„Tagebuch aus der Hölle“ – Jeffrey Thomas

Alltag in der Hölle …

„Tagebuch aus der Hölle“ und auch die Fortsetzung „Der Untergang der Hölle“ sind zwei weitere Werke, die schon sehr lange auf meinem SUB darauf warten, endlich zur Hand genommen zu werden, zumindest bei ersterem ist das ja nun inzwischen geschehen.
Der Klappentext hat mich neugierig gemacht, für das Thema Hölle bin ich ja immer zu haben.

Wenn einem das Leben so richtig auf die Eier geht tut man was?
Richtig, man pustet sich das Lebenslicht aus und genau das hat der namenlose Hauptprotagonist auch getan.
Dummerweise kommt er in der Hölle wieder zu sich, wo er sich ein Buch aus Menschenhaut mit einem Auge darauf schnappt und fortan seine Leidensgeschichte festhält und vom Alltag in der Hölle berichtet.
Da er keine Ahnung hat, wieviel Zeit vergangen ist, da es keinen Wechsel zwischen Tag und Nacht gibt, so wie gewohnt, muss er eben schätzen und die Ablenkung durch das Schreiben kommt ihm sehr gelegen, immerhin wollte er schon immer Autor werden und wer sagt denn, das man da unten seine Ergüsse nicht veröffentlichen kann?
Das erste, was er als Selbstmörder durchmachen muss, ist eine Art Studium, bei dem ihm immer wieder vermittelt wird, wie minderwertig er als Ungläubiger doch ist.
Nachdem er das hinter sich gebracht hat, wird er hinaus in die Höllenwelt entlassen, wo er fortan für seinen Unterhalt sorgen muss.
Auf den Weg in die nächstgrößere Stadt rettet er einer Dämonin das Leben, ein Ereignis, das sehr schnell Auswirkungen auf sein weiteres Leben hat…

Die gute alte Hölle, nun ja, hier ist sie irgendwie nicht wirklich anders als unser Leben, die Leute gehen arbeiten um ihre Miete zu bezahlen, quälen sich in sinnlosen Jobs und sind unzufrieden.
Der einzige Unterschied ist, dass sie nicht sterben, also nicht im herkömmlichen Sinne, denn ihr Körper regeneriert sich immer wieder aufs Neue.
Das wiederum führt dazu, dass es überall Folterfabriken gibt, Orte, an denen Menschen manchmal jahrelang für ihre Verfehlungen gequält werden, ein wahrer Horror, verfügen sie doch praktisch über ein unendliches Leben.
In den Städten regieren die Dämonen mit eiserner Hand, es gibt verschiedene Arten, doch alle von ihnen sind ausschließlich dafür da, das niedere Menschenpack zu beaufsichtigen und zu bestrafen.
Ab und an verirren sich auch mal ein paar Engel in die Stadt, toben sich richtig aus, lassen es krachen und so richtig Blut fließen, bevor sie sich wieder auf den Weg nach „Oben“ machen.
Nein, das Leben in der Hölle ist kein Zuckerschlecken und trotzdem hat es das Buch nicht geschafft, mich zu fesseln, zu gleich ist der Alltag dort dem unseren.
Natürlich geht es blutiger zu und das gemeine Volk muss jederzeit damit rechnen, in einer der Folterfabriken zu verschwinden, aber irgendwie fehlte mir der Kick, dabei hatte das Ganze durchaus Potential, ein bisschen mehr Unterwelt und weniger „Schnulze“ (trifft es in dem Fall nicht so ganz, aber mir fällt gerade kein besseres Wort dafür ein) hätten der Story meiner Meinung nach gutgetan.
Aber für Liebesgeschichten bin ich ja eh nicht so zu haben und auch wenn diese hier zwischen Mensch und Dämonin nebenbei eine Revolution auslöst, macht es sie nicht wirklich spannender, leider, am Ende bleibt das übliche Thema, schüchterner Außenseiter verliebt sich in wunderschöne Frau, die Pfeffer im Arsch hat, nicht uninteressant, aber nicht ganz das, was ich erwartet habe.
Am Schreibstil gibt es nichts zu meckern, wie der Titel schon sagt, ist das Buch in Form von Tagebucheinträgen geschrieben und außerdem illustriert, die düsteren Bilder unterstreichen das Geschehen und auch das in dunklem Blau gehaltene Cover weiß zu überzeugen, allerdings ändert das alles nichts daran, dass die Geschichte doch etwas träge vor sich hinplätschert, so gibt es am Ende 3,5 von 5 Blutlachen.
Den zweiten Band lasse ich erstmal im Regal stehen, aber irgendwann muss der auch noch dran glauben, jetzt brauch ich aber erstmal ein bisschen mehr Action.^^

• Titel:                                      „Tagebuch aus der Hölle“

• Autor:                                     Jeffrey Thomas

• Verlag:                                   Festa

• Format:                                  Taschenbuch

• Seitenzahl:                            264 Seiten

• ISBN:                                     978-3-86552-096-5

• Genre:                                     Thriller

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