod aus demselben Buch vorgelesen wurde, ein ganz bestimmtes Gedicht über Tiere, die schlafen gehen.
Er befragt die Eltern, aber keiner hat das Buch im Haus, anscheinend stammt es aus der Bibliothek.
Auch mit Helen, einer Maklerin, trifft er sich unter dem Vorwand, sich ein Haus ansehen zu wollen, als er sie jedoch nach ihrem verstorbenen Sohn und dem Buch befragt, wirft sie ihn raus.
Doch auch ihr lässt die Geschichte um das Wiegenlied keine Ruhe und so trifft sie sich erneut mit Straton und macht seltsame Andeutungen darüber, dass man es benutzen kann, um ungeliebte Personen aus dem Weg zu räumen.
Auch Carl hat das schon an einem Kollegen „getestet“, der ist tot.
Das Buch muss also wegum nicht noch mehr Kindern das Leben zu kosten und so machen sich Carl, Helen und deren Sekretärin Mona samt Freund auf eine Reise durch Amerika mit dem Ziel, alle noch vorhandenen Exemplare zu vernichten.
Doch wer Macht in den Händen hält, will sie irgendwann auch nutzen …

„… In den Buch steht, das sei ein Merzlied. In manchen Kulturen wurden solche Lieder Kindern vorgesungen, während Hungersnöten oder Dürrezeiten oder wenn der Stamm für sein Land zu groß geworden war. Man singt es für im Kampf verstümmelte Krieger und kranke Menschen, für jeden, dessen baldigen Tod man sich erhofft. Um seine Schmerzen zu beenden. Es ist ein Wiegenlied. Ein Lullaby.  …“  (Seite 43)

Mein erstes Buch von Chuck Palahniuk und ja, er hat einen sehr eigenen Schreibstil, den ich anfangs etwas anstrengend fand, aber irgendwann war ich drin und es hat mich nicht mehr gestört.
Allerdings fand ich die Geschichte auch irgendwie faszinierend, zeigt sie uns doch, wie schnell der Normalbürger zum eiskalten Mörder mutiert, wenn er die Chance hat, völlig unerkannt davonzukommen, Carl ist das beste Beispiel dafür.
Um herauszufinden, ob es wirklich stimmt, das jenes Lied töten kann, probiert er es mal eben am ungeliebten Kollegen aus, der hat ja eh nur genervt und ist auch kein Verlust für die Menschheit.
Tja, so schnell kann es gehen und man wird zum Herrscher über Leben und Tod.
Palahniuk verpackt seine Gesellschaftskritik auf sehr düstere, fast schon boshafte Art und Weise.
Ist Streator anfangs ein recht normaler Bürger, gehen er und sein Anhang im Laufe der Zeit buchstäblich über Leichen, es ist ja auch einfach…
Und doch muss man zwischendurch immer wieder über die Anzeigen schmunzeln, die anfangs scheinbar wahllos im Buch auftauchen, über die man jedoch später aufgeklärt wird.
Eine sehr innovative Art, Geld zu machen, muss ich schon sagen, das behalte ich mal im Hinterkopf.^^
Das Cover mit dem toten gelben Vogel, der seine Beine gen Himmel streckt, spricht mich jetzt nicht wirklich an, aber der Inhalt ist es ja, der zählt und dafür gibt es von mir 4 von 5 Blutlachen.

• Titel :                                       „Lullaby“

• Autor :                                    Chuck Palahniuk

• Verlag :                                  Goldmann

• Format :                                 Taschenbuch

• Seitenzahl :                           254 Seiten

• ISBN :                                      978-3-442-54219-2

 Genre :                                   Roman

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