„Gläserne Hölle“ – Andrea Reinhardt

Alkohol, Depressionen und eine verpfuschte Kindheit ...

Klappentext:
„Wir sind seine Puppen in einem irren Theaterspiel.“
Stell dir vor, du wachst in einem Zimmer auf. Die Wände bestehen aus Glas. Du blickst hindurch und siehst nichts als Dunkelheit. Doch du spürst, dass da jemand ist. Und du begreifst, dass du Opfer eines Wahnsinnigen bist.
Kriminaloberkommissar Konrad Malter und seine Partnerin Susanne Liebert werden zu einem Grab im Koblenzer Stadtwald gerufen. Jemand hat die Leichen wie eine sich liebende Familie drapiert. Während der Ermittlungen wird klar, dass sie es mit einem Serienkiller zu tun haben.
Sie müssen schnell sein, denn er hat bereits eine neue Familie in seiner Gewalt.

Drei sich völlig fremde Menschen kommen in einem gläsernen Raum zu sich, der wie eine Wohnung eingerichtet ist und sollen dort Familie für ihren Beobachter spielen, der ihnen Regieanweisungen gibt.
Henry, Marianne und Paul begreifen schon bald, dass es für sie kein Entkommen gibt, tun sie nicht, was ihnen aufgetragen wird, folgen harte Strafen, besonders dem 8-jährigen Paul fällt es schwer, all die Demütigungen zu ertragen, wird er doch in Mädchenklamotten gesteckt und von seinen neuen Eltern ständig bestraft.
Doch auch die sind mit der Situation total überfordert und während sie sich anfangs noch wagen, der Bestrafung des Kindes zu widersprechen, lernen sie schnell, dass sie die Leidtragenden sind, wenn sie sich weigern…
Währenddessen wird die Polizei zu einem Leichenfund in einem Park gerufen, ein Spaziergänger ist über die Leiche eines Kindes gestolpert, doch die bleibt nicht die einzige, nach ihm werden noch eine Frau und ein Mann aus dem Grab geborgen, eine Familie in inniger Umarmung.
Susanne Liebert und ihr Partner Konrad Malter über nehmen die Ermittlungen und finden schon bald heraus, das diese drei nicht die einzigen Opfer sind.
Und gerade sind wieder drei Personen verschwunden, eine neue „Familie“ …

Nach der Natalie-Bennett-Reihe war ich natürlich gespannt, was mich in Andrea Reinhardts neuem Buch erwartet und ja, ich kann guten Gewissens sagen, dass es auch diesmal wieder ziemlich hart zur Sache geht.
Drei Fremde, zusammen eingesperrt und permanent überwacht von einem Mörder, der ihnen Befehle erteilt, deren Nichtbefolgen dratische Strafen nach sich zieht.
Henry und Marianne wird schon bald klar, dass sie gezielt ausgewählt wurden und der Killer auch ihre Familien überwacht.
Was bleibt einem in einer solchen Situation also noch als sich geschlagen zu geben und zu tun, was verlangt wird um wenigstens die Lieben in Sicherheit zu wissen?
Ich will mir gar nicht ausmalen, welche Qual es bereitet, zu wissen, dass das Leben der in Sicherheit gewähnten Familienmitglieder vom eigenen Handeln abhängt, welche Überwindung es kostet, Dinge zu tun, die einem eigentlich gegen den Strich gehen, ein fieseres Druckmittel gibt es fast nicht.
Man leidet mit den Gefangenen, erlebt ihre Hilflosigkeit, ihre Wut, ihre Angst und bewundert sie auch ein bisschen, dass sie trotz alldem versuchen, den ihnen ja völlig fremden Jungen zu beschützen, so gut es eben geht.
Ein bisschen anders sieht es mit Susanne aus, der Ermittlerin in diesem Fall aus.
Sonderlich sympathisch war sie mir irgendwie nicht und die unerwiederte Liebe zu ihrem ehemaligen Kollegen nahm mir persönlich etwas zu viel Raum ein, ebenso ihr Gejammer deswegen.
Auch Olaf und Anton waren zwei sehr interessante Charaktere und die Rückblicke in die Kindheit des Serienkillers erschreckend, was seine Taten natürlich keinesfalls rechtfertigt.

Auch „Gläserne Hölle“ von Andrea Reinhardt weiß wieder zu überzeugen, allerdings fand ich ihre Reihe davor noch einen Tick besser, was sicherlich auch daran liegt, dass ich diesmal mit der Ermittlerin nicht so ganz warm geworden bin.
Nichtsdestotrotz erwartet den Leser auch hier wieder ein Täter, der seine Opfern in ein perfides Spiel verwickelt, dass sie nicht gewinnen können.
Das Cover zeigt Hände, die sich auf der Suche nach einem Fluchtweg gegen gesprungenes Glas pressen, das trifft den Inhalt perfekt.
Auch am Schreibstil gibt es nichts zu bemängeln, das Buch liest sich fix weg, schon allein, weil man natürlich wissen will, ob Henry, Marianne und besonders Paul dieser Hölle entkommen können.
Dafür und den Twist am Ende gibt es von mir 4 von 5 Blutlachen und eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle Thrillerfreunde.

• Titel:                                      „Gläserne Hölle“

• Autor:                                    Andrea Reinhardt

• Verlag:                                   BoD – Books on Demand

• Format:                                   Taschenbuch

• Seitenzahl:                           392 Seiten

• ISBN:                                      978-3751914024

• Genre:                                    Thriller

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