Falkenberg, Anker Leipzig, 19.10.2018

Manchmal ist ein Konzert wie eine Reise zurück in die Kindheit, zumindest erging es mir so bei Falkenberg, ehemals IC, später IC Falkenberg und jetzt nur noch Falkenberg.
Klingt kompliziert, ist es jedoch nicht, denn die Musik ist wie damals, okay, etwas lauter und mit mehr Bumms vielleicht, aber immer noch gerade heraus, ehrlich und manchmal eben auch sehr unbequem.

Als Steppke konnte ich damals nicht wirklich viel mit Ostrock anfangen, der war damals einfach uncool, so war IC doch allgemein als Schnuckelchen bekannt und seine Songs konnte jeder mitgrölen.
Faszinierenderweise ist das auch noch Jahrzehnte später so, dabei hab ich echt keine Ahnung, wie lange ich „Mann im Mond“ oder „Dein Herz“ nicht mehr gehört habe…
Auch wenn Sitzen bei einem Konzert erstmal richtig merkwürdig war, erwies es sich doch später als gar nicht mal so verkehrt, denn bei manchen Liedern war Abschalten und einfach mal die Gedanken kreisen lassen einfach unumgänglich.
Auch der „Anker“ als Location trug wohl einiges zu meiner kleinen Zeitreise bei, immerhin war ich seit mehr als 20 Jahren nicht mehr da gewesen und alte Erinnerungen kamen wieder hoch…
Hach ja, damals war man noch jung und frisch, lach.
In Erinnerungen schwelgen wollten aber wohl nicht nur wir, denn es war voll bis auf den letzen Sitzplatz und das Publikum zog sich quer durch alle Altersklassen.

Natürlich gab es nicht nur alte Sachen zu hören, sondern auch aktuelles Material vom neuen Album „Die Apathie der Sterne“ und jede Menge Geschichten zum Schmunzeln und Nachdenken.
Am faszinierendsten fand ich persönlich allerdings, dass der gute Herr Schmidt einfach mitten im Lied aufhört, eine Story zum Besten gibt und dann einfach genau dort wieder einsetzt, wo er abgebrochen hat, als wäre nichts gewesen, das hab ich so auch noch nicht gehabt.

Mit einer Pause spielte Falkenberg mit seiner Band von 21 Uhr bis nach Mitternacht, auch ein kleiner Rekord und der Höhepunkt waren natürlich „Mann im Mond“ und „Dein Herz“, mir allerdings verursacht „Osten“ nach wie vor eine Gänsehaut, (ich bin und bleibe eben doch eine ostdeutsche Rotzgöre…) ,aber auch der Rest war durchaus hörenswert und der kleine Plausch nach dem Konzert sehr angenehm.

Aber was ist Falkenberg nun, Liedermacher, Rockpoet oder Krawallmacher, irgendwie alles und nichts, in keine Schublade will er so richtig passen, aber ich denke, dass ist auch ganz gut so.
Uns jedenfalls hat er mit Sicherheit nicht zum letzten Mal gesehen…

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