Kiefer Sutherland, Berlin, 04.10.2019

Immer noch ein Charmeur …

Feiertag und Betriebsferien sind was Feines, vor allem, wenn man zu einem Konzert will, diesmal stand nach langer Zeit mal wieder Kiefer Sutherland auf der Liste.
Ich glaube, ich erwähnte es schon mal, besonders gute Freunde waren wir damals nicht, in meiner Teeniezeit, eine Freundin war ein totaler Fan und hat mich zu jedem Film mit ins Kino geschleift, glaubt mir, das waren einige und ich nicht sonderlich amused, aber was tut man nicht so alles …
Im Laufe der Zeit wandelte sich meine Abneigung genau wie seine blonden Haare und als er letztes Jahr im Sommer hier in Leipzig gespielt hat, dachte ich mir, klar, warum nicht, kann man sich ja mal anschauen.
Getroffen hab ich damals einen sehr sympathischen Menschen, der auch noch eine tolle Show geliefert hat und das im strömenden Regen.
Jetzt, fast 1,5 Jahre und einige Konzerte und Treffen später freue ich mich auf den Abend und abgesehen von zwei Autogrammjägern sind wir tatsächlich die Ersten vor Ort und das Kiefer sich etwas später an uns vorbeischleicht, bemerken wir zu spät, aber rechtzeitig genug, um ein breites Grinsen zu erkennen.
Gut, dann eben auf die harte Tour, aber die ist gar nicht nötig, denn kurz darauf taucht er wieder auf, gut gelaunt und charmant wie immer, entschuldigt sich sogar dafür, dass er kein Deutsch versteht.
Da ist mal so gar nichts von Hollywoodglamour, die Boots sind abgelatscht und dreckig, der nette Typ von nebenan.
Aber dann diese Stimme, verraucht, whiskeygeschwängert, für mich müsste er nicht singen, ich würde ihm sogar zuhören, wenn er die Bibel vorliest…
Die restlichen Stunden sind leider weniger erfreulich, Anstehen im strömenden Regen, ja, der da oben hat es mal wieder gut mit uns gemeint, zu gut, aber wenigstens sind wir immer noch die ersten an der Tür, als es endlich reingeht.
Die Location ist toll, ein relativ kleiner Saal, dafür Loge über 2 Etagen, mit Leinwand, damit man auch alles sieht, aber das kommt für uns natürlich nicht in Frage, wir parken unsere Luxuskörper in der ersten Reihe.
Um 21 Uhr beginnt Support Twinnie ihr Programm, nun ja, sagen wir es mal so, Schnuckelchen Rick Brantley im letzten Jahr hat mir besser gefallen …
Und dann ist es endlich soweit, der Star des Abends betritt die Bühne und legt mit „Rebel Wind“ und „Can’t stay away“ los und sofort hat er das vorher doch recht unruhige Publikum im Griff.
Der Schauspieler in ihm lässt sich nicht verleugnen, es gibt viele Gesten, ein bisschen overacting, aber es passt zur Show und der Mann redet gern. Sei es über seine Mutter bei „Saskatchewan“ oder die Kindheit mit seinem Vater bei „Knocking on Heaven’s Door“.
Gut, die Story kenne ich inzwischen, trotzdem ist sie immer wieder amüsant und auch „Shirley Jean“ hat es zu meinem Glück wieder auf die Setlist geschafft.
Neben Songs vom alten und aktuellen Album und ein paar Covers gibt es auch ein ganz neues Stück zu hören, dass auf die neue Platte soll, für Nachschub ist also auch schon gesorgt, was will man mehr.

Gut, dass der Abend nicht so schnell zu Ende geht vielleicht, denn nach eineinhalb Stunden ist alles vorbei, es regnet immer noch und die Autobahn bei Nacht ist einfach nur einschläfernd und holt einen schnell in die Realität zurück, Müdigkeit macht sich breit und die Füße tun weh, so ist das halt im fortgeschrittenen Alter.
Aber geil wars trotzdem wieder.^^

An dieser Stelle ein ganz liebes Dankeschön für meine Begleitung und den Fahrservice, es war schön mit euch und man sieht sich, spätestens beim nächsten Mal.

Setlist:

  1. Blue street  (New Song)

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