Der (Un)Sinn des Bücherkaufs

„Du hast doch schon so viele Bücher, warum kaufst du immer mehr?“
Ich glaube, diese berühmt-berüchtigte Frage kennt jeder von uns.
Früher war es meine Oma, die immer meinte: „Warum hebst du das ganze Zeug auf, wenn du es doch schon kennst?“
Ganz einfach, weil mich Bücher glücklich machen und man irgendwie ja auch sein sauer verdientes Geld auch wieder in Umlauf bringen muss, um die Wirtschaft anzukurbeln.
Aber nie macht man was richtig.
Fährt man auf ein Konzert, heißt es: „Denk doch mal dran, wie alt du bist!“ und kauft man was zu lesen, ist es auch nicht richtig.
Ich bin nun mal nicht der Typ, der sich auf nem Luxuskahn zur Happy Hour einen Cocktail nach dem anderen hinter die Binde gießt, sein Auto verhätschelt oder unbedingt Markenprodukte haben muss, mir reicht Papier und ein bisschen Fantasie, um in andere Welten abzutauchen, was ist daran so verwerflich?
„Dann kauf dir doch eBooks, spart Geld und Platz.“
Öhm, nein.
Gut, bis vor zwei Jahren war ich absoluter Gegner von Readern aller Art, ein Buch in der Hand zu halten oder es zurück ins Regal zu stellen, ist eben doch was völlig anderes.
Aber ich habe meine Meinung zumindest etwas geändert, denn praktisch sind die Dinger ja doch irgendwie, gerade auf dem Weg zur Arbeit oder wenn man mal ein paar Tage wegfährt und eben nicht den halben SUB einpacken will, weil man sich mal wieder nicht entscheiden kann.
Außerdem sind da natürlich all die Sachen, die nur digital erscheinen …

Und trotzdem müssen Bücher, die mich begeistert haben, nach wie vor auch als Print ins Regal einziehen, ich muss sie in der Hand halten können, anfassen, der Bücherjunkie weiß, was ich meine, alle anderen werden wahrscheinlich entnervt mit den Kopf schütteln, aber so ist es nun mal.
Wieder ein anderes Thema ist der Umgang mit Büchern, ein Buch ist für mich ein Gebrauchsgegenstand und kein Ausstellungsstück, wenn es eine Leserille hat, dann ist das eben so und keinen halben Herzinfarkt wert.
Ich habe Exemplare, die sind abgegriffen, trotzdem würde ich nie auf die Idee kommen, mir eine neue Ausgabe zuzulegen, solange sie nicht auseinanderfallen, warum auch?
Wenn sie mich 30 Jahre begleitet haben, dann darf man ihnen das auch ansehen, wir wollen doch auch in würde altern und nicht abgeschoben werden.
Damit meine ich natürlich nicht, dass ich meinen Lesestoff nicht pfleglich behandle, die Rebellenzeit, als jede gute Textstelle mit einem Eselsohr markiert wurde, ist natürlich längst vorüber, aber wie gesagt, Gebrauchsgegenstand und so, ich hänge meine Klamotten doch auch nicht eingeschweißt in den Kleiderschrank, genau das unterscheidet mich vom Sammler.^^
Allerdings muss ich gestehen, dass die Leute, die alles toll finden, mir auch nicht geheuer sind.
Klar sind Geschmäcker verschieden, zum Glück, sonst wäre die Vielfalt bald Geschichte, aber ich kann nicht nachvollziehen, das man jedes Werk ganz großartig findet, nur weil ein bestimmter Name draufsteht.
Mein Lieblingsbeispiel ist und bleibt da Stephen King, allein schon, weil er mich seit mehr als 30 Jahren begleitet und ich ihn nach wie vor sehr mag.
Was aber nicht heißt, dass ich alle seine Bücher vergöttern muss, manche fand ich richtig furchtbar, „Das Mädchen“ zum Beispiel, (Darf ich das sagen, ohne gesteinigt zu werden?) oder „Puls“, auch „Qual“ verursachte mir selbige.
Dennoch bleibt King für mich der Meister, aber ich muss nicht mehr alles von ihm lesen, manches interessiert mich schon rein plottechnisch überhaupt nicht, auch der eigene Geschmack ändert sich halt im Laufe der Zeit.
Deutsche Autoren waren für mich früher ein rotes Tuch, ein paar Werke gelesen und enttäuscht einen großen Bogen um alles weitere gemacht, ein großer Fehler, denn wir haben echt gute Schreiberlinge, was wären Thriller ohne Fitzek oder Gruber?

Ich könnte hier noch einige Beispiele nennen, aber ich will ja keinen Roman schreiben, also verzeiht mir, wenn keine weiterten Namen fallen, das ist keine böswillige Absicht, ich will lediglich Zeit sparen, ab einem gewissen Alter tut man das, wo man nur kann.^^
Lange Rede, kurzer Sinn, nein, ich werde mich auch weiterhin nicht ändern, na und, dann kann ich eben an keiner Buchhandlung vorbeigehen, es gibt schlimmeres im Leben, sich jeden Abend vor der Glotze den Hintern platt zu sitzen zum Beispiel.
In diesem Sinne, füllt weiter eure Regale, die Wirtschaft wird es euch danken.^^

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