„Angst war hier“ – Brett McBean

Oh du blutige …

Wie jedes Jahr hat die Schriftstellerin Debra Hillsboro zu Weihnachten Freunde und Familie eingeladen.
Zum ersten Mal feiert sie ohne ihren Mann, der vor gar nicht allzu langer Zeit ausgezogen ist, dennoch ist das Haus voll und das Feiertagsessen gerade vorbei, Ruhe kehrt ein, doch nicht für lange.
Debra, ihr Bruder Paul samt Freund Adam, Nichte Taryn und Literaturagent Carl haben eine harte Nacht vor sich und das nicht etwa, weil sie zu viel vom Weihnachtsbraten gegessen haben, nein, sie bekommen unerwartete Gesellschaft von fünf Eindringlingen, die nichts Gutes im Schilde führen.
Das gemütliche Beisammensein wird schon bald in einen blutigen Kampf ums Überleben.

Einbrecher, der Albtraum schlechthin.
Ich stelle es mir schon furchtbar vor, nach Hause zu kommen, und meine vier Wände durchwühlt vorzufinden, wie schlimm muss es dann erst sein, den Tätern in die Augen zu blicken?
Das Schlimme ist, hier geht es nicht darum, die Hausherrin um Geld oder Wertsachen zu erleichtern, nein, das Ziel ist es, alle Anwesenden in Angst und Schrecken zu versetzen, zu quälen…
Das Team um Mr. Fear liefert sich einen Wettkampf mit einem weiteren, dass sich in einem anderen Haus befindet und dort die Leute terrorisiert.
Wer von ihnen hat wohl die krassesten Foltermethoden oder lädt das beste Filmchen hoch?

Ich muss gestehen, diese kleinen Ausflüge durch Haus und Grundstück, das Buch beginnt ja schon so, haben mich etwas irritiert, irgendwie erinnerten sie mich eher an eine Stadtrundfahrt, in der der Reiseleiter die tolle Umgebung anpreist, hier jedoch fand ich es nicht wirklich passend, diese Kapitel brachten mich teilweise sogar etwas aus dem Lesefluss.
Und sie nahmen zu viel voraus, wusste man doch so schon vorher, wie diese Nacht ausgeht…

Aber auch die Namen der sadistischen Eindringlinge fand ich etwas nervend, zumal sie immer und immer wieder wiederholt wurden, Raven Queen hier, Nightrawler da, Child of Osiris dort.
Sorry, aber wer bitte denkt sich solche bescheuerten Namen aus?
Das klingt nach 12-jährigen Monster High Fans und minderjährigen Computernerds.
Sicherlich mögen das viele anders sehen, aber mir ging das wirklich auf die Ketten.^^

Leider erfährt man nicht viel über den Killertrupp und seine Motivation, die Charaktere bleiben flach, wirken einfach nur naiv und welche Rolle der große Mr. Fear spielt, habe ich auch nicht so ganz verstanden.
Trotzdem weiß „Angst war hier“ zu fesseln, denn im Gegensatz zu den Eindringlingen wirkt die Weihnachtsgesellschaft nicht so flach, jeder von ihnen versucht auf seine eigene Art und Weise mit den Geschehnissen umzugehen, mehr oder minder erfolgreich und allein das lässt einen mitfiebern, außerdem mag ich McBeans Schreibstil sehr, da kann ich die paar „Kaffeefahrt-Kapitel“ locker verschmerzen.
Das Cover hier ist sehr passend gewählt, wer das Buch gelesen hat, weiß genau, was ich meine.
Wenn man allerdings auf eine Erklärung für diese Nacht hofft, wird man vielleicht etwas enttäuscht sein, dafür bleibt aber der letzte Satz eine Weile hängen.
4 von 5 Gänsekeulen für dieses blutige Weihnachtsfest …

• Titel:                                      „Angst war hier“

• Autor:                                     Brett McBean

• Verlag:                                   Festa

• Format:                                  Taschenbuch

• Seitenzahl:                            313 Seiten

• ISBN:                                     978-3-86552-645-8

• Genre:                                     Horror

• Bewertung:

Dieser Beitrag wurde unter Rezensionen abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.