„Like“ – Andrew Holland

Gesundheit ist das höchste Gut, und verdammt teuer …

Ein Jahr nach dem Tod seiner Frau scheint sich für Jack endlich alles zum Guten zu wenden, als er Tierärztin Annabelle trifft, die erst bei seiner Tochter Louise gewaltig Eindruck schindet und schließlich auch sein Herz erobert.
Doch dann erkrankt Louise an Leukämie und die Ereignisse überstürzen sich.
Sehr schnell geht es dem kleine Mädchen immer schlechter und Jack steht vor einer riesigen Herausforderung, denn mit dem Gesundheitssystem liegt so einiges im Argen.
Wer Hilfe benötigt, die seine finanziellen Möglichkeiten übersteigt, benötigt Likes und davon nicht wenige.
Dafür kann man einen einfachen Post erstellen oder sich die benötigte Anzahl kaufen, wenn es das Geld zulässt, natürlich ist das bei der „normalen“ Bevölkerung eben nicht der Fall und so brodelt es schon seit einiger Zeit im Volke.
Als Jack zu seiner Tochter ins Krankenhaus will, gerät er mitten in die Revolte und hat keine Ahnung, was abgeht.
Und dann verschwindet auch noch Louise aus dem Krankenhaus…

Ich muss sagen, die Idee hinter „Like“ finde ich wirklich gut, heutzutage findet ja schon fast alles in den sozialen Netzwerken statt, von daher ist es ja nur noch ein kleiner Schritt, bis zu einer solchen, zugegebenermaßen erschreckenden, Entwicklung.
Hinzu kommt, dass ja eigentlich jeder in seinem näheren Umfeld mindestens eine Person hat, die vom großen bösen K betroffen ist, allein schon das lässt uns mit Jack und Louise mitleiden.
Leider erfährt man über die Hintergründe und Zustände im Gesundheitswesen relativ wenig, gut, da ist diese „Organisation“, die sich um die Likes kümmert, aber eigentlich war das auch schon fast alles an Information zu diesem Thema, schade, ich hätte gern etwas mehr erfahren, da schlummert noch Potential…
Ein weiterer kleiner Kritikpunkt ist Jack selbst, der in seiner Blase lebt und von all den Geschehnissen nichts mitzubekommen scheint, bis es ihn plötzlich selbst betrifft und dann ist die Kacke am Dampfen…
Auch Annabelle ist ein sehr widersprüchlicher Charakter, aus ihr bin ich nicht so recht schlau geworden, die Person an sich ist sehr facettenreich, aber sympathisch?
Ich weiß es nicht, aber es ist eben auch nicht immer alles, wie es scheint.
Die Wendung rund um Louise ist doch etwas überraschend, rechnet man doch nicht wirklich damit und trotzdem ist es mir irgendwie einen Ticken zu viel, dass all die Leute von damals nun plötzlich erneut aufeinandertreffen und noch immer ihre Ziele verfolgen.

Heilung für die Menschheit, ein degeneriertes Gesundheitssystem, der Einfluss der sozialen Medien auf unser Leben, Andrew Holland widmet sich in „Like“ nicht nur einem brisanten Thema, dem titelgebendem wird aber meiner Meinung nach etwas zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt, obwohl man ja
gerade darüber mehr wissen möchte.
Dafür sind die Charaktere sehr gut ausgearbeitet und nichts ist, wie es scheint, dennoch hat mich das Buch aus oben genanntem Grund doch ein klitzekleines bisschen enttäuscht.
Nein, es war nicht schlecht, aber mir fehlten diesmal einfach ein paar Informationen, die das Ganze runder gemacht hätten und so gibt von mir 3,5 von 5 Likes …

• Titel:                                      „Like“

• Autor:                                     Andrew Holland

• Verlag:                                    Independently published

• Format:                                  Taschenbuch

• Seitenzahl:                            294 Seiten

• ISBN:                                     978-1687117991

• Genre:                                     Thriller

• Bewertung:

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