„Basar der bösen Träume“ – Stephen King

Für jeden Geschmack etwas …

„Basar der bösen Träume“ stand bei mir verhältnismäßig lange ungelesen im Regal, allein schon, weil mich Kings Kurzgeschichten selten packen.
Ich liebe den Autor, nicht umsonst begleiten mich seine Werke inzwischen seit mehr als 30 Jahren, ich liebe seine ausschweifende Art zu erzählen und vielleicht bin ich genau deshalb mit seinen Short Storys nie so richtig warm geworden.
Natürlich gibt es auch da wirklich gute, das will ich überhaupt nicht bestreiten, aber die meisten lese ich und habe sie nach zehn Minuten wieder vergessen, es bleibt einfach nichts hängen.
Außerdem hat sich King dem Horror ja etwas abgewandt, ich muss sagen, was mich da bei seinen Romanen stört, finde ich bei den Kurzgeschichten durchaus gut, merkwürdig, oder?
Auf jeden Fall sind die Themen im Buch wieder sehr breit gefächert, mit „Die Knochenkirche“ gibt es sogar ein Gedicht, (für mich allerdings… na ja, egal, es gehört halt dazu…^^), auch die obligatorische Sportgeschichte ist wieder vorhanden, aber eben auch einige, die zum Nachdenken anregen, wie „Feuerwerksrausch“, eine kleine aber feine Geschichte, die uns zeigt, was dabei herauskommt, wenn man einander um jeden Preis übertrumpfen will.
Das Ganze erfolgt ohne den moralisch erhobenen Zeigefinger, nicht jeder beherrscht das.
Auch „Die Keksdose“ geht in diese Richtung, übrigens einer meiner Favoriten, neben „Nachrufe“ und „Moral“, Stephen King beherrscht es eben nach wie vor, einen „Normalbürger“ vor eine Entscheidung zu stellen und sich dann mit deren Auswirkungen auseinanderzusetzen, meist endet das ja nicht so gut, aber wem sage ich das …
Einen weiteren Pluspunkt gibt es für die vielen kleinen „Vorworte“, also die Einleitungen zu den einzelnen Geschichten, sowas mag ich ja total, allein zu wissen, wie sich der Autor in dem Moment gefühlt hat, was ihn bewogen hat, dies zu Papier zu bringen, ich finde es toll, wenn man auf dem Weg daran teilhaben kann, irgendwie fühlt man sich dann immer so ein bisschen mit einbezogen.

Inhalt:
♦ Raststätte Mile 81
♦ Premium Harmony
♦ Batman und Robin haben einen Disput
♦ Die Düne
♦ Böser kleiner Junge
♦ Ein Tod
♦ Die Knochenkirche
♦ Moral
♦ Leben nach dem Tod
♦ Ur
♦ Herman Wouk lebt noch
♦ Ein bisschen angeschlagen
♦ Blockade Billy
♦ Mister Sahneschnitte
♦ Tommy
♦ Der kleine grüne Gott der Qual
♦ Die Keksdose
♦ Jener Bus ist eine andere Welt
♦ Nachrufe
♦ Feuerwerksrausch
♦ Sommerdonner

Kurzgeschichten und ich, wir sind ja bekanntlich kein gutes Team, allerdings muss ich gestehen, dass King mich diesmal doch etwas überrascht hat.
Nach „Sunset“, das mich nicht wirklich überzeugen konnte, (die meisten Geschichten hab ich inzwischen schon wieder vergessen, lediglich zwei fallen mir noch ein) bin ich diesmal durchaus etwas milder gestimmt.
Gut, so richtig gruselig war keine der Storys, aber wenigstens hat sich mir der Sinn erschlossen, bei manchen alten Kurzgeschichten saß ich manchmal echt ratlos überm Buch und hab mich gefragt, was zum Geier der gute Stephen mir damit sagen will.
Das ist diesmal ganz ausgeblieben, zum Glück, und zu Kings Schreibstil muss ich ebenfalls nicht viel sagen, ich liebe ihn, auch wenn er hier hin und wieder etwas experimentiert.
Für den vollen Ladenpreis hatte ich mir das Buch wahrscheinlich auch nicht gekauft, ich muss gestehen, ich habe mein Exemplar vom Wühltisch und bei 3,99 € kann man da ja nichts falsch machen.
Das Cover ist halt typisch Heyne, der Titel etwas lieblos auf einen schwarzen Hintergrund geklatscht und ein paar Schmetterlinge drumrum drapiert, ich persönlich finde vor allem die von King in den letzten Jahre furchtbar und das geht schon bei der Schriftart los, Gott sei Dank bin ich kein Coverkäufer…^^
Dafür hat mich diesmal der Inhalt überzeugt, für mich bisher die beste seiner Kurzgeschichtensammlungen, 4 von 5 Blutlachen.

• Titel:                                      „Basar der bösen Träume“

• Autor:                                     Stephen King

• Verlag:                                   Heyne

• Format:                                  Taschenbuch

• Seitenzahl:                            816 Seiten

• ISBN:                                     978-3-453-43892-7

• Genre:                                     Anthologie

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