„Die Guten, die Bösen und die Sadisten“ – Jon Athan

Auge um Auge …

Chastity und Clayton, die sogenannten „California Psychos“, sind die Lieblinge der Klatschpresse, dabei sind sie alles andere als Vorbilder, denn das Pärchen bricht mit Vorliebe in die Häuser von Familien ein, um diese nach ihrer Rückkehr zu Tode zu foltern.
Kurz gesagt, die beiden sind Killer der übelsten Sorte, aber die Polizei hinkt mit ihren Ermittlungen immer mindestens einen Schritt hinterher.
Bis ein Detective auf die clevere Idee kommt, einen anderen Mörder auf sie anzusetzen, der bereits einige Zeit einsitzt.
Und so kommt Sam zum Zug, er soll Chas und Clayton aufspüren und nein, nicht töten, sondern mit ihnen spielen, ihnen wehtun, sie quälen, so, wie sie es mit ihren Opfern machen.
Wie reagiert das Pärchen, das es gewohnt ist, Angst und Schrecken zu verbreiten, wenn sie ihre eigene Medizin kosten müssen?

Ja, ich muss zugeben, nach „Die Hölle der Ashley Collins“ bin ich mit etwas gemischten Gefühlen an das Buch herangegangen, die Leidensgeschichte der Tochter im Keller hat mich zwischendurch immer mal wieder mit dem Kopf schütteln lassen, zu unrealistisch erschienen mir einige Dinge.
Gut, auch diese Geschichte ist nicht unbedingt aus dem Leben gegriffen, aber hier stören mich die Dialoge nicht so, wie z.B. die zwischen Ashley und ihrem Vater, die ich teilweise total daneben fand.
Zum irren Killerpärchen hingegen passt das, anders als zur Kleinstadt-Vorzeigefamilie.
Jetzt aber genug zu Vergleichen, wobei, einen hab ich noch, denn irgendwie erinnert mich „Die Guten, die Bösen und die Sadisten“ ein bisschen an die Francis Ackerman Reihe von Ethan Cross, aber das ist ja nichts schlechtes und auch da wurde nicht zum ersten Mal ein Killer auf freien Fuß gesetzt, um Killer zu jagen.
Das Thema ist also nicht wirklich neu, bringt einen aber immer wieder zum Nachdenken.
Wie weit darf man gehen, um etwas Böses aufzuhalten, was ist mit den daraus resultierenden Kollateralschäden?
Wie kann es passieren, dass Killer in den Medien zu „Helden“ stilisiert werden?

Gut, Chastity und Clayton sind jetzt nicht unbedingt die hellsten Kerzen auf der Torte und alles andere als sympathisch, dennoch schaffen sie es immer wieder, die Leute zu täuschen, ein hübsches Frauchen als Köder zieht eben doch.

„Erinnerst du dich noch an unser erstes Date?“ wollte Clayton wissen.
Chastity küsste seinen Hals, dann murmelte sie: „Klar. Du hast mich an den Strand mitgenommen. Wir haben gesoffen und geraucht und dann hast du mich entjungfert. Von dem Tag an wollte ich für immer bei dir bleiben.“ (Seite 98)

Das amerikanische Traumpaar halt, mehr muss man von den beiden eigentlich auch gar nicht wissen.
Leider bleibt ihr Gegenspieler für mich recht flach, er taucht auf, verletzt sie und verschwindet wieder, so bleibt er nicht mehr als nur das Racheinstrument, aber vielleicht ist das ja genau so gewollt…
Das Cover erinnert ein bisschen „American Psycho“, passt nicht 100%, aber ich finde es dennoch toll und auch der Rest macht Lust auf mehr,
4 von 5 Blutlachen und vielleicht kommt da ja noch mal was.^^

• Titel:                                     “Die Guten, die Bösen und die Sadisten“

• Autor:                                    Jon Athan

• Verlag:                                  Festa

• Format:                                 Taschenbuch

• Seitenzahl:                           216 Seiten

• ISBN:                                      keine – Festa Extrem

 Genre:                                   Horror, Thriller

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