„Lady Cannibal“ – Tim Miller

Unterschätze nie deinen Gegner …

Was soll ich sagen, ich fand Bailey irgendwie sympathisch.
Gut, jetzt nicht ihr Verhalten als Teenie und diese ganzen Geschichte mit dem Männer ausnehmen, aber ihre kleine Racheaktion hatte schon was und die beiden Männer waren immerhin kleine Unschuldslämmer und hatten ihren Teil zu ihrer Behandlung beigetragen, beide haben die junge Frau nur als Objekt gesehen und mussten dafür bezahlen.
Die Maske von Graves lässt sie in eine Rolle schlüpfen, doch nach und nach identifiziert sie sich mit dieser, so dass sie das gruselige Teil später nicht mehr braucht, wenn sie in ihren Blutrausch verfällt.
Ihr Gegenspieler hingegen, also Graves Vater, hat mit seinem Geld bisher alles bekommen, was er wollte, auch er ist ein kleiner Psychopath, kann Bailey allerdings nicht wirklich das Wasser reichen, aber er hat seinen Handlanger, mit dem nicht zu spaßen ist.
Ezra ist ein verdammt harter Hund, aber auch er hat einen Schwachpunkt.
An der Stelle hört mein Verständnis für Bailey übrigens auf, aber ich will ja nicht spoilern …^^

Dass Bailey den Künstler besser nicht vernascht hätte, wird ihr zu spät klar, denn nun wird sie von dessen reichem Vater gejagt und der will Rache.
Aber starten wir ganz von vorn.
Bailey lernt schon als Kind, dass es für sie ein Leichtes ist, Menschen zu ihrem Vorteil zu manipulieren.
Dann trifft sie auf ihrer Männerjagd auf Graves, einen Künstler, der sie unbedingt malen will und folgt ihm nach Hause.
Zu spät bemerkt sie, dass ihr Drink mehr als nur Alkohol enthält und wacht an einen Tisch gefesselt auf.
Schnell ist ihr klar, dass er mehr als nur Sex von ihr will, er will sie töten und hat sich dafür extra mit einer Wendigo-Maske kostümiert.
Doch die junge Frau ist nicht so wehrlos, wie es den Anschein hat und dreht den Spieß kurzerhand um, die Maske macht sie zu einer Bestie und sie lebt ihre Gelüste frei aus und verspeist Teile des Malers, Lady Wendigo ist geboren.
Allerdings hat Bailey die Rechnung ohne den Vater ihres Opfers gemacht, der hat genug Geld und Beziehungen, um sie ausfindig zu machen und seinen Bluthund auf sie anzusetzen, der Start eines blutigen Katz und Maus Spieles …

Tim Miller nimmt mit auf Baileys Selbstfindungstrip, nachdem sie sich gegen Graves erstmal nur wehrt, erkennt sie für Männer, die ihr dumm kommen, eine ganz neue Verwendung hat, hungrig ist man schließlich (fast) immer.
Das Cover kommt in zartem Babyblau daher, okay, das blutige Messer lässt aber bereits erahnen, dass es nicht ganz so harmlos zugeht, passt also schon mal.
Tatsächlich sollte man bei diesem Buch einen nicht ganz so empfindlichen Magen haben, denn es geht ganz schön zur Sache und gerade das Ende lässt darauf hoffen, dass es von der Titelheldin noch mehr zu lesen gibt.
Mein einziger Kritikpunkt sind die Wortwiederholungen, da ich aber noch keinen Miller im Original gelesen habe, weiß ich nicht, ob Tim Miller das Ganze so geschrieben hat oder es einfach an der Übersetzung liegt, ich vermute eher letzteres.
Alles in allem hat mich „Lady Cannibal“ jedoch gut unterhalten.
Klar sind die Extrem Bände keine anspruchsvolle Literatur, aber hey, dafür machen sie Spaß und dafür vergebe ich 4 von 5 Blutlachen.
Wer also Lust auf ein Schlachtfest der etwas anderen Art hat, sollte unbedingt zugreifen.

• Titel:                                      „Lady Cannibal“

• Autor:                                    Tim Miller

• Verlag:                                   Festa

• Format:                                   Taschenbuch

• Seitenzahl:                           152 Seiten

• ISBN:                                      /, Festa Extrem

• Genre:                                    Horror

• Bewertung:

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