„The Silence“ – Tim Lebbon

Ein paar Leute meinten gleich nach dem Lesen des Klappentextes: „Hey, das klingt ja wie „A quiet Place“…“, da der Film zwar schon ewig auf meiner Liste steht, ich ihn aber bis heute nicht gesehen habe, vermag ich nicht zu sagen, ob beide tatsächlich mehr als das Stille-Thema verbindet.

Fest steht, das Tim Lebbon seine Hauptprotagonistin von Anfang an am Untergang der Welt, so wie wir sie kennen, teilhaben lässt.
Ally lebt mit ihrer Familie, bestehend aus Vater Huw, Mutter Kelly, Oma Lynne und dem kleinen Bruder Jude, sowie Familienhund Otis in England.
Gespannt verfolgt sie einen Live-Bericht über Forscher, die ein neues Höhlensystem in Moldavien entdeckt haben und nun erkunden wollen (dass es selten gutgeht, wenn man in unentdeckte, in sich abgeschlossene Ökosysteme eindringt, wissen wir ja spätestens seit „The Descent“).
Als sie vom Abendessen zurückkommt, läuft die Live-Schaltung immer noch, aber etwas hat sich verändert, es gibt Leichen und Blut.
Die toten Höhlenforscher sind das Thema des Tages, bis es eine neue Schreckensmeldung gibt, immer mehr Berichte über seltsame Flugwesen, die Menschen angreifen, töten und fressen tauchen aus Rumänien auf und Huw, der als Ingenieur auswärts arbeitet, macht sich besorgt auf den Rückweg zu seiner Familie, denn irgendetwas scheint da draußen vorzugehen, auf den Straßen beginnt sich das Chaos auszubreiten, weil die Leute abgelenkt durch die neuesten Berichts auf dem Handy die Kontrolle über ihre Fahrzeuge verlieren.

„… Er überlegte, ob er den Notruf wählen sollte. Nicht mein Problem, dachte er und war schockiert über sich selbst, denn an jedem anderen Tag hätte er es zu seinem Problem gemacht. Heute war aber nicht jeder andere Tag. …“ (Seite 77)

Die fledermausartigen Wesen, kurz Vesps genannt, breiten sich immer schneller immer weiter aus, aus Großstädten kommt es zu wahren Horrormeldungen, aber noch glaubt man, dass man auf der Insel sicher ist.
Als die Monster jedoch weiter nach Frankreich und Österreich vordringen, macht sich langsam auch Panik in der Familie breit.
Man weiß nicht viel über die neue Bedrohung, außer, dass sie Menschenfleisch lieben, blind sind und auf Geräusche zu reagieren scheinen, da Huws Eltern einmal ein Haus in der Abgeschiedenheit Schottlands besaßen, beschließt man kurzerhand, sich dorthin auf den Weg zu machen.

… Es war ein altes Zimmer, angefüllt mit Dingen, die auf einmal nicht mehr wichtig schienen. Meine CDs, meine Bücher, meine Schminksachen, meine Poster, die Trophäen, die ich errungen hatte.
Nichts davon spielte länger eine Rolle.
Ich hatte gerade im Fernsehen verfolgt, wie Menschen gestorben waren. Wozu brauchte ich Schminke? Wie konnte ich nur in Erwägung ziehen, ein Buch mitzunehmen? …“ (Seite 125)

Kurz vor dem Aufbruch kommt die Nachricht herein, dass die Flatterwasen nun auch England erreicht haben, die Leute drehen durch, es kommt zu Plünderungen, gewalttätigen Übergriffen das Chaos bricht aus und dann kommen sie, die ersten Vesps…

„The Silence“ von Tim Lebbon ist als signierte Vorzugsausgabe im Buchheim Verlag erschienen, begrenzt auf 777 Exemplare.
Der Preis von 69,99 Euro mag zunächst abschrecken, (ich muss gestehen, es ist auch das teuerste Buch, dass ich mir bisher geleistet habe) allerdings bekommt man dafür auch einiges geboten.
Angefangen beim geprägtem Cover, dass ein Mädchen zeigt, welches den Zeigfinger an die Lippen hält, die Aufforderung zu schweigen, wie passend…
Auch die Illustrationen von Daniele Serra sind eine Augenweide und es sind einige.
Was ich allerdings total faszinierend fand, einfach, weil ich es vorher in noch keinem anderen Buch gesehen habe, sind die farbigen Aufzeichnungen der Geschehnisse, alles, was irgendwer niedergeschrieben hat, erscheint farbig und nein, das allein ist nichts neues, aber die Farben ändern sich, im ersten Teil („Lärm“) ist es Rot, die Signalfarbe schlechthin, im zweiten („Stille“) wechselt es zu einem Gelbton und schließlich am Ende („Grau“) zu Graublau.
Doch nicht nur die Aufmachung an sich weiß zu überzeugen, auch die Geschichte hat es in sich.
Ally, die vor Jahren bei einem Autounfall ihr Gehör verloren hat, kennt die Stille, die nun sie alle umgibt.
Durch das gehandicapte Mädchen beherrschen die Familienmitglieder die Zeichensprache und sind so den anderen gegenüber etwas im Vorteil.
Andererseits haben sie Otis und wie zum Teufel bringt man einem Hund bei, dass er nicht bellen darf, wenn man überleben will?
Wie frustrierend ist es, wenn man erkennen muss, dass man allein am Besten aufgehoben ist, da jeder zusätzliche Begleiter die Gefahr eines unbeabsichtigten Geräusches erhöht?
Dass es keinen Zusammenhalt mehr gibt und jeder für sich selbst kämpfen muss?
Der Mensch ist ein Herdentier, ständig umgeben von Unterhaltungen, Handys, Musik, aber genau das bringt jetzt den Tod.

Huw ist eben kein Superman, tut trotzdem alles, um seine Familie zu beschützen und muss dabei einige unschöne Entscheidungen treffen und auch der
10-jährige Jude, der anfangs noch ein übermütiges Kind ist, muss quasi über Nacht erwachsen werden.
Meine persönliche Lieblingsfigur ist jedoch Großmutter Lynne, eine toughe alte Dame, die sich trotz fortschreitender Krebserkrankung zu wehren weiß.
Alles in allem ist mir jedoch die gesamte Familie ans Herz gewachsen, ich habe mit ihnen gelitten und mich mit ihnen gefürchtet, so bleibt mir gar nichts anderes, als volle Punktzahl, also 5 von 5 Fliegenklatschen, zu vergeben.
PS: Im Mai kommt übrigens die Verfilmung ins Kino, auf die ich jetzt sehr gespannt bin…

• Autor:                                    Tim Lebbon

• Verlag:                                  Buchheim

• Format:                                 Hardcover

• Seitenzahl:                           431 Seiten

• ISBN:                                      / Vorzugsausgabe

 Genre:                                   Horror

• Bewertung:

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„Code Genesis – Sie werden dich finden“ – Andreas Gruber

Alle Mann unter Deck…

Stell die vor, du bist 14 (einhalb) und lebst mit deinem Cousin, deinem Onkel, einem „Angestellten“ und deinem Frettchen auf einem U-Boot, oh man, was tun sich da für ungeahnte Möglichkeiten auf.
Kein Schulbesuch, dafür ein immerwährender Trip rund um die Welt…

So, oder zumindest ähnlich ergeht es Terry West, ihr Onkel Simon ist Wissenschaftler, gemeinsam mit seinem Assistenten Johann, einem ehemaligen Ganoven und Cousin Ethan, einem 3 Jahre älteren Computernerd, durchquert sie die Meere, Frettchen Charlie immer an ihrer Seite.
Charlie ist ein Überbleibsel aus dem alten Leben mit ihrer Mutter, ebenfalls Wissenschaftlerin, die vor 10 Jahren ertrank.
Als das U-Boot in Miami anlegt, um die Vorräte aufzufüllen, nutzen Terry und Charlie die Zeit zu einem Ausflug zu dem Haus, in dem sie früher gelebt hat.
Natürlich ist es inzwischen verkauft und eine Familie lebt darin, als die das Mädchen bemerkt und erfahren, wer sie ist, bitten sie sie herein.
Alle sind freundlich, doch Terry beschleicht von Anfang an ein merkwürdiges Gefühl, dass sie jedoch nicht einzuordnen vermag.
Alles scheint so leer, irgendwie unbewohnt.
Vater und Tochter verabschieden sich recht bald und Terry bleibt mit der Dame des Hauses zurück, um sich noch etwas umzusehen und in Erinnerungen zu schwelgen.
Als die in der Küche zu tun hat, öffnet sich vor Terry im Boden der Zugang zum Keller, in den sie einen kurzen Blick werfen kann, tatsächlich scheinen da noch die Sachen ihrer Mutter zu stehen, völlig unberührt.
So kehrt Terry in der Nacht zurück, inzwischen hat sie herausgefunden, dass das Medaillon, dass sie um den Hals trägt, den geheimen Zugang öffnet.
Tatsächlich ist niemand im Haus, alles ist wie ausgestorben und so schaut sich das Mädchen im Keller um.
Obwohl alles seit zehn Jahren unbenutzt ist, läuft selbst der Computer noch, allerdings lässt sich darauf nicht wirklich viel finden.
In der Hoffnung auf ein paar Fotos zieht Terry alles auf einen Stick, den sie gerade einstecken will, als hinter ihr die Hauseigentümer auftauchen.
Geistesgegenwärtig klemmt sie den Stick unter Charlies Halsband, der fliehen kann und zurück zum Schiff läuft.
Mit der Freundlichkeit ist es vorbei, sie wollen Informationen über die Arbeit und die Projekte von Terrys Mutter.
Sie wird an einen Stuhl gefesselt und mit einem Elektroschocker bedroht, aber sie weiß von nichts.
Schließlich rettet Johann sie aus dieser unschönen Situation.
Auf der Polizeistation wollen sie das Ganze zur Anzeige bringen, erfahren dort jedoch zufällig, dass sie gesucht werden, weil sie ins Haus eingebrochen sind und die Bewohner verletzt haben und so endet der Ausflug nach Miami mit einer Flucht aus dem Hafen und das ist erst der Anfang, denn nirgendwo scheinen sie mehr sicher zu sein, jemand ist hinter ihnen her, aber wer und warum?
Woran hat Terrys Mutter geforscht, dass es bestimmten Leuten so wichtig ist, dass sie dafür über Leichen gehen?

Das Cover von „Code Genesis – Sie werden dich finden“ ist schon mal toll gelungen, es zeigt Terry und Ethan und natürlich das U-Boot, außerdem gibt es eine Karte vom inneren des Bootes, sowie eine Weltkarte, die die verschiedenen Stationen der Reise anzeigt, der geprägte Titel verleiht dem Ganzen noch ein edles Aussehen.
Aber, was viel wichtiger ist, kann Andreas Gruber auch Jugendbücher schreiben?
Und warum zum Teufel muss das Haustier unbedingt ein Frettchen sein?
Klar, die Kids finden Charlie bestimmt saucool (ich übrigens auch), aber ich sehe schon entnervte Eltern böse Briefe schreiben, weil die Hauptfigur sich nicht mit Hund oder Katze zufrieden gibt, sondern stattdessen einen Begleiter hat, der etwas müffelt und ganz gern mal die Wohnungseinrichtung zerlegt.
Wie soll man denn dem Nachwuchs beibringen, dass ein Frettchen doch eine etwas eigentümliche Wahl ist?
Vielleicht bleiben die Beschwerden ja auch aus, ich werde bei Gelegenheit mal nachfragen…^^
Zurück zum Thema: Ja, er kann es, selbst ich mit meinem inzwischen doch nicht mehr ganz jugendlichem Alter habe mich gut unterhalten gefühlt.
Die Figuren sind gut gezeichnet, allem voran natürlich Terry, mit der sich jeder Teenager identifizieren kann.
Sie ist schnippisch, hat es nicht so mit den Regeln im Gegensatz zu ihrem Cousin, der so ein bisschen der ruhigere Gegenpol ist.
Hinzu kommt natürlich noch, dass sie mit ihrem Onkel und auch mit Johann zwei ziemlich lockere Typen an ihrer Seite hat, wer würde da nicht gerne tauschen?
Auch die Gegenspielerin mit ihrer Crew ist zeitig bekannt und prima ausgearbeitet, Valerie De Boes ist eine Konzernchefin, die für den Erfolg ihrer Firma eiskalte Entscheidungen trifft und wenn da der eine oder andere ins Gras beißen muss, dann ist es eben so…

Lange Rede, kurzer Sinn, für Terry und die restliche U-Bootbesatzung gibt es von mir 4 von 5 Sauerstoffflaschen und ich freu mich auf Band 2 im Oktober, das Cover dazu find ich übrigens wieder klasse.

• Titel:                                       „Code Genesis – Sie werden dich finden“

• Autor:                                    Andreas Gruber

• Verlag:                                  cbj

• Format:                                 Taschenbuch

• Seitenzahl:                           323 Seiten

• ISBN:                                      978-3-570-16535-3

 Genre:                                   Jugendbuch

• Bewertung:

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„Homali Sagina – Menschenexperimente“ – Marie Wigand

Linda ist Krankenschwester und nicht sonderlich zufrieden mit ihrem Leben, ihr Freund geht nicht arbeiten und verbringt seine gesamte Freizeit vor dem Rechner, so dass sie das Geld für den Lebensunterhalt verdienen muss.
Ihr Job bringt ihr allerdings wenig Freude, denn die anderen Schwestern machen sich einen Spaß daraus, sie immer wieder bloßzustellen, nur Doktor Knopp, ihn den sie heimlich verknallt ist, hält sie von der Kündigung ab.
In ihrer Stadt verschwinden immer mehr Menschen und als schließlich auch Lindas Mutter nicht von der Arbeit nach Hause kommt, versucht sie, mehr darüber herauszufinden.
Ein Freund erzählt ihr von einer Gruppe, die sich in einer Gartenlaube trifft und ihre eigenen Ermittlungen anstellt, Linda jedoch kommt dort nie an, sondern erwacht später in einer Kiste.
Als sie diese verlässt, trifft sie auf seltsame Wesen, die sie in einen großen Käfig bringen, in dem schon eine Menge Menschen sitzen und es gibt nicht nur einen Käfig…
Nach und nach dämmert ihr, dass sie sich nicht mehr auf der Erde befindet und schon bald besteht ihr Leben aus Essen zu festgelegten Zeiten und arbeiten im Steinbruch.
Doch dabei allein bleibt es nicht, denn für die Außerirdischen sind die Gefangenen nicht besser als Vieh…

Ich muss zu meiner Schande gestehen, ich hab eine Weile gebraucht, bis ich gerafft habe, wie der Hase läuft.
Menschen in Käfigen auf Gittern, durch die die Fäkalien nach unten fallen, da hat es dann irgendwann Klick gemacht, na ja, manchmal brauch ich halt etwas länger…^^
Marie Wigand nimmt sich hier eines sehr wichtigen Themas an und obwohl ich sowohl Fleisch esse, als auch Milch trinke, bin ich dennoch der Meinung, dass wir vor allem unserem „Nutzvieh“ etwas mehr Respekt schulden, aber darüber will ich hier an dieser Stelle gar nicht diskutieren.

Achtung, für alle, die das Buch nicht gelesen haben, könnte der folgende Text Spoiler enthalten.
Auf jeden Fall bekommen wir in „Homali Sagina“ vorgeführt, was passiert, wenn der Mensch plötzlich das Vieh ist, in Käfigen gehalten, als Nahrung oder Milchkuh missbraucht, gemästet oder zwangskastriert wird und das von Aliens, die keinerlei Mitgefühl kennen.
Für sie sind die Männer, Frauen und Kinder einfach eine Ware, die man auf ihrem kargen Planeten vielseitig nutzen kann, da wäre das Haar, um Kleidung daraus zu machen, die Arbeitskraft natürlich und nicht zu vergessen das leckere Fleisch…
Wie schon gesagt (oder besser geschrieben), das Thema an sich hat mich sehr angesprochen, leider hatte ich mit den Charakteren so ein bisschen meine Probleme und das geht schon im Prolog los.
Dort lernt man den kleinen Michael kennen, der gerne Tiere zerschnipselt.
Dann springt die Handlung jedoch zu Linda und zunächst einmal dreht sich alles um sie.
Gut, auch Michael taucht später auf dem fremden Planeten auf, aber nach der Einführung dachte ich mir, er wird eine wichtige Rolle spielen, gerade, weil man ja anfangs so auf seine Fähigkeiten eingegangen ist, die ganze Zeit habe ich darauf gewartet, dass sich zeigt, welche Verbindung er wohl zu der ganzen Sache hat…
Auch mit Linda konnte ich leider nicht so wirklich mitfiebern und manche Dinge waren für mich einfach nicht nachvollziehbar.
Warum zum Beispiel will man schwanger werden um den Aliens noch einen leckeren Babybraten zu schenken?
Wo man doch weiß oder zumindest ahnt was mit den kleinen Wesen passiert?
Weil man ihnen damit eins auswischt?
Hm, nee, sorry, für mich absolut nicht nachvollziehbar.
Und keine Ahnung ob es nur mir so ging, aber bei der Beschreibung des Planeten und der Konsistenz der Dinge dort musste ich permanent an die Sezierschale und Michael denken und habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass irgendwas in der Richtung kommt…

Am Schreibstil habe ich nichts zu bemängeln, das Buch liest sich flüssig und spart auch nicht an einigen unschönen Beschreibungen, das Cover mit der Dame ist stimmig, aber nicht ganz passend, immerhin hatten die außerirdischen Wesen es aufgrund ihrer Fähigkeiten ja nicht nötig, jemanden zu fesseln.
Alles in allem gibt es für „Homali Sagina“ von mir 3,5 von 5 Blutlachen und eine Leseempfehlung für alle, die keine Scheu davor haben, sich mit diesem doch recht brisanten Thema auseinanderzusetzen.

• Autor:                                    Marie Wigand

• Verlag:                                  Redrum

• Format:                                 Taschenbuch

• Seitenzahl:                           375 Seiten

• ISBN:                                      978-3-959570800

 Genre:                                   Horror

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„The Gas“ – Charles Platt

Vincent ist Wissenschaftler und auf der Flucht.
Aus einem Forschungslabor ist ein Gas ausgetreten, dass den Menschen auf seine Triebe reduziert, kurz gesagt, vögeln und Gewalt stehen nun auf der Tagesordnung.
Bevor das Gemisch London erreicht, will er seine Familie dort einsammeln und aus der Gefahrenzone schaffen, das jedoch erweist sich als nicht ganz so einfach…
Unterwegs trifft er auf Cathy, die zum ersten Mal diese merkwürdigen Gefühle in ihm zum Ausbruch bringt, so dass er die Kontrolle über sich verliert, aber ihr scheint das nichts auszumachen.
Schließlich setzen beide die Reise gemeinsam fort und gelangen in ein Dorf, in dem schon das komplette Chaos tobt.
Die Bewohner fallen nicht nur hemmungslos übereinander her, nein, sie schlachten sich auch gegenseitig ab.
Gemeinsam mit einem Priester gelingt ihnen die Flucht…

Auch hier bin ich mal wieder etwas zwiegespalten.
Diesmal fange ich mit dem Cover an, einfach, weil es sofort ins Auge sticht.
Ja, es ist das Originalcover, trotzdem finde ich es schrecklich, zum Glück interessiert mich der Inhalt eines Buches mehr als das Aussehen.
Trotzdem bin ich mit „The Gas“ nicht ganz glücklich geworden.
Der Klappentext klingt spannend und die Geschichte an sich ist auch mächtig böse, aber ich bin nun mal kein Freund der Pipi-Kacka-Fraktion.
Ich kann damit leben, wenn so etwas in einem Buch erwähnt wird, aber wenn man immer wieder darauf herumreiten muss…
Mein Fehler war wahrscheinlich, dass ich „Folterpalast“ von Gerwalt Richardson parallel zu „The Gas“ gelesen habe und es da solche Szenen zuhauf gibt, irgendwann war ich es einfach leid…
Aber auch das Vorwort mit seinen an die 50 Seiten fand ich persönlich sehr anstrengend.
Ja, es war interessant, etwas über die Geschichte des Buches und auch des Autos zu erfahren, aber mir war das etwas zu ausführlich.
Dafür habe ich mit Vincent mitgelitten, denn bereits am Anfang weiß er genau, was ihn erwartet und versucht dem Ganzen, so gut es geht, entgegenzuwirken.
Ist er anfangs noch schockiert, so nimmt die Liebe innerhalb seiner Familie schon bald sehr merkwürdige Züge an und auch die Kinder mal eben auf einem Spielplatz abzuladen, damit sie sich dort mit den anderen vergnügen, ist mit Sicherheit alles andere als normal und wie man damit umgeht finde ich doch sehr erschreckend.
Trotzdem ist „The Gas“ für mich jetzt kein Buch, dass man unbedingt gelesen haben muss und an dessen Inhalt sich wahrscheinlich die Geister scheiden werden.
Dafür, dass es allerdings schon so viele Jahre auf dem Buckel hat, immerhin ist es von 1970, ist es erstaunlich aktuell, wobei aktuell vielleicht auch nicht das richtige Wort dafür ist.
Die Zuordnung zu einem bestimmten Genre fällt mir hier auch schwer, was ist das?
Horror? Pornografie?
Ich belasse es einfach mal bei ersterem bis mir etwas besseres einfällt und vergebe 3,5 von 5 Blutlachen.

• Autor:                                    Charles Platt

• Verlag:                                  Festa

• Format:                                 Hardcover

• Seitenzahl:                           335 Seiten

• ISBN:                                      / Sammlerausgabe

 Genre:                                   Horror

• Bewertung:

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„Folterpalast“ – Gerwalt Richardson

1527: Ein deutsches Söldnerheer zieht durch Italien und ist schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr bezahlt worden.
Der junge Mertin hat sich auf der Flucht nach einem Mord der Rotte von Michel angeschlossen, die Stimmung ist nicht besonders gut und als Michel vorschlägt, nach Rom zu ziehen und dort ordentlich zu plündern, findet das regen Anklang bei den Männern.
Dem Oberbefehlshaber bleibt am Ende nichts anderes übrig, als nachzugeben, will er sein Leben nicht verlieren.
Rom ist schutzlos und so schickt der Papst dem Heer einen Unterhändler, der mit einer großen Menge Gold dafür sorgen soll, dass seine Heimatstadt verschont bleibt.
Dieser Mann ist Prospero Gritto, ein römischer Kaufmann, er soll einen Wechsel unterzeichnen, der bei den Fuggern eingelöst werden kann.
Im Lager wird über seinen Vorschlag zwar erstmal nachgedacht, dann gerät das Ganze jedoch ziemlich schnell außer Kontrolle und so brechen die Söldner in die ewige Stadt auf.
Prospero will ihnen zuvorkommen und seine Familie in Sicherheit bringen, da er sich jedoch zu Fuß auf den Weg machen muss, kommt er zu spät.
Während das Heer mordend und plündernd durch die Stadt zieht, hat Michels Rotte nur ein Ziel, Grittos Palast, wo sie große Geldvorräte vermuten.
Doch zuerst einmal scheint das Geld nebensächlich, denn es ist doch viel schöner, die Dienerinnen und vornehmen Damen das Hauses zu vergewaltigen und foltern.
Inzwischen ist auch Gritto zu Hause angekommen, wird jedoch von den Söldnern bereits erwartet und gefangen genommen.
Um ihn zum Unterzeichnen des Wechsels zu zwingen, ist jedes Mittel recht…

Manchmal ist es schwer, die passenden Worte zu finden, gerade, weil ich immer ein schlechtes Gewissen habe, wenn mir etwas nicht zusagt, aber dieses Buch war echt eine Herausforderung für mich.
Dass mich mit Gerwalt Richardson keine leichte Kost erwartet, war mir klar und Torture Porn sagt ja auch einiges über den Inhalt aus, trotzdem fand ich den Klappentext sehr interessant und dachte mir, hey, das könnte ja vielleicht etwas für dich sein, eine kleine Geschichtsstunde hat bekanntlich noch keinem geschadet.
Leider waren alle Protagonisten einfach nur unsympathisch, wenn nicht sogar abstoßend, vor allem Mertin, dessen Hobby es anscheinend ist, irgendwelche Frauen toll zu finden, flachzulegen und dann abzumurksen, das ist wohl wahre Liebe…
Als er im besetzten Palazzo dann als einziger clever genug ist, zu erkennen, dass der verkleidete Küchenjunge niemand geringeres als Grittos Tochter ist, bieten sich ihm ungeahnte Möglichkeiten.
Die hätte das Buch auch gehabt, wäre man etwas mehr auf die Story eingegangen, als gefühlt auf jeder Seite eine der Frauen im Haus erst zu vergewaltigen, dann zu quälen und schließlich umzubringen.
Ich muss gestehen, mehrmals war ich kurz davor, das Buch abzubrechen, weil einfach nichts neues passierte und wer mich kennt, weiß, dass das bei mir sehr selten vorkommt.
Aber nein, ich habe die Arschbacken zusammengekniffen und bis zum Schluss durchgehalten, wenigstens das Ende konnte mich etwas versöhnen.
Trotzdem weiß ich jetzt, Gewalt Richardson ist wohl nichts für mich.
Viele mögen „Folterpalast“ spannend gefunden haben, mich haben die permanenten Vergewaltigungen einfach nur genervt und so gibt es für das Buch von mir auch nur 2 von 5 Blutlachen…

• Autor:                                    Gerwalt Richardson

• Verlag:                                  Redrum

• Format:                                 Taschenbuch

• Seitenzahl:                           305 Seiten

• ISBN:                                      978-3-959577656

 Genre:                                   Torture Porn

• Bewertung:

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Vorfreude …

Die Buchmesse wirft ihre Schatten voraus und ich kann es kaum erwarten all die vielen bekannten Gesichter wiederzusehen, die für ein Treffen mal eben so zwischendurch einfach zu weit weg wohnen.
Ich freue mich auf das Chaos und all die Eindrücke und ganz besonders darauf, dass ich das erste Mal als Blogger unterwegs bin und die Gelegenheit auf drei Interviews mit ganz unterschiedlichen Autoren habe.
Das letzte macht mich besonders happy, weil es sich gerade ergeben hat, ich den Autor sehr mag und nein, ich werde nicht verraten, wer es ist…
All ihr Irren da draußen, ich freue mich auf euch und hoffe auf besseres Wetter..
Bis nächste Woche

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„Shining in the Dark“ – Hans-Åke Lilja

„Shining in the Dark“ ist die Jubiläumsausgabe zum 20. Jahrestag von Lilja’s Library , einer Seite, deren Betreiber sich ganz der Welt von Stephen King widmet.
Zum Geburtstag hat Hans-Åke Lilja ein Buch herausgebracht, dass natürlich neben einer Kurzgeschichte von Stephen King auch viele andere bekannte Namen wie Clive Barker, Jack Ketchum oder Richard Chizmar vorweisen kann. Hier in Deutschland ist dieses Werk als Sammlerausgabe beim Festa Verlag erschienen, jeder Geschichte ist eine Illustration von Erin S. Wells vorangestellt, eine sehr schöne Idee.
Das Cover wurde übrigens von der Originalausgabe übernommen und weiß mit der vom Bildschirm ins grüne Licht getauchten, gruseligen Umgebung zu überzeugen.
Aber tun das die einzelnen Geschichten auch?

13 sehr unterschiedliche Autoren haben 12 Stories beigesteuert:

♦  „Der blaue Kompressor“ – Stephen King
♦  „Internet“ – Jack Ketchum & P. D. Cacek
♦  „Der Roman des Holocaust“ – Stewart O’Nan
♦  „Aelina“ – Bev Vincent
♦  „Pidgin und Theresa“ – Clive Barker
♦  „Das Ende aller Dinge“ – Brian Keene
♦  „Totentanz“ – Richard Chizmar
♦  „Die Verlockung der Flamme“ – Kevin Quigley
♦  „Der Gefährte“ – Ramsey Campbell
♦  „Das verräterische Herz“ – Edgar Allen Poe
♦  „Mutterliebe“ – Brian James Freeman
♦  „Das Handbuch des Hüters“ – John Ajvide Lindqvist

Anthologien haben es bei mir immer etwas schwerer, es ist ja auch nicht einfach, mit jeder Geschichte ins Schwarze zu treffen, es gibt immer ein paar gute, ein paar mittelprächtige und einige, mit denen ich gar nichts anfangen kann, so auch hier.
Besonders gespannt war ich natürlich auf den Beitrag von Stephen King, dem Meister selbst.
Leider erging es mir damit wie so oft, ich liebe seine Bücher, aber mit den meisten seiner Kurzgeschichten stehe ich irgendwie auf Kriegsfuß.
Auch „Der Roman des Holocaust“ konnte mich überhaupt nicht überzeugen, ganz im Gegensatz zu „Das Ende aller Dinge“ von Brian Keene, diese traurig, melancholische Story ist für mich das eigentliche Highlight des Buches, aber auch „Totentanz“, „Internet“ und „Das Handbuch des Hüters“ mit dem Ausflug in Lovecrafts Welt haben mir gefallen und zu Poe muss ich natürlich nicht wirklich was sagen.^^
Der Rest, nun ja, kein Highlight, kein Totalausfall, Durchschnitt halt.
Insgesamt haben mich leider zu wenige der Short Stories wirklich überzeugt, darum gibt es für die toll aufgemachte Sammlerausgabe leider nur 3,5 von 5 Blutlachen.

• Autor:                                    Hans-Åke Lilja

• Verlag:                                  Festa

• Format:                                 Hardcover

• Seitenzahl:                           299 Seiten

• ISBN:                                      / Sammlerausgabe

 Genre:                                   Horror, Anthologie

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„Scharnow“ – Bela B Felsenheimer

Heilige Scheiße, was war das denn?

Erstmal muss ich sagen, ich gebe mir wirklich immer die größte Mühe, unvoreingenommen an ein Buch heranzugehen, egal, ob ich den Autor kenne oder nicht, hier allerdings fällt mir das ziemlich schwer, denn Bela begleitet mich seit meinem zehnten Lebensjahr und ach, was hab ich ihn als Teenie angeschmachtet.
Das ist inzwischen eine halbe Ewigkeit her, aber kann ich „Scharnow“ überhaupt ohne Sympathiebonus beurteilen?
Ich versuche es zumindest…

Lange habe ich auf das Buch gewartet und das nix „Normales“ (und nein, das meine ich jetzt keineswegs abwertend^^) dabei herauskommt, dürfte wohl den meisten schon vorher klar gewesen sein, trotzdem konnte ich mich auf homosexuelle Eichhörnchen, fliegende Männer, sprechende Bücher und Menschen als Seelenparkplätze nicht wirklich vorbereiten.
Klingt merkwürdig?
Ist es auch.
Wie also fasst man den Inhalt am Besten zusammen ohne abzudriften?
Schwierig, schwierig, aber ich versuche es einfach mal (und Achtung, der Text könnte Spoiler enthalten^^).

Scharnow ist ein kleines Örtchen in der Nähe von Berlin, viel ist da nicht los, oder vielleicht doch?
Die 17-jährige Nami, die eigentlich Benita heißt, will dort ihre Oma besuchen und findet sich plötzlich mitten im Chaos wieder, denn der Supermarkt, übrigens der einzige im Ort, in dem sie sich gerade befindet, wird überfallen von nackten Männern mit Tüten über dem Kopf und Küchenutensilien bewaffnet.
Die wollen nix anderes als Alk, Knabberzeug und Kippen, um in aller Seelenruhe in ihrer WG die nächste Sauforgie zu veranstalten.
Außerdem ist da noch Hamid, der Junge aus Syrien, der im Supermarkt als Praktikant arbeitet und auf den Nami ein Auge geworfen hat, die Pornodarstellerin Susanne, Polizeihauptmeister Dietmar Senger, der kein glückliches Händchen bei der Auswahl seiner Aushilfspolizisten hat und ganz gern mal mit Verdächtigen einen bechert, zwei Brüder auf ewig vereint, nicht zu vergessen Sylvia Pathé, die von ihrem Millionärsgatten sitzengelassen wurde und sich besser kein Haustier mehr anschaffen sollte.
Das Chaos komplett macht der Bund skeptischer Bürger, der den Weltenlenkern, einer mysteriösen Verschwörertruppe auf der Spur ist.

Wer jetzt denkt, das ist kompliziert, der sollte besser einen großen Bogen um das Buch machen, denn das ist gerade mal der Anfang.
Neben Überfällen, Selbstmorden, Morden und Liebesgeschichten gibt es Außerirdische, Waffennarren, Zirkusbesitzer und Güllefabrikanten, bösartige Jugendliche und und und, nur eben nicht wirklich einen roten Faden.
Daran kann man sich natürlich stören, muss man aber nicht und auch wenn ich mich immer wieder gefragt hab, hey, was soll denn das jetzt schon wieder, musste ich trotzdem grinsen.
Man darf sich halt keine Gedanken über das gelesene machen oder gar einen Sinn suchen, dann erweist sich die Geschichte nämlich als durchaus unterhaltsam, auch wenn man sich am Ende fragt, was uns das Ganze sagen sollte, denn aufgeklärt wird man nicht.
Was wird zum Beispiel aus den beiden schwulen Eichhörnchen?
Oder Cloudy, dem portugiesischen Wasserhund, der zugleich die Schwester von Bo, dem Hund von Obama ist?
Fragen über Fragen, mit denen man zurückgelassen wird, ich hoffe, es gibt bald eine Fortsetzung, die all das beantwortet, ansonsten werde ich wohl einige schlaflose Nächte haben.^^

Bevor ich jetzt noch weiter aushole, wie bewertet man so ein Werk?
Hat es mich unterhalten?
Definitiv ja.
Konnte ich irgendwas daraus für mich mitnehmen?
Ein klares Nein.
Aber muss man wirklich aus jedem Buch etwas lernen?
Wobei, ich weiß jetzt, dass Fanta gemischt mit Billigfusel, die sogenannte Mische,  Scheiße schmeckt, zählt das nicht auch?
Natürlich ist „Scharnow“ kein Anwärter auf einen Literaturpreis, es gibt keine sorgsam ausgefeilten Textpassagen (oder wahrscheinlich doch und ich Banause erkenne sie nur nicht, lach) und genau das macht es irgendwie doch liebenswert, vielleicht auch gerade, weil es sich eben in kein Genre pressen lässt.
Fazit: 4 von 5 „Hossas“ und danke, setzen Herr Felsenheimer…

• Autor:                                    Bela B Felsenheimer

• Verlag:                                  Heyne

• Format:                                 Hardcover

• Seitenzahl:                           414 Seiten

• ISBN:                                      978-3-453-27136-4

 Genre:                                   Roman

• Bewertung:

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„Denn zum Fressen sind sie da“ – A. C. Hurts

Isko hat sich schon vor einiger Zeit von seiner Freundin Mayari getrennt und lebt jetzt mit Saya zusammen, allerdings hat er ein Problem, denn May ist schwanger, wie sie ihm gesteht.
Während sie noch darauf hofft, dass er zu ihr zurückkehrt, hat er in seiner neuen Freundin die absolute Traumfrau gefunden.
Als er ihr davon erzählt, sind sich beide einig, die Ex muss den Mund halten, denn für ein Kind zahlen kann Isko nicht.
Und auch Saya will ihren neuen Freund nicht aufgeben und lädt ihn so zu einem ganz besonderem Essen ein, es gibt das Kind einer Bettlerin, günstig erstanden…
Beiden mundet das Mahl hervorragend, allerdings weiß Isko da noch nicht, was seine bessere Hälfte ihm da serviert hat.
Die ist nun auf den Geschmack gekommen und schmiedet einen perfiden Plan, immerhin ist da noch Mayari, deren Bauch immer dicker wird, ihre Schwangerschaft wird schon bald nicht mehr zu übersehen sein.
Was ist, wenn sie redet?
Saya will sich das gar nicht ausmalen und beschließt, May muss weg und außerdem trägt sie noch die leckere, ungeborene Frucht ihres Leibes in sich…

„Denn zum Fressen sind sie da“ beinhaltet 3 Kurzgeschichten, die sich alle um ein und dasselbe Thema drehen.
„Liebe geht durch den Magen“ ist die längste und zugleich die Vorgeschichte zu „17 Jahre später“ (das übrigens bereits in „Gone Mad“ unter den Titel „Zum Fressen gern“ erschien, in etwas abgewandelter Form natürlich, wer das Buch allerdings gelesen hat, wird das sofort erkennen).
In „Jenny“ treffen wir die Hauptprotagonistin der vorangegangenen Story wieder, so gesehen, baut also alles aufeinander auf, was mir persönlich sehr gut gefällt.

Mit meiner Meinung zu diesem Büchlein tue ich mich diesmal jedoch etwas schwer.
Ich mag A. C. Hurts, habe Stunden mit Victor verbracht, mich köstlich (im wahrsten Sinne des Wortes) mit ihm amüsiert und auch mit Nicole mitgelitten.
Was genau mich hier stört, vermag ich nicht mal so richtig zu sagen, oder vielleicht doch?
Die Story an sich ist es nicht, auch wenn man sie schon teilweise kennt, ich habe auch kein Problem mit der Gewalt gegen Neugeborene, Realität und Fiktion können wir ja alle unterscheiden.
Was mir nicht gefällt, ist die Ausdrucksweise und die erinnert mich teilweise irgendwie an einen gewissen Herrn, dessen Namen ich nicht erwähnen werde, ich mag es einfach nicht, wenn so abwertend geredet wird.
Passt es zu einem Abschnitt, okay, aber die ganze Zeit über schreckt mich das echt ab und genau das ist mein Kritikpunkt, auch wenn das viele sicherlich wieder anders sehen werden.
Victor zum Beispiel macht ja eigentlich dasselbe, auch wenn er sich eher an den ausgewachsenen Exemplaren vergreift, weiß sich aber durchaus gewählt auszudrücken.^^
Klar kann man bei dem Milieu, aus dem beide stammen keine überaus blumige Sprache erwarten, das ist mir klar, aber Gossenslang ist nun mal nicht meins…
Das Cover finde ich toll, auch wenn es in dem Buch weder um gruselige Häuser, noch um kleine Kinder geht, den Eindruck erweckt es ja so ein bisschen, würde da nicht der böse Titel drüberstehen…
Aber leider reicht mir ein schönes Bild auf dem Einband nicht aus und so vergebe ich diesmal nur 3,5 von 5 Blutlachen und freue mich auf das nächste Werk der Autorin, denn das ist bestimmt wieder eher nach meinem Geschmack.

• Autor:                                    A. C. Hurts

• Verlag:                                  Redrum

• Format:                                 Taschenbuch

• Seitenzahl:                           143 Seiten

• ISBN:                                      978-3959570718

 Genre:                                   Horror

• Bewertung:

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„Ein Blick in die Hölle – Buch 5“ – Wade H. Garrett

Seth und Wyatt setzen ihre Fahrt quer durchs Land fort.
War der Reporter anfangs noch schockiert über die Geschichten des Racheengels, so findet er inzwischen, dass die Leute bekommen haben, was sie verdienen
Aber noch sind das nur Geschichten, bald schon steht Wyatt den Opfern Auge in Auge gegenüber und das ist dann doch wieder etwas anderes.
Zwischen den beiden herrscht nun eine Art Vertrauensverhältnis, fast schon Freundschaft, während Jim ihnen weiterhin auf den Fersen ist, um den Tod seines Kollegen zu rächen…

„… Es ist ja nicht so, dass alle schwarzen Menschen das täten. Es sind Verbrecher. Das ist der Unterschied. In jeder Volksgruppe findet sich dieselbe Sorte Arschlöcher, die Probleme verursachen. Wir als Gesellschaft müssen lernen, nicht ganze Rassen für die Taten von ein paar Schwachköpfen zu verurteilen. …“ (Seite 47)

Ich muss gestehen, Band 4, also die erste Hälfte des Buches, fand ich irgendwie unterhaltsamer.
Das mag daran liegen, dass es dort mehr um Seth und Wyatt geht, während sich hier jetzt wieder alles um die Folterungen und deren technische Ausführen dreht.
Wären die beiden Teile als ein Wälzer erschienen, hätte ich den wohl zwischendurch mal an die Seite packen müssen, um was anderes zu lesen, so hatte ich zwischendurch eine Verschnaufpause, in der ich mich einigen anderen Titeln widmen konnte, hier nicht die schlechteste Idee, denn auf Dauer wird es dann doch etwas ermüdend, vor allem diese endlosen Schwanzfolterszenen und die Schwulensprüche.
Anfangs waren die noch unterhaltsam, aber irgendwann wechselte das zu nervig.
Und dieses immer in die Weichteile, das beste Stück des Mannes wird abgerissen, gehäutet, verbrannt, irgendwie erinnert mich das Ganze ein bisschen an Laymons Tittenfetisch…
Nein, Seth ist mit seiner Ansicht von Recht und Ordnung immer noch unheimlich unterhaltsam und auch Wyatt macht eine Veränderung durch.
War er doch anfangs nur ein Schreiberling, den es interessierte, was Seth so treibt, der davon aber nichts sehen wollte, so ist er jetzt mittendrin, erlebt die Folterungen aus nächster Nähe.
Zwar wird ihm vom Zusehen immer noch kotzübel, aber er bleibt dabei und der eine oder andere Schlag geht inzwischen sogar auf sein Konto.
Dass Seth ihn aus einem ganz bestimmten Grund mit auf diese Reise genommen hat, darauf kommt er nicht und auch bei mir hats nicht Klick gemacht, bis zum Ende.
Überraschend, könnte man sagen und ich hätte fast ein Tränchen verdrückt(dafür lasse ich doch glatt einen halben Punkt mehr springen), aber eben nur fast und deshalb gibt es von mir diesmal 4 von 5 Blutlachen.

• Autor:                                    Wade H. Garrett

• Verlag:                                  Festa

• Format:                                 Taschenbuch

• Seitenzahl:                           440 Seiten

• ISBN:                                      / (Festa Extrem)

 Genre:                                   Horror

• Bewertung:

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