„Der Berater“ – Bentley Little

Pass auf, wen du einstellst …

Wenn die Einnahmen nachlassen oder Produkte sich nicht wie erhofft an den Mann (oder die Frau) bringen lassen, ist es nicht unüblich, sich eine Beraterfirma mit ins Boot zu holen, die die Lage beurteilen soll und schaut, wo man Geld einsparen kann.
Genau das geschieht auch in der Softwareentwicklungsfirma, in der Craig Horne arbeitet.
Eine durchaus übliche Praxis, die erstmal Angst verbreitet, denn meist werden gezielt Stellen abgebaut und so ist die Belegschaft natürlich nicht sonderlich begeistert, als sie davon erfährt.
Der eingestellte Berater namens Regus Patoff sorgt jedoch erstmal für Erheiterung, sieht er doch eher ungewöhnlich, um nicht zu sagen albern, aus, doch irgendetwas an ihm ist Craig von Anfang an unheimlich und er soll Recht behalten.
Geht es anfangs nur um nervige Meetings und Mails, steigert sich das Ganze immer weiter, keiner traut dem anderen mehr über den Weg, Leute verschwinden oder erleiden merkwürdige Unfälle und Pathoff scheint immer mehr Einfluss zu gewinnen…

Ja, man kann durchaus sagen der seltsame Regus Patoff ist Craig von Anfang an ein Dorn im Auge, ihm schwant schon bei der ersten Begegnung Böses, allerdings hat er nicht mit diesem Ausmaß gerechnet.
Als Leiter seiner Abteilung setzt er sich für sein Team ein, muss aber bald erkennen, dass der Berater mit unfairen Mitteln kämpft.
Er sät Misstrauen, spielt die Leute gegeneinander aus und taucht schließlich sogar in der Schule von Craigs Sohn und am Arbeitsplatz seiner Frau auf, beide haben Angst vor ihm und auch Horne hat bald das Gefühl, das mit diesem Mann irgendwas nicht stimmt, ist er über Haupt ein Mensch?
Und wer ist die BFG, die Firma, für die er arbeitet, außer ihm, scheint es dort keine anderen Mitarbeiter zu geben, dafür wird sie von Unternehmen zu Unternehmen weiterempfohlen…

Bentley Little zeigt uns in „Der Berater“, wie leicht man Menschen doch manipulieren kann.
Hier und da ein paar Gerüchte in die Welt setzen, ein paar kleine Drohungen und schon tun die Leute, was man von ihnen erwartet, da werden Mitarbeiter angeschwärzt, damit sie entlassen werden, Freunde gegeneinander aufgehetzt und obwohl jeder weiß, wie das Spielchen funktioniert, machen sie alle mit.
Horne und sein Freund Phil scheinen die Einzigen zu sein, die sich auflehnen.
Craig verteidigt seine Leute, verhindert Entlassungen, kurzum, er ist der gute und faire Chef, von dem eigentlich jeder träumt, aber irgendwann ist auch er machtlos, muss er doch die eigene Familie schützen.
Sein Gegenspieler hingegen, Regus Patoff, ist ein sehr merkwürdiger Zeitgenosse, wirkt er anfangs etwas belustigend, müssen die Leute schon bald erkennen, dass mit ihm absolut nicht zu spaßen ist, er ist kalt, berechnend, machthungrig und scheint über seltsame Kräfte zu verfügen, ein sehr unfairer Kampf…

Wie schnell und in welchem Umfang lassen wir uns manipulieren?
Ein interessantes Thema, das für mich die übernatürliche Komponente gar nicht mal gebraucht hätte, funktioniert das doch alles auch ohne irgendwelche Kräfte von außerhalb.
Wie sehr sind wir auf unsere Jobs angewiesen und was würden wir tun, um sie nicht zu verlieren?
Was sind Freundschaften wert und ist man sich am Ende nicht doch selbst der Nächste?
Viele Fragen, die Antworten darauf muss wohl jeder selbst finden, aber für den Denkanstoß gibt es von mir 4 von 5 Blutlachen.
PS: Das Cover ist übrigens auch wieder großartig, die Hände scheinen aus dem Buch heraus direkt nach einem zu greifen…

• Titel:                                     “Der Berater“

• Autor:                                    Bentley Little

• Verlag:                                  Buchheim

• Format:                                 Hardcover

• Seitenzahl:                           440 Seiten

• ISBN:                                      978-3-946330-11-0

 Genre:                                  Thriller / Horror

• Bewertung:                 

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