Bookaholics Listenaktion 2020

Schon letztes Jahr habe ich bei der Listenaktion der Bookaholics mitgemacht, damals ging es um die liebsten Buchcharaktere.
Dieses Jahr gibt es eine kleine Reise um die Welt mit dem Thema: „Poste bis zu 10 Bücher von Autor*innen aus ebenso vielen Ländern bzw. mit Schauplätzen in verschiedenen Ländern.“, hier ist mein bescheidener Beitrag.

Oh man, es hat doch länger gedauert als gedacht, schon allein, weil ich ewig gebraucht habe, mich zu entscheiden, ob ich Autoren aus dem jeweiligen Land nehme oder Bücher, die dort spielen, aber nun habe ich mich entschieden und hier ist sie, meine kleine Leseliste:

Ich beginne meine Reise in Kanada, mit WAJDI MOUAWAD, einem Schriftsteller mit libanesischen Wurzeln.
„Anima“ hält uns einen Spiegel vor und zeigt die unschöne Seite des Menschen.
In seinem Buch geht es um Wahsch Dibsch, der sich auf die Suche nach dem Mörder seiner Frau macht, eine Reise, die ihn quer durch Nordamerika führt.
Das Besondere daran ist, dass dies aus der Sicht von Tieren geschildert wird, die er unterwegs trifft.
So erzählt schon zu Beginn die Katze über das Auffinden der Leiche, später kommen unter anderem Spinnen und ein Kampfhund zu Wort.
Man mag es bereits ahnen, keine leichte Lektüre, mich hat das Buch damals beim Lesen sehr aufgewühlt.

Weiter geht es nach Australien zu MICHAEL ROBOTHAM, dessen Joe O’Loughlin Reihe ich sehr mag, gerade weil es da für Thriller doch relativ unblutig zugeht und man immer wieder überrascht wird.
Der erste Band „Adrenalin“ beginnt mit einem Teenager, der sich vom Dach stürzen will und Joe gesellt sich zu ihm, eine Szene, die mich sehr berührt hat.

Da es nach Neuseeland nur ein Katzensprung ist, statten wir noch PAUL CLEAVE einen Besuch ab, dessen Joe Middleton aus „Der siebte Tod“ der wohl sympathischste Mörder ever für mich ist.
Der leicht naive Joe putzt bei der Polizei und ist so immer nah am Geschehen, was durchaus Vorteile bringt.
Und natürlich liebt er seine Fische.
Ist es böse, wenn man einen Killer amüsant und unterhaltsam findet?
Wer Joe kennt, weiß, was ich meine.^^

Kommen wir in die USA zum inzwischen ja schon eine Weile verstorbenen WILLIAM PETER BLATTY und nein, nicht mit „Der Exorzist“, sondern „Die neunte Konfiguration“, meinem letzten gelesenen Buch, mit dem ich zu Beginn ein paar Schwierigkeiten hatte, denn es es geht um eine Anstalt, in der nur Soldaten untergebracht sind, die schein bar alle von einem auf den anderen Tag durchgedreht sind, ihr „Anführer“ ist ein Astronaut, der seinen Flug zum Mond kurz vor dem Start abgebrochen hat.
Um der Sache auf den Grund zu gehen, schickt das Militär einen angesehen Psychiater dorthin und während es anfangs nur irre Gespräche gibt, entwickelt sich das Ganze dann in eine etwas unerwartete Richtung…

Von Nordamerika führt uns der Weg nach Südamerika zu CHRIS CARTER, der zwar heute in London lebt, aber ja bekanntlich in Brasilien geboren ist.
Natürlich darf er in meiner Aufzählung nicht fehlen, schon allein, weil er ein durchgeknallter, aber sehr liebenswerter Kerl ist und ich natürlich seine Bücher mit dem Gespann Hunter und Garcia mag, das Richtige, für etwas hartgesottenere Thrillerfans.
Mein persönlicher Lieblingsband der Reihe ist „Die stille Bestie“, zwar ohne Garcia, dafür aber mit einem Duell zwischen zwei Genies, so nenne ich das jetzt einfach mal.

Auf gehts nach Europa und hier beginnen wir in England mit GRAHAM MASTERTON, einem perfekten englischen Gentleman, der es allerdings faustdick hinter den Ohren hat und früher Sexratgeber schrieb, bevor er zu Englands Meister der Angst wurde.
Ein sehr netter älterer Herr, dem man seine Bücher gar nicht zutraut, aber stille Wasser sind bekanntlich tief.
Mein Tipp bei ihm wäre „Die Opferung“, ein Buch, das eher Gänsehaut macht als Blut fließen zu lassen.

In unserem Nachbarland Österreich treibt sich der gute ANDREAS GRUBER herum, dessen Maarten S. Sneijder aus der Todes-Reihe zwar einen Stein bei mir im Brett hat, aber hier möchte ich zur Abwechslung mal seine Jugendbuchreihe „Code Genesis“ erwähnen, in der es um die 14-jährige Terry geht, die mit ihrem Frettchen auf dem U-Boot ihres Onkels lebt und aufgrund der Forschungen ihrer verstorbenen Mutter um die halbe Welt gejagt wird, auch für junggebliebene Erwachsener ist diese Reihe perfekt geeignet und ich nach der Lektüre unbedingt ein Frettchen…

Und da wir gerade bei Jugendbüchern waren, geht es weiter mit ENO RAUD, einem estnischen Autor, der die vierbändige Reihe „Drei lustige Gesellen“ erschaffen hat, die mich durch meine Kindheit begleitet haben.
Muff, Moosbart und Halbschuh hab ich vor einiger Zeit wieder ausgegraben und bin dem Charme der drei Wichtelmänner sofort wieder erlegen, wer Kinder hat, sollte da mal einen Blick riskieren, schon allein wegen der Illustrationen.

Ich hab lange überlegt, wen ich mir als Vertreter für Deutschland herauspicke und habe mich schließlich für THOMAS FINN entschieden, auch wenn er in den USA geboren ist, ich hoffe, man verzeiht mir.
Er ist nicht nur Autor, sondern auch auf dem Spielesektor kein unbeschriebenes Blatt ist, außerdem schreibt er Drehbücher und Theaterstücke.
Von ihm habe ich mir „Lost Souls“ herausgepickt, einen Thriller, der sich um die Sage des Rattenfängers von Hameln dreht und für Leute mit einer Rattenphobie nicht unbedingt geeignet ist.

Das war sie auch schon, meine kleine Bücher-Weltreise, ich hoffe, es war für den Einen oder Anderen etwas dabei.
Und ja, ich weiß, es sind nur neun. 🙂

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