„Psychotic“ – Jack Ketchum

Nicht nur Männer sind Schweine …


Dora ist gerade frisch von ihrem Freund verlassen worden, als sie auf eine alte Klassenkameradin trifft, die ihr von einer Agentur erzählt, über die sie einen alten Verehrer wiedergefunden hat.
Sofort muss sie an Jim denken, den einzigen Mann in ihrem Leben, der sie gut behandelt hat, auch wenn diese Beziehung inzwischen viele Jahre zurückliegt.
Nach einigem Zögern lässt sie schließlich doch nach ihm suchen und kommt so recht bald an seine Adresse.
Jim, inzwischen verheiratet und Vater zweier Kinder ist vom zufälligen Treffen etwas überrumpelt, lädt die alte Flamme jedoch zu sich nach Hause ein und so nimmt das Unheil seinen Lauf, denn Dora drängt sich immer mehr in sein Leben und seine Frau ist dabei kein Hindernis…

Der Klappentext leitet einen ein wenig in die Irre, denn von unsagbarem Leid habe ich nichts gelesen.
Gut, Dora wird zu Beginn recht unschön abserviert, aber das kennt wohl jeder, der eine mehr, der andere weniger.
Mitleid habe ich mit ihr nicht wirklich, ist sie doch ein ziemlich heimtückisches und manipulatives Miststück, ganz im Gegenteil zu Jims Frau Karen, die total naiv ist und sie mit offenen Armen aufnimmt.
Warum man allerdings der Ex des Partners fast so etwas wie einen Platz in der Familie einräumt, kann ich absolut nicht nachvollziehen, schön, dass es zumindest auch der Teenie-Tochter merkwürdig vorkommt.
Karen hat all das, was Dora fehlt, Rückhalt, einen Mann, der sie liebt, eine Familie, dabei gehörte Jim doch einmal ihr.
Dass das zu Highschoolzeiten war und damit eine halbe Ewigkeit her ist, kann man schnell verdrängen, der Schmerz, damals angelogen wurden zu sein, bleibt jedoch und zusammen mit der bohrenden Eifersucht frisst er Dora regelrecht auf.
Ohne seine Frau würde Jim wieder ihr gehören, da ist sie sich sicher.
Während also Karen die Naive und Dora die Furie ist, die nur darauf wartet, endgültig auszuticken, kann ich Jim irgendwie nicht so richtig einschätzen.
Für sie ist er der ideale Mann, dabei hat auch er sie belogen, um sich anderweitig etwas Spaß zu gönnen, warum sie ihn so idealisiert, entzieht sich mir, aber gut, so ganz normal ist Dora ja auch nicht, dass es in ihr brodelt, zeigt schon die Auseinandersetzung mit dem Handtaschendieb …

Hach ja, Jack Ketchum hat mit „Psychotic“ (der Originaltitel lautet übrigens „Old Flames“) einen netten kleinen fiesen Psychothriller mit einer vollkommen durchgeknallten Protagonistin erschaffen, die für ihr „Glück“ buchstäblich über Leichen geht.
Scheint sie an
fangs noch für ganz normal, ändert man recht schnell seine Meinung und hofft, so jemandem niemals zu begegnen, schon gar nicht als rachsüchtige Verflossene des eigenen Ehemannes.
Aber nicht nur die Story weiß zu
erschrecken und zu überzeugen, auch das Cover ist ein wahrer Eyecatcher, ich finde es einfach toll.
Nach „Ich bin nicht Sam“ hat auch „Psychotic“ 4 von 5 Blutlachen verdient.

• Titel:                                      „Psychotic“

• Autor:                                     Jack Ketchum

• Verlag:                                   Festa

• Format:                                  Hardcover

• Seitenzahl:                            190 Seiten

• ISBN:                                     /, Festa Special

• Genre:                                     Thriller

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