„Ich bin nicht Sam“ – Jack Ketchum, Lucky McKee

“ … du hast mir wehgetan! “ 

Sie sind das perfekte Paar, keine Kinder, dafür die schon in die Jahre gekommene Katze Zoey.
Sam verdient ihr Geld als Pathologin, ihr Fachwissen ist hilfreich für Patricks Job als Comiczeichner, die beiden ergänzen sich prima, er ruhig und besonnen, sie aufbrausend und laut.
Auf einen romantischen Abend folgt jedoch das böse Erwachen, mitten in der Nacht, aus heiterem Himmel.
Patrick erwacht durch ein Geräusch, entdeckt seine Frau weinend und zusammengerollt vor dem Bett.
Als er sie beruhigen will, sagt sie jenen Satz, mit dem sein Leben eine verhängnisvolle Wendung nimmt.

„Ich bin nicht Sam.“ (Seite 35)

Sam ist nun Lily, ein kleines Mädchen, dass zwar Zoey erkennt, aber keine Ahnung hat, wer Patrick ist …

Der Mensch an deiner Seite verwandelt sich quasi über Nacht in jemanden völlig anderen, ein Albtraum, den Patrick recht gelassen zu akzeptieren scheint, liegt es doch in seiner Natur.
Natürlich geht er mit Sam zum Arzt, doch auch der kann ihm nicht helfen und so arrangiert er sich damit, sein Haus plötzlich mit einem Kind zu teilen, kauft Spielzeug und ertappt sich immer wieder dabei, dass er in Lily den reizvollen Körper von Sam sieht.
Ketchum und McKee lassen sich Zeit mit der Beschreibung ihrer Charaktere, bevor das Drama seinen Lauf nimmt, bekommt man erstmal einen Einblick ins Privatleben des Paares, was das Folgende umso schmerzhafter macht.
In der folgenden Kurzgeschichte „Wer ist Lily?“ kommt es schließlich zum Perspektivenwechsel, denn jetzt berichtet Sam und vorbei ist es mit der Ruhe, jetzt wird es emotional, dramatisch…

Ketchum und McKee sind ein eingespieltes Team, das merkt man, haben sie doch zuvor schon „Beuterausch“ gemeinsam verfasst und später „Scar“, allerdings fällt „Ich bin nicht Sam“ doch etwas aus der Rolle, denn bluttriefenden Horror sucht man hier vergebens, er kommt eher leise, auf psychologischer Ebene und nicht weniger verstörend.
Das Buch selbst ist etwas kleiner als das übliche Taschenbuchformat, das Cover in Lila- und Rosétönen gehalten, was ihm trotz des doch etwas gruseligen Teddys ein verspieltes Aussehen verleiht, auch das lila Lesebändchen passt perfekt.
Auch wenn „Ich bin nicht Sam“ eben kein typischer Ketchum ist, so ist es doch ein passender Start in die neue Festa Special Reihe, mal schauen, was uns da noch erwartet, von mir gibt es 4 von5 Kuschelbären.

• Titel:                                      „Ich bin nicht Sam“

• Autor:                                     Jack Ketchum, Lucky McKee

• Verlag:                                   Festa

• Format:                                  Hardcover

• Seitenzahl:                            176 Seiten

• ISBN:                                     978-3-86552-798-1

• Genre:                                     Novelle

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